Kreis Kaiserslautern
Landstuhl: Reservistenkameradschaft bringt Gelände an der Alten Kapelle auf Vordermann
Jäten, rechen und pflanzen – am Samstag krempelten die Mitglieder der Reservistenkameradschaft Ramstein-Landstuhl für einen Vormittag die Ärmel hoch und packten bei der Pflege des Geländes rund um die Alte Kapelle in Landstuhl mit an.
Der Motor einer Heckensäge knattert, Wasser spritzt über den Gehweg, Rechen lockern die Steine des Wegs. Auf dem Gelände der Alten Kapelle ist am Vormittag viel los. Neun Reservisten der Kameradschaft Ramstein-Landstuhl tragen Uniform, sitzen auf Knien vor Beeten und drücken Erde fest.
Die beiden Mitarbeiterinnen der Stadtgärtnerei Landstuhl tragen Arbeitskleidung. „Schau mal, wenn du den Beutel so umkrempelst, ist er oben weiter geöffnet. So hast du es leichter“, gibt Sabine Günther, Leiterin der Stadtgärtnerei Landstuhl, einem Reservisten einen Tipp, der gerade Rindenmulch verteilt. „Wir wollten der Kapelle ein neues Outfit verpassen und freuen uns darüber, dass die Reservistenkameradschaft uns dabei unterstützt“, sagt sie. Im Vorfeld hat die Gärtnermeisterin im Team überlegt, wie sie die Grünfläche gestaltet. „Ohne einen Plan geht da nichts. Schließlich muss ich auch wissen, welche Aufträge ich den Kameraden geben soll.“
600 Blumenzwiebeln und 15 Großgehölze werden gepflanzt
Nach einer kurzen Einführung ging es am Morgen los. „Jeder weiß, was zu tun ist und hat seine Aufgabe“, informiert Günther. Die einen rechen Herbstlaub zusammen, die anderen bringen Rindenmulch aus oder schneiden die Rosensträucher zurück. Für die Arbeiten sind keine Gartenkenntnisse notwendig. „Ob wir alles richtig machen, sagt uns die Kollegin von der Stadtgärtnerei“, meint ein Reservist, während er mit einem Spaten die Rasenkante eines Beetes neu absticht. Gemeinsam pflegen und bepflanzen sie die 78 Ehrengräber von Soldaten, die im Landstuhler Lazarett gestorben sind, und das etwa 2000 Quadratmeter große Gelände. Insgesamt 600 Blumenzwiebeln bringen sie dafür in die Erde, und 15 Großgehölze, wie zum Beispiel Wacholdersträucher, finden einen neuen Platz.
Mit 210 Mitgliedern ist die Kameradschaft Landstuhl-Ramstein die größte im Land
Aber wie kam der Einsatz zustande? „Als Reservist gehört es zu unserer Aufgabe, die Kommunen zu fördern und mit unseren Arbeitseinsätzen zu entlasten“, sagt Ralf Bierwagen, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Ramstein-Landstuhl. Die Kameradschaft sei mit 210 Mitgliedern die größte in Rheinland-Pfalz. „Wir planen und verabreden den Termin und helfen dann ehrenamtlich mit. Zwei bis drei dieser Einsätze haben wir jedes Jahr“, fügt er an.
Bereits vor drei Jahren sammelten sie sich zum Arbeitseinsatz auf dem Gelände. „Damals pflanzten wir gemeinsam einen Baum. Der hat sich wirklich gut entwickelt und mit der Unterstützung kommen wir richtig gut voran“, sagt Sabine Günther. Unter die Helfer gemischt hat sich auch Stadtbürgermeister Ralf Hersina (SPD). „Für mich ist es selbstverständlich, dass ich selbst mit anpacke. Schließlich bin ich auch Soldat und engagiere mich, wo ich kann. Außerdem macht die Mischung aus Kameradschaft, Gemeinschaft und das ehrenamtliche Anpacken den Einsatz für mich besonders“, sagt er. In den Händen hält Hersina eine Schale mit Rasendünger, den er auf den Grünflächen ausbringt. Beim letzten Mal vor drei Jahren war er auch dabei. „Oh, da hat es geregnet. Heute sind wir nass, weil wir so ins Schwitzen kommen“, sagt der Bürgermeister und lacht.
Nach etwa zwei Stunden ist es Zeit für eine kleine Pause. Der Betreiber eines nahegelegenen Cafés belohnt die Reservisten mit einem Espresso für jeden. Die Reservisten plaudern und reden über ihren Arbeitseinsatz. Manche stützen sich dabei auf ihren Rechen, die Arbeitsgeräte bleiben in der Nähe. „Auf geht’s! Weiter!“, beendet Ralf Bierwagen die Pause. Schließlich soll zur Veranstaltung am Volkstrauertag, 17. November, alles gut in Schuss sein.