Kreis Kaiserslautern Kreativität ist gefragt

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Um die Schließung der beiden Zwergschulen Frankenstein und Linden zu verhindern, machen die Verantwortlichen und Betroffenen mobil. Die von der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) geforderten Stellungnahmen zu den Leitlinien des Bildungsministeriums sind formuliert. Ein Konzept war in Frankenstein schon im Hinterkopf, in Linden wird es erarbeitet.

Das Bildungsministerium hat Ende Januar angekündigt, alle Grundschulen, die weniger als eine Klasse pro Stufe haben, auf den Prüfstand zu stellen; darunter fallen Frankenstein und Linden (wir berichteten mehrfach). Die daraufhin herausgegebenen „Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot“ besagen lediglich, dass „in besonderen Fällen Ausnahmen von der Mindestgröße“ zulässig seien, wenn Schulen diese „nur vorübergehend nicht erreichen“. Dies ist jedoch weder in Linden noch in Frankenstein absehbar. Doch der Widerstand in beiden Orten ist groß. Lindens Ortsbürgermeister Uwe Unnold (FWG) und gleichzeitig Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd versteht nicht, dass ein System, das sich seit fast 15 Jahren bewährt hat und schon einmal in den 1960er Jahren bestand, plötzlich nicht mehr gut genug sein soll. Auch das Argument der Kosten zieht für ihn nicht. Die Ortsgemeinde habe „in den letzten zehn Jahren zur Sanierung des Gebäudes, ohne einen einzigen Landeszuschuss, über 300.000 Euro investiert“, plus technischer Ausstattung von 15.000 Euro, schreibt er in der geforderten Stellungnahme zu den Leitlinien. Da die Schüler bei einer Schließung nach Queidersbach gehen müssten, gebe es auch personell keinen Spareffekt. Die Entscheidung über eine Schließung trifft die ADD, doch sowohl Linden als auch Frankenstein versuchen zur Untermauerung die Unterstützung aus dem Umfeld deutlich zu machen. In Linden wie Frankenstein werden Unterschriften gesammelt, Unnold will Internetpetitionen bewerben, Frankensteins Ortsbürgermeister Eckhard Vogel (FWG) hat sich Unterstützung von verschiedenster politischer Seite zusichern lassen. Kosten für Schülerbeförderung und eventuell nötige Umbaumaßnahmen in Queidersbach lässt der Lindener Ortsbürgermeister nun berechnen. Über die Beförderung der Kinder nach Hochspeyer, wohin die Frankensteiner gehen müssten, hat sich Vogel bereits beim Landkreis schlau gemacht: Die Erste Beigeordnete Gudrun Heß-Schmidt (CDU) kommt zu dem Schluss, dass die S-Bahn nicht zumutbar sei und ein Busverkehr eingerichtet werden müsse, für ungefähr 50.000 Euro pro Jahr. In den Leitlinien ist als Ausnahme-Kriterium lediglich eine Fahrzeit von über 30 Minuten genannt, weshalb Jürgen Wenzel (CDU), für Schulen zuständiger Beigeordneter der VG Enkenbach-Alsenborn, darauf nicht setzt. „Die ADD würde uns sofort nachweisen, dass die Beförderung möglich ist. Und zudem ist das Kriterium Erreichbarkeit in den Leitlinien ja schon genannt.“ Deshalb will er zusammen mit Vogel erreichen, dass in die Leitlinien ein besonderes pädagogisches und didaktisches Konzept als Ausnahme aufgenommen wird. Denn nach der Stellungnahme muss innerhalb eines halben Jahres ein Konzept bei der ADD eingehen. Als Ausschussmitglied im Bezirksverband Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen kam Vogel schon vor einiger Zeit auf die Idee, Frankenstein zur Biosphären-Modellschule zu machen, mit Schwerpunkt auf ökologischen Themen. „Nun war der Zeitpunkt, diese Idee hervorzuholen.“ Die Kinder sollen frühzeitig für Umweltthemen sensibilisiert werden, der „Gleichklang zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem“ soll wieder hergestellt werden. Auch fächerübergreifender Unterricht schwebt Vogel vor, der mit Schulleitung und Elternbeirat zusammen am Konzept arbeitet. Beim Besuch des Schulrates erfuhr er zudem vom Konzept der „Familienklassen“, also vier Stufen in einem Unterricht, das in Kirchheimbolanden freiwillig praktiziert wird. „Skandinavien arbeitet auch danach – und erfolgreich, wie Pisa uns zeigt“, untermauert Vogel seine Idee. |gzi

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