Meinung
Kommandowechsel bei US-Army: Irgendwie surreal
Es war eine Militärzeremonie bei den US-Streitkräften, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten zigmal innerhalb der Militärgemeinde Kaiserslautern stattgefunden hat. Ein Kommandowechsel im üblichen Turnus, geladen sind Militärs, aber eben auch die deutschen Nachbarn aus der Zivilgesellschaft. Es geht teilweise sehr emotional zu, vor allem dann, wenn der alte und der neue Kommandeur ihren Familien danken. Das hat bei den Amerikanern ebenso Tradition, wie auf das gute Zusammenspiel mit den Alliierten und die Freundschaft mit den deutschen Nachbarn abzuheben. All das wirkt nach wie vor glaubwürdig, schließlich sind viele der Soldaten seit Jahren in der Westpfalz zu Hause, man kennt und schätzt sich.
Und doch hatte dieser jüngste Kommandowechsel beim 21. Theater Sustainment Command, diesmal auf dem Sembacher Heuberg ausgerichtet, etwas Surreales. Denn es hilft ja nichts: Selbst wenn alles wirkt wie immer, verirren sich die Gedanken während der Zeremonie an den aktuellen Präsidenten im Weißen Haus und seine Politik , seine Haltung gegenüber den seit Jahrzehnten Verbündeten. Es ist nicht einfach, diese beiden Seiten zusammenzubringen. Vielleicht geht das auch gar nicht, vermutlich bleibt den Menschen in der Region, ob deutsche Gastgeber oder US-Militär, nichts anderes übrig als business as usual in der Hoffnung, dass diese gewachsene Verbindung stärker wiegt als erratisches Handeln à la Trump.
