Kreis Kaiserslautern
Landratswahl: Mit was der frisch nominierte SPD-Kandidat Thorsten Haferanke punkten will
Volles Haus am Donnerstagabend in Schwedelbachs guter Stube: SPD-Delegierte aus dem gesamten Landkreis sind zusammengekommen, um ihren Bewerber für die Landratswahl am 18. Mai aufs Schild zu heben. „Wir haben uns lange Gedanken gemacht, wen wir aufstellen könnten und uns dann im Vorstand für Thorsten Haferanke entschieden“, sagt der neue SPD-Kreisvorsitzende Dennis Matheis. „Wir wollen einen Landrat, der sich unabhängig vom Parteibuch des VG-Bürgermeisters für alle Verbandsgemeinden gleichermaßen einsetzt, einen nahbaren Landrat, dessen Tür für die Mitarbeiter offen steht und einen Landrat, der die sozialen Themen nicht länger liegen lässt.“ Als langjähriger Mitarbeiter der Abteilung Jugend und Soziales mit Führungsverantwortung kenne sich Haferanke sowohl in der Kreisverwaltung als auch in sozialen Belangen bestens aus. Matheis: „Thorsten ist der ideale Kandidat, um Amtsinhaber Ralf Leßmeister vom Thron zu stupsen.“
Für bezahlbaren Wohnraum
Ein Thema, mit dem Haferanke beim Wähler punkten möchte, ist der soziale Wohnungsbau: „Der Kreis sollte eine Wohnungsbau-Gesellschaft gründen. Die SPD hat dies im Kreistag schon mal vorgeschlagen, aber es ist leider nichts passiert. Dabei ist das Thema sehr wichtig.“ Denn bezahlbaren Wohnraum im Landkreis zu finden, sei für junge Leute und Familien ebenso wie für ältere Menschen vor der Rente, die sich in puncto Wohnen verkleinern wollten, in einigen Teilen des Landkreises sehr schwierig. Auch die Umwelt- und Verkehrspolitik ist dem Familienvater sehr wichtig, wie er sagt: „Wir müssen uns dem Klimawandel stellen. Daher muss ein Landrat sich – mit Maß und Ziel, ohne Wildwuchs – für mehr regenerative Energien einsetzen.“ Die dauernden Ausfälle der Lautertalbahn, aber auch auf anderen Bahnstrecken im Kreis sind dem Olsbrückener ein Dorn im Auge: „Wenn der Zug nicht fährt, dann kommen die Kinder nicht heim und die Eltern müssen einspringen“, berichtet er aus eigener Erfahrung. Dass der Bahnverkehr zuverlässiger wird, dafür wolle er sich als Landrat stark machen. „Da haben wir extremen Nachholbedarf“, übt er Kritik am Amtsinhaber. Auch gegen das Gefühl der Unsicherheit, das viele Menschen beherrsche, wolle er mit einem personell gut ausgestatteten Ausländer- und Ordnungsamt etwas tun. „Wir haben gute Gesetze. Wenn man sie umsetzt, ist viel erreicht.“ Weitere Themen, die der SPD-Mann im Fokus hat, sind eine bürgernahe Verwaltung, gut ausgestattete Kreis-Schulen, die Einführung der Gelben Tonne und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Die Gemeindeschwester plus solle es künftig kreisweit geben.
Ministerpräsident als Gastredner
Die Delegierten quittieren Haferankes Vortrag mit lang anhaltendem Applaus. Eine Lanze für den Kandidaten bricht Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der als prominenter Gastredner die Genossen auf den bevorstehenden Landratswahlkampf einschwört: „Von dem schlechten SPD-Ergebnis bei der Bundestagswahl darf man keine Rückschlüsse auf die hiesige Landratswahl ziehen“, betont er und verweist auf den Wahlsieg der SPD in Hamburg. Es lohne sich, zu kämpfen, denn jede Wahl sei anders, und das Ergebnis bei der Landratswahl im Kreis Kaiserslautern könne für die SPD deswegen auch ganz anders ausfallen als bei der Bundestagswahl, denn die Wähler träfen differenzierte Entscheidungen. Thorsten Haferanke sei der richtige Mann, um für die SPD zu punkten. „Er ist ein starker Kandidat mit starken Themen, der die volle Unterstützung verdient, denn er wäre ein hervorragender Landrat“, findet der Ministerpräsident. Dass CDU-Amtsinhaber Ralf Leßmeister nun Konkurrenz bekommt, begrüßt Schweitzer ausdrücklich: „In einer guten Demokratie ist Konkurrenz das Salz in der Suppe. Und diese Würze braucht auch der Landkreis Kaiserslautern.“
Die Spitzen der Kreis-SPD werben – teils per Videobotschaft – bei den Genossen gleichfalls um Unterstützung für den 50-jährigen Kandidaten aus dem Lautertal. Und Landrat a. D. Rolf Künne, der Haferanke 2003 in der Kreisverwaltung eingestellt hatte, befindet: „Thorsten kann Landrat!“
Bei der Abstimmung sprechen sich 54 der 55 Delegierten für die Nominierung des Olsbrückeners aus. „Ich bin überwältigt von diesem Ergebnis“, freut sich dieser und gibt sich als „bekennender Betzefan“ siegessicher: „Am 18. Mai ist nicht nur Landratswahl, sondern auch der letzte Spieltag des FCK. Am Ende des Tages sind die roten Teufel dann in der Bundesliga und der Landkreis hat einen roten Landrat.“