Kreis Kaiserslautern Kurze Wege zur Therapie

Seit 2008 ist die Autismusambulanz der Reha-Westpfalz in Landstuhl Anlaufstelle für Betroffene und Familien. Eingerichtet wurde sie mit Unterstützung der Aktion Mensch.
Sonja Tijman, Heilpädagogin an der Reha-Westpfalz im Gemeinschaftswerk für Menschen mit Behinderungen GmbH, erzählt die Erfolgsgeschichte von Robin. Der Autist, mit Tics, Tourette-Syndrom und Zwängen suchte seit 1999 verschiedene Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe auf, kam in Therapien. Zwar besuchte der hochbegabte Junge eine IGS im Landkreis Kaiserslautern, allerdings ohne schulische Integrationshilfe. Ohne umfassendes therapeutisches Konzept geriet er in Krisen, die 2009 ihren Höhepunkte erreichten. Mit einer Axt schlug der Schüler zu Hause auf verschiedene Gegenstände ein. Die Eltern suchten daraufhin den Rat der Autismusambulanz der Reha-Westpfalz in Landstuhl auf. Die gab es damals gerade mal ein Jahr und entpuppte sich als Glücksfall für Robin. Er machte Abitur und studiert heute Informatik an einer Universität.
272 Mädchen und Jungen sind in den vergangenen fünf Jahren in der Autismusambulanz, die im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) der Reha-Westpfalz angesiedelt ist, vorgestellt worden. Bei lediglich 24 wurde Autismus ausgeschlossen. 78 Kinder kamen aus dem Landkreis Kaiserslautern, 52 aus der Stadt, 45 aus dem Landkreis Kusel, 28 aus dem Landkreis Südwestpfalz, 29 aus der Stadt Pirmasens, 16 aus Zweibrücken und 24 aus anderen Kommunen. Zurzeit werden 44 autistische Kinder betreut, hauptsächlich im Schulalter. 29 Kinder sind zwischen sieben und 14 Jahre alt, erläutert Martin Phieler, Leiter der Reha-Westpfalz.
Zehn Kinder stehen auf der Warteliste, die Wartezeit beträgt drei Monate. Grund dafür ist die umfassende und zeitaufwändige Diagnose.