Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Landratswahl 2025: Welche Themen die Kandidaten angehen wollen

Die Ortsgemeinde Sembach hat den Neubau von Wohnungen gefördert: Auf dem Gelände des alten Pariser Hofes wurden zwei Mehrfamilie
Die Ortsgemeinde Sembach hat den Neubau von Wohnungen gefördert: Auf dem Gelände des alten Pariser Hofes wurden zwei Mehrfamilienhäuser gebaut. Das Areal war von der Gemeinde gekauft worden.

Am 18. Mai sind Landratswahlen. Was sind die zwei wichtigsten Themen, die die beiden Kandidaten Ralf Leßmeister (CDU) und Thorsten Haferanke (SPD) angehen wollen?

Für den Sozialdemokraten Thorsten Haferanke sind die beiden Themen Wohnen und Ordnung derzeit am drängendsten.

Wohnen: Der SPD-Mann spricht sich für eine kreisweite Vergabestelle aus, bei der die Kommunen zusammenarbeiten sollen. Baugenehmigungen sollten deutlich schneller als bisher entschieden werden. „Wohnraum für alle“ sollte mit einer kreisweiten Wohnbaugesellschaft geschaffen werden.

„Bezahlbarer Wohnraum ist ein drängendes Problem in unserem Landkreis. Angesichts steigender Mieten und eines begrenzten Angebots müssen wir alternative Wege beschreiten, um Wohnraum für alle Einkommensgruppen zu sichern“, hält Haferanke fest. Sozialer Wohnungsbau sei dabei ein wesentlicher Baustein, aber nicht die einzige Lösung, so der 50-Jährige, der auf eine umfassende Wohnraumstrategie setzt: „Die Identifizierung und Nutzung von Leerständen in den Gemeinden, die Optimierung der Verwaltungsprozesse im Bauamt, um Bauprojekte effizienter und bürgerfreundlicher zu gestalten.“ Haferanke schlägt zudem vor, zu prüfen, inwieweit Kommunen kooperieren können, um Baumaßnahmen wirtschaftlicher und nachhaltiger durchzuführen. Daneben will der Sozialdemokrat innovative Wohnmodelle, bei denen energetisch optimierte Wohnungen zu stabilen Preisen angeboten werden können, fördern.

Zum Thema Wohnen zählt für den SPD-Mann auch eine zuverlässige ÖPNV-Anbindung.

Ordnung: Die Menschen in unserem Landkreis hätten ein Recht auf Sicherheit, sagt Haferanke zum Thema Ordnung. Trotz niedriger Kriminalitätsraten fühlten sich viele Menschen subjektiv unsicher. Oft entstehe Unzufriedenheit, wenn Straftäter als unzureichend bestraft wahrgenommen würden. Auch abgelehnte Asylbewerber stünden unter großem Druck und befänden sich in einer psychisch belastenden Wartezeit.

„Um Sicherheit erlebbar zu machen“, braucht es nach Ansicht des Sozialdemokraten „ein personell und organisatorisch gestärktes Ausländeramt sowie eine effiziente Ordnungsbehörde“. Gesetze zur inneren Sicherheit sollten konsequent angewendet werden, so Haferanke, der dafür plädiert, dass es eine enge Zusammenarbeit der Polizei und der Ordnungsämter der Verbandsgemeinden geben sollte. „Mein Ziel ist eine starke Verwaltung und präventive Maßnahmen für ein spürbar sicheres Umfeld“, fasst Haferanke zusammen.

Leßmeister: „Wirtschaft weiter stärken“

Die beiden Themenkomplexe wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und Fachkräftesicherung sowie Stärkung der Infrastruktur und Mobilität im Landkreis stehen bei Amtsinhaber Ralf Leßmeister (CDU) ganz vorne auf der Agenda.

Wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und Fachkräftesicherung:

Die Unternehmen, der Mittelstand und das Handwerk seien das Rückgrat unserer Wirtschaft und bei ihm absolute Chefsache, so Leßmeister. Die gemeinsame Gewerbe- und Industrieflächen-Potentialanalyse mit der Stadt Kaiserslautern helfe, wirtschaftliche Entwicklung gezielt zu steuern. Zukünftig wolle er die regionale Wirtschaft weiter stärken mit der Gründung eines Industrie- und Gewerbeflächen-Zweckverbandes, der Umsetzung eines „Masterplans Westpfalz“ und der gezielten Bereitstellung neuer Gewerbeflächen.

Zum Thema Fach- und Arbeitskräftemangel sagt Leßmeister: „Hier müssen wir gemeinsam mit Schulen, Betrieben und Bildungseinrichtungen gezielt gegensteuern und in gute Schul- und Kita-Infrastruktur investieren.“ Er setze sich auch dafür ein, berufliche Ausbildung attraktiver zu machen, Weiterbildungsmöglichkeiten auszubauen und Fachkräfte aus dem In- und Ausland gezielt für die Region zu gewinnen.

Stärkung der Infrastruktur und Mobilität im Landkreis:

Ein gut ausgebautes Mobilitäts- und Infrastrukturangebot sei entscheidend für die Zukunft des Landkreises, unterstreicht der 57-Jährige. Durch den Ausbau der Ruf-Taxen, den Aufbau eines Bürgerbus-Netzwerks und mit einem umfangreichen Nachtbus-Angebot habe der Kreis bereits bedeutende Fortschritte erzielt. Zudem werde der Lückenschluss der S-Bahn-Strecke zwischen Kaiserslautern, Homburg und Zweibrücken unterstützt und das Kreisstraßenprogramm konsequent umgesetzt.

Dank eines „Breitbandkoordinators“ bei der Kreisverwaltung sowie gezielter Förderprogramme seien eine umfassende Breitbandversorgung realisiert und Mobilfunklöcher reduziert worden. Zukünftig soll auch das Radverkehrskonzept weiterentwickelt, das Nachtbus-Angebot optimiert und der Breitbandausbau mit Glasfaser flächendeckend weiter vorangetrieben werden.

Größere Flächen für ansiedlungswillige Firmen wie im Industriezentrum Westrich in Ramstein-Miesenbach sind im Landkreis Kaisersl
Größere Flächen für ansiedlungswillige Firmen wie im Industriezentrum Westrich in Ramstein-Miesenbach sind im Landkreis Kaiserslautern rar. Die politisch Verantwortlichen müssen sich für dieses Problem in den nächsten Jahren Lösungen überlegen.
Thorsten Haferanke.
Thorsten Haferanke.
Ralf Leßmeister.
Ralf Leßmeister.
x