Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Lärmschutz an der Bahnstrecke: Ein Plus an Lebensqualität

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Der Lärmschutz an der Bahnstrecke in Kindsbach, Hauptstuhl und Landstuhl ist fast fertig. Wie sich das auf die Gesundheit auswirken kann, ist Thema der Wochenendkolumne.

Lärm ist ein Stressfaktor. Er kann das autonome Nervensystem und das hormonelle System im menschlichen Körper aktivieren. Als Folge kommt es zu Veränderungen bei Blutdruck, Herzfrequenz und anderen Kreislauffaktoren. Der Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus, die ihrerseits in Stoffwechselvorgänge des Körpers eingreifen. Das schreibt das Bundesumweltamt. Demnach kann zu viel Schall nachhaltige gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Schäden hervorrufen. Dies kann schon bei niedrigeren Schallpegeln passieren, zum Beispiel bei Verkehrslärm. Zu den möglichen Langzeitfolgen chronischer Lärmbelastung gehören neben Gehörschäden somit auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, bestimmte Herzkrankheiten, einschließlich Herzinfarkt. Wichtig zu wissen auch: Der menschliche Organismus reagiert während der nächtlichen Ruhephase auf Lärm empfindlicher als in der aktiven Phase am Tag, zitiert das Bundesumweltamt aktuelle Forschungsergebnisse. In diesen werde deutlich, wie wichtig Lärm mindernde Maßnahmen zum Schutz der Nachtruhe seien, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Daher ist es für die Menschen in Landstuhl, Kindsbach und Hauptstuhl eine gute Nachricht, dass die Schallschutzwände an der Bahnstrecke dort so gut wie fertiggestellt sind. Das bedeutet deutlich mehr Lebensqualität! Über zehn Jahre hat es gedauert, bis die Bahn dort ihr Versprechen eingelöst hat, die Anwohner der viel befahrenen Strecke vom Lärm vorbeidonnernder Personen- und der besonders lauten Güterzüge zu entlasten. Bereits 2013 hatten die Vorbereitungen für die Lärmsanierung begonnen. Ursprünglich wollte die Bahn die Lärmschutzwände bereits 2016/17 aufstellen. Doch außer Infoveranstaltungen für die Anwohner passierte in den Folgejahren in der Verbandsgemeinde Landstuhl nichts. Auf mehreren Hundert Meter Länge wurden schließlich seit Mitte 2024 in den Gemeinden drei Meter hohe Lärmschutzwände errichtet. In Kindsbach hatte die Deutsche Bahn am Dienstag als symbolischen Schlussakt ein letztes Lärmschutzelement in die Wand eingesetzt. Rund 11,2 Millionen Euro investierte das Unternehmen in die insgesamt sechs neuen Schallschutzwände, die zusammengenommen 4654 Meter lang sind. Die Lärmschutzmaßnahmen werden noch ergänzt: So sollen 620 Wohneinheiten an der Strecke noch mit speziellen Lüftern und Fenstern ausgestattet werden.

Seit vielen Jahren beklagen auch die Hochspeyerer den Lärm und die Vibrationen durch die Züge. Dort verläuft die viel befahrene Bahnstrecke mitten durch die Gemeinde. Auch hier laufen die Vorbereitungen zum Bau der Lärmschutzwände seit gut zehn Jahren: Der Gemeinderat hat die notwendigen Beschlüsse längst gefasst, sogar Farbe und Fabrikat für die Wände sind schon ausgesucht. Doch die Lärmgeplagten werden sich noch gedulden müssen. Vor drei Jahren hatte die Bahn den für 2022 angekündigten Bau der Lärmschutzwände auf 2025 verschoben. Passiert ist seitdem noch nichts. Ein Anruf bei Silke Brunck, Bürgermeisterin der VG Enkenbach-Alsenborn, ergibt: Auch die Verwaltung hat keine neuen Informationen. Mit einer interaktiven Karte informiert die Deutsche Bahn über den Stand ihrer Lärmschutzmaßnahmen. Hochspeyer ist dort mit einem roten Punkt versehen – was bedeutet: „In Planung“.

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