Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Landratswahl 2025: Wie die Kandidaten mehr Geld in die Kreis-Kasse bringen wollen

Der Haushalt des Landkreises Kaiserslautern ist im Minus.
Der Haushalt des Landkreises Kaiserslautern ist im Minus.

Der Landkreis Kaiserslautern kämpft mit einem defizitären Haushalt. Wie die Kandidaten Ralf Leßmeister (CDU) und Thorsten Haferanke (SPD) die Situation verbessern wollen.

Gewählt wird der neue Landrat am 18. Mai. Wo sehen der Christdemokrat Ralf Leßmeister, der gerne noch eine Amtsperiode dranhängen würde, und der SPD-Mann Thorsten Haferanke Möglichkeiten, Geld einzusparen und die Einnahmen des Landkreises zu steigern?

In der Modernisierung der Verwaltung, der Energieeinsparung und der Effizienzsteigerung bei öffentlichen Ausgaben sieht Amtsinhaber Ralf Leßmeister (CDU), Einsparmöglichkeiten. Durch digitale Antragsverfahren, automatisierte Prozesse und vor allem interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Personal- und Verwaltungskosten senken, so der 57-Jährige. Mit der Einführung eines Klimaschutzkonzepts, eines Energiemanagements und kreiseigenen Fachkräften unterstütze der Kreis die Kommunen bereits beim Energiesparen. „Durch die energetische Sanierung des Kreishauses, den Ausbau von PV-Anlagen über die Kreisenergiegesellschaft und die Teilnahme am KIPKI-Programm des Landes setzen wir gezielt auf nachhaltige Maßnahmen“, führt Leßmeister weitere Beispiele auf. Zahlreiche E-Autos im kreiseigenen Fuhrpark und flächendeckende Schnell-Ladesäulen ergänzten diese Strategie. Diese Maßnahmen sollen weiter vorangetrieben werden. Die Kommunen sollen künftig von einer neuen Fachkraft für Klimaanpassungsmanagement noch besser unterstützt werden, gibt der Kreischef einen Ausblick.

Der „passgenaue Einsatz“ von Förderprojekten könne helfen, Mittel effektiver zu nutzen und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Durch enge Kooperation mit den benachbarten Landkreisen habe der Kreis mit einem gemeinsamen Strukturlotsenprojekt die Basis gelegt, damit keine finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten ungenutzt blieben. Dies soll künftig mit einem gezielten Fördermittelmanagement weiter verstetigt werden.

Wirtschaftsfreundliches Klima schaffen

Um mehr Geld in die Kreis-Kasse zu bekommen, will der Hütschenhausener die Ansiedlung von Unternehmen fördern. „Ein wirtschaftsfreundliches Klima zieht neue Unternehmen an, die Arbeitsplätze schaffen und Gewerbesteuereinnahmen generieren.“ Dazu gehören laut dem Kreischef auch vereinfachte Genehmigungsverfahren, gezielte Standortförderung und Investitionsanreize sowie der geplante gemeinsame Zweckverband mit der Stadt Kaiserslautern. Dieser soll Industrie- und Gewerbeflächen bereitstellen.

Auch Thorsten Haferanke (SPD) sieht Einsparpotenziale durch die Zusammenarbeit von benachbarten Landkreisen und Kommunen, neben dem Bürokratieabbau und der Digitalisierung in der Verwaltung. Gespart werden kann seiner Ansicht nach auch durch die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude.

Wie das umgesetzt werden soll? „Die Bündelung von Aufgaben mit Nachbarlandkreisen oder Kommunen kann Synergien schaffen, Kosten senken und die Effizienz der Verwaltung steigern.“ Als Beispiele nennt der Olsbrückener die Zusammenlegung spezialisierter Verwaltungsaufgaben wie Kindertagespflege oder Bauaufsicht. Hierbei würden die Personalkosten refinanziert.

Interkommunale Zusammenarbeit der Schlüssel

Ineffiziente Verwaltungsprozesse bänden personelle Ressourcen und verursachten unnötige Kosten, gibt Haferanke, der bei der Kreisverwaltung im Bereich Jugend und Soziales Personalverantwortung trägt, zu bedenken. „Durch die Digitalisierung von Antragsverfahren und die Optimierung interner Abläufe können wir den Service für die Bürger verbessern und gleichzeitig die Kosten reduzieren“, sagt der 50-Jährige. Durch gezielte Investitionen in erneuerbare Energien und energieeffiziente Infrastruktur könnten langfristig die Betriebskosten öffentlicher Gebäude gesenkt werden.

Die erneuerbaren Energien und die Wirtschaftsförderung sieht Haferanke als Schlüssel dafür, dass künftig mehr Geld in die Kreis-Kasse fließt: Gerade in dem Ausbau erneuerbarer Energien erkennt der Sozialdemokrat gleich mehrere Chancen: „Wind- und Solarparks bieten nicht nur eine umweltfreundliche Energiequelle, sondern können auch zusätzliche Einnahmen für den Landkreis generieren. Kommunale Beteiligungsmodelle könnten hier die Finanzierung erleichtern und Bürgerinnen und Bürger direkt profitieren lassen“, so Haferanke.

Daneben steht die Stärkung der Wirtschaft und der Attraktivität des Standorts auf seiner Agenda: Eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft einerseits und auch geplante Wohn-Projekte andererseits, böten die Chance, lokale Handwerks- und Wirtschaftsbetriebe zu stärken.

Podiumsdiskussion

Bei der RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion am Mittwoch, 23. April, können die Bürger die beiden Bewerber im direkten Vergleich erleben. Christian Clemens, Leiter der Lokalredaktion Kaiserslautern, wird ihnen auf den Zahn fühlen. Welche Fragen möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser, gerne von den Landratskandidaten beantwortet haben? Schicken Sie uns ihre Fragen bis Dienstag, 22. April, an die Mailadresse redkai@rheinpfalz.de. Christian Clemens wird die Bewerber mit einer Auswahl davon konfrontieren. Das Wahlforum im Congress Center Ramstein (CCR), Am Neuen Markt 4, beginnt um 18.30 Uhr (Einlass: 18 Uhr). Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

RHEINPFALZ-Wahlblog

Wissenswertes rund im die Landratswahl im Kreis Kaiserslautern finden Sie in unserem RHEINPFALZ-Wahlblog unter www.rheinpfalz.de/blogland.

Thorsten Haferanke.
Thorsten Haferanke.
Ralf Leßmeister.
Ralf Leßmeister.
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