Kreis Kaiserslautern
Landstuhl: 180 Schüler der Grundschule In der Au beteiligen sich an Zirkusprojekt
Manege frei hieß es am Samstag beim „Circus Soluna“ aus Köln, dessen buntes Zirkuszelt eine Woche lang im Hof der Landstuhler Grundschule „In der Au“ die Blicke auf sich zog. „Bei uns seid ihr die Sterne“ war auf einem der beiden Zirkuswagen zu lesen. Und tatsächlich wurden an diesem Tag bei zwei eineinhalbstündigen Vorstellungen alle der 180 Grundschüler zu Zirkusstars.
Ein ungewohntes Bild bietet sich dem Betrachter schon beim Betreten des Schulhofs: Eltern, Geschwister, Omas und Opas lassen sich Popcorn oder Zuckerwatte schmecken, dazwischen wuseln die geschminkten kleinen Zirkusakteure in ihren bunten Kostümen herum. Auch kostümierte Erwachsene sind unterwegs, denn Mitglieder des Fördervereins haben das Beiprogramm übernommen. „Das ist wirklich ein Gemeinschaftsprojekt, das vom Kollegium, den Eltern und dem Förderverein getragen wird“, erklärt Schulleiterin Anette Buchholz. „Die Hauptakteure aber sind natürlich die Kinder.“
Eine knappe Woche lang haben die Schüler, darunter auch Kinder mit Beeinträchtigungen, zusammen mit den Lehrern trainiert und geprobt, jedes Kind für den Bereich, den es sich selbst ausgesucht hatte. Dabei seien die Kinder jeden Tag mutiger geworden und hätten sich immer mehr zugetraut. „Die Kinder konnten wirklich zeigen, was in ihnen steckt“, sagt Buchholz. „Und jeder hat gesehen, dass er in seiner Truppe ein unverzichtbarer Teil ist.“
Ihre neu erworbenen Fertigkeiten stellen die jungen Akteure dann auch in der Manege unter Beweis. Pünktlich um 13 Uhr startet Jacky Möller, eine der beiden Sozialpädagoginnen des Circus Soluna, mit klassischer Zirkusmusik das Programm, auf dem zum Auftakt Seillaufen steht. Mit Akrobatik, Jonglage, einer Feuershow, Kugellaufen, Seilspringen, natürlich Clownerie und vielem mehr bieten die Akteure dem applaudierenden Publikum im bis auf den letzten Platz besetzten Zirkuszelt eine kurzweilige Show. Dabei springt der Funke der Begeisterung schon gleich am Anfang von den jungen Zirkuskünstlern aufs Publikum über. Ganz besonders bei einem der allerjüngsten Besucher, der zur allgemeinen Erheiterung kurzerhand seiner Mutter ausbüxt, um in der Manege mitzumischen.
Das speziell auf Grundschulen zugeschnittene Zirkusprojekt ist bereits das dritte seiner Art an der Grundschule In der Au. Angeboten wird es immer im Abstand von vier Jahren, damit jeder Schüler während seiner Grundschulzeit einmal die Möglichkeit hat, als Akteur Zirkusluft zu schnuppern. „Ziel dabei ist es, den Schülern mit ihren unterschiedlichen Charakteren und Fähigkeiten die Chance zu geben, individuelle Entwicklungsprozesse zu fördern und zu stärken – und dabei auch noch jede Menge Spaß zu haben“, heißt es auf der Internetseite der Freunde und Förderer der Grundschule.