Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Landesforsten tritt „Holz von Hier“ bei

Ebenfalls dem Umweltlabel beigetreten sind das Großsägewerk Rettenmeier in Ramstein-Miesenbach (Foto) und das Holzbauunternehmen
Ebenfalls dem Umweltlabel beigetreten sind das Großsägewerk Rettenmeier in Ramstein-Miesenbach (Foto) und das Holzbauunternehmen CL Tech in Kaiserslautern, die mit Landesforsten eine geschlossene Liefer- und Verarbeitungskette für regional nachwachsendes Holz aus der Westpfalz und dem Pfälzerwald bilden.

Am Forstamt Kaiserslautern wurde jetzt ein Stückchen Geschichte geschrieben – zumindest was die Themen Waldwirtschaft, Umweltschutz und Nachhaltigkeit betrifft. Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder unterzeichnete dort vergangene Woche die Beitrittserklärung von Landesforsten zum Umweltzeichen „Holz von Hier“.

Mit dem Beitritt zu „Holz von Hier“ ist die Landesforstverwaltung von Rheinland-Pfalz der erste staatliche Forstbetrieb in Deutschland, der dem klimafreundlichen Holzvermarktungs-Netzwerk beigetreten ist. Das Umweltzeichen „Holz von Hier“ wurde bereits im Jahr 2012 als Herkunftsnachweis ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Lieferkette des nachwachsenden Rohstoffs Holz zu dokumentieren und transparent darzustellen. Damit soll es sowohl Firmen als auch Endverbrauchern auf möglichst einfache Art und Weise ermöglicht werden, zu erfahren, woher das Holz kommt und welchen Weg es bislang genommen hat. Damit unterscheidet sich „Holz von Hier“ nach eigenem Bekunden von anderen Umweltlabels, mit denen eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zertifiziert wird, da es konkret die Länge der Lieferkette beschreibt.

„In der Bundesrepublik so bisher einmalig“

Die Prüfung und der Beitritt für Betriebe in der Lieferkette sind einfach gehalten, sie erfolgen fremdüberwacht und digital. „Holz ist nicht gleich Holz, denn regional erwirtschaftete Holzprodukte sparen gegenüber Importprodukten aus dem Ausland Transportwege und damit CO2 ein. Das Umweltzeichen ,Holz von Hier’ macht die Lieferkette transparent. So wird nachvollziehbar, aus welcher Region das für das Produkt verwendete Holz stammt und wie nachhaltig bei der Herstellung gewirtschaftet wurde“, erklärte die Klimaschutzministerin Katrin Eder bei der Vertragsunterzeichnung. Ebenfalls dem Umweltlabel beigetreten sind das Großsägewerk Rettenmeier in Ramstein-Miesenbach und das Holzbauunternehmen CL Tech in Kaiserslautern, die mit Landesforsten eine geschlossene Liefer- und Verarbeitungskette für regional nachwachsendes Holz aus der Westpfalz und dem Pfälzerwald bilden.

Sägewerke, Zimmereien und Endkunden können, so die Ministerin weiter, mit „Holz von Hier“ regionale Holzprodukte beziehen, deren Lieferkette transparent, nachhaltig und entwaldungsfrei nachgewiesen werden kann. „Das ist in der Bundesrepublik so bisher einmalig, da Landesforsten als erster staatlicher Forstbetrieb zu dem Netzwerk stößt“, erklärte Eder.

Höhere Standards für den Umweltschutz umsetzen

Im Förderprogramm „Klimabündnis Bauen – nachwachsende und kreislaufeffiziente Rohstoffe stärken“ sei das Vorhaben, dem Umweltlabel beizutreten und regional nachwachsendes Holz einzusetzen, bereits im Mai 2022 verankert worden. Seitdem arbeite Rheinland-Pfalz kontinuierlich daran, mehr regionales Holz im öffentlichen und privaten Bauwesen, in der Brennholz- und Pelletbeschaffung für Liegenschaften des Landes, aber auch bei funktionalen Gebäuden und Einrichtungen von Landesforsten zu nutzen. Das Umweltzeichen trage dazu bei, so Eder weiter, höhere Standards für den Umweltschutz und die Transparenz auf dem Holzmarkt umzusetzen. Es helfe zudem dabei, dass das Land seinen Klimaschutzzielen ein Stückchen näher rücke, da man zunehmend regionales Holz für öffentliche Bauvorhabend verwende.

Auch die Holzwirtschaft vor Ort profitiere durch das Umweltlabel, trage es doch zur Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe bei. „Die Kennzeichnung ermöglicht es Endverbrauchern, die Herkunft ihres Holzes zu überprüfen und sicherzustellen, dass es den höchsten Umweltstandards entspricht. Durch die Teilnahme an ,Holz von Hier’ können Unternehmen sowie Verbraucher aktiv zum Schutz des Klimas beitragen und gleichzeitig regionale Wertschöpfungsketten stärken“, heißt es von Seiten des Umweltlabels.

Umbau der Wälder wird unterstützt

Durch die Nachfrage nach zertifiziertem Holz aus der Region werde indirekt der klimaresiliente Umbau der heimischen Wälder zu artenreichen Mischwäldern unterstützt. Gleichzeitig könne durch den Einsatz von Holz, das den Standards des Umweltzeichens entspricht, durch Vermeidung langer Transportwege der CO2-Abdruck der Verbraucher deutlich reduziert werden. Ein produktspezifisches Zertifikat mit Identifikationsnummer ermögliche es, durch Eingabe auf der Website von „Holz von Hier“ zu überprüfen, ob das Zertifikat echt sei und ob das Produkt den Anforderungen an besonders umweltschonend produziertes und verarbeitetes Holz genügt.

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