Kreis Kaiserslautern Kusel/Kaiserslautern: Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst Westrich weiht neue Räume ein

In Kusel werden die neuen Raume eingeweiht.
In Kusel werden die neuen Raume eingeweiht. Foto: Sayer

„Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben, aber jedem Tag neues Leben.“ Das steht in den neuen Räumen des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Westrich an der Wand. Am Freitag, 8. November, 13 Uhr, werden die neuen Räume in der Remigiusbergstraße 10 in Kusel eingeweiht.

Die Begleitung und Unterstützung schwer kranker und sterbender Menschen mit ihren Angehörigen steht im Mittelpunkt der Hospiz-Arbeit. Ziel ist es, den Menschen in der letzten Lebensphase, wenn möglich in der vertrauten Umgebung, zu helfen, damit sie in Frieden sterben können.

Koordinatorin Sabine Hübner erläutert im Gespräch mit der RHEINPFALZ, dass der Dienst die Verbandsgemeinden Kusel-Altenglan, Bruchmühlbach-Miesau, Oberes Glantal, Landstuhl, Ramstein-Miesenbach und Lauterecken-Wolfstein umfasst. Träger sind der Caritasverband und die Ökumenischen Sozialstationen Brücken und Kusel-Altenglan. Ehrenamtliche Hospizgruppen sind in Ramstein, Lauterecken und Kusel.

Hübner ist für die Gewinnung, Qualifizierung, Fortbildung und Begleitung der Ehrenamtlichen zuständig – zurzeit sind es 45. Die monatlichen Treffen dienen der Weiterbildung, der Reflexion und dem Erfahrungsaustausch. Die hauptamtlichen Fachkräfte und die ehrenamtlichen Hospizbegleiter versuchen, Kranken und Angehörigen Halt und Beistand zu geben und auch einen christlichen Auftrag zu erfüllen.

Vor allem Frauen aktiv

Wie die Koordinatorin informiert, sind 80 Prozent der Ehrenamtlichen Frauen. Sie hofft darauf, die Männer-Quote steigern zu können. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen auf Wunsch für ein paar Stunden in die Häuser und sind Gesprächspartner oder Begleiter. Die hauptamtlichen Hospizfachkräfte übernehmen etwa die palliative Beratung. Die Begleitung der Betroffenen und der Angehörigen erfolgt kostenfrei. Alle Mitarbeitenden im Hospizdienst unterliegen der Schweigepflicht. Wichtig ist der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung.

Hella Lang aus Breitenbach ist seit 2013 ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin und erklärt, dass nach Seminaren und Praktikum ein Zertifikat ausgestellt wird, das zur Arbeit berechtigt. Sie war schon in der Nachbarschaft tätig. Es gebe aber auch Menschen, die Begleiter aus anderen Orten wünschten. Ihre Beweggründe für diese doch auch schwierige Arbeit: „Mir geht es gut, und ich möchte etwas Sinnvolles machen, auch wenn der Tod oft ein Tabuthema ist.“ Sie nehme auch selbst etwas aus der Arbeit mit. Auch miteinander zu lachen, gehöre dazu. „Ich will dem Kranken beistehen und ihn nicht als Sterbenden sehen“, betont sie.

Schon 15 Jahre dabei

Margit Durst aus Herschweiler-Pettersheim ist schon fast 15 Jahre dabei. Sie sieht diese Aufgabe als „Dienst am Nächsten“. Die Begleitung von Menschen auf der letzten Wegstrecke gebe oft Angehörigen etwas Freiraum für ihre Bedürfnisse. „Manchmal gibt es Zeiten nur zum Zuhören, manchmal aber auch Zeiten nur zum Schweigen“, berichtet sie.

Margit Durst weiß, dass oft die ambulante Hospizhilfe mit der stationären Hilfe verwechselt wird. Die ehrenamtlichen Helfer sind nur im häuslichen Bereich oder in Alten- oder Pflegeheimen tätig, nicht aber im stationären Hospiz. Einmal im Jahr findet ein gemeinsamer Gottesdienst mit den Angehörigen, den Hospizfachkräften und Ehrenamtlichen in Kusel statt, bei dem der Verstorbenen gedacht wird.

Info

Im neuen Jahr findet wieder ein Befähigungsseminar zur ehrenamtlichen Mitarbeit und Qualifikation im ambulanten Hospizdienst statt, das ein Grundseminar und einen Aufbaukurs umfasst. Infoabende sind am 14. November um 18.30 Uhr in Kusel, Remigiusbergstraße 10, und am 19. November um 18.30 Uhr bei der Sozialstation Brücken, Paulengrunderstraße 10. Anfragen, Hospizwünsche oder Informationen unter Telefon 06381/9961147 oder hospiz.kusel@caritas-speyer.de.

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