Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Kolumbarium steht kurz vor der Eröffnung

Platz für 660 Urnen: Noch sind die weißen Marmorplatten auf den Urnenkammern nicht beschriftet, aber erste Anwartschaften auf ei
Platz für 660 Urnen: Noch sind die weißen Marmorplatten auf den Urnenkammern nicht beschriftet, aber erste Anwartschaften auf einen Platz sind bereits verkauft.

Die Urnenkirche in Ramstein-Miesenbach, das Kolumbarium, steht und wartet darauf, eingeweiht zu werden. Die Idee für den besonderen Bestattungsort hatten Maria und Werner Heinrich. Sie hoffen, dass die Arbeiten vor dem Bauwerk schnell abgeschlossen werden, damit die ersten Urnen bald beigesetzt werden können.

Wer sich vom Reichswald-Stadion her dem Schulhügel nähert, sieht schon von Weitem den hellgelb verputzten Turm des Kolumbariums, der neuen Urnenkirche in Ramstein-Miesenbach, zwischen den Häusern emporragen. Ein einfaches Kreuz ziert die Spitze des grauen Daches, so wie es wohl auch bei der Kirche, die rund 700 Jahre an derselben Stelle gestanden hat, einst der Fall war. „Von unserer Seite aus ist, bis auf die Endreinigung, alles fertig“, sagt Werner Heinrich. Er hatte gemeinsam mit seiner Frau Maria vor einigen Jahren die Idee zu dieser besonderen Bestattungsstätte und wartet nun darauf, dass sie offiziell eröffnet werden kann.

Ein wenig wird sich das Ehepaar allerdings noch gedulden müssen. Denn zurzeit werden vor dem Kolumbarium noch die Straße und die Parkplätze vom Bauhof hergerichtet. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen seien, erfolge die Einweihung, berichtet der Erste Beigeordnete der Stadt Ramstein-Miesenbach, Joachim Felka, in dessen Geschäftsbereich das Friedhofswesen fällt. Wann das genau sein werde, könne er momentan noch nicht sagen.

660 Urnenkammern

Im Inneren erinnern lediglich noch Folien, die Stühle, Bänke und den Tisch neben dem Rednerpult vor Schmutz schützen, sowie ein kleines mobiles Gerüst an eine Baustelle. Ansonsten ist alles an seinem Platz und könnte nach rund zwei Jahren Bauzeit in Betrieb genommen werden.

Das Herzstück des schlicht gehaltenen Kirchenraums sind die 660 Urnenkammern, die rechts und links des Mittelganges angeordnet wurden. Sollten diese in einigen Jahren alle belegt sein, könnten auf der Empore darüber weitere 1000 Kammern errichtet werden, teilt Werner Heinrich mit. Es bestehe bereits großes Interesse an den Plätzen, fügt Maria Heinrich hinzu. In den ersten acht Tagen, in denen eine Anwartschaft erworben werden konnte, seien bereits zehn verkauft worden.

2500 Euro kostet eine solche, die für zwei Plätze und eine Dauer von 50 Jahren ab der ersten Bestattung gilt. Hinzu kommen 750 Euro für die Pflege der Anlage sowie die eigentlichen Kosten für die Urnenbestattung. Finanziert wird der Unterhalt der Urnenkirche, die allen Menschen, egal welchen Glaubens, offensteht, durch die „Stiftung Kolumbarium Urnenkirche“. Etwaige Überschüsse aus den Anwartschaften sollen für wohltätige Zwecke in Stadt und Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach verwendet werden.

Kein Grabschmuck erlaubt

Auch Felka berichtet, dass er schon überlegt habe, ob er sich einen Platz reservieren lassen sollte. Seine Kinder wohnten weit weg, da biete sich eine solche pflegeleichte Grabstätte an. Denn außer der Inschrift auf der Marmorplatte ist kein Grabschmuck wie zum Beispiel Blumen erlaubt. Genau diese Zielgruppe – Menschen ohne oder mit weit entfernt lebenden Angehörigen – hatten die Heinrichs im Blick, als sie das Konzept für das Kolumbarium entwickelten. Sie sind dankbar dafür, dass alles so geworden ist, wie sie es sich vorgestellt haben – vom Standort über die Farbgebung bis hin zum großen Bild hinter dem altarähnlichen Tisch, das einen Bogen spannt vom Beginn des Christentums bis zum Glauben an das ewige Leben.

Hinweis

Informationen rund um das Kolumbarium gibt es auf der Internetseite der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach unter www.ramstein-miesenbach.de und dort unter dem Reiter Stadt und Kolumbarium.

Neuer Kirchenbau an altem Standort: Das Kolumbarium wurde auf den Fundamenten eines 1214 erstmals urkundlich erwähnten Gotteshau
Neuer Kirchenbau an altem Standort: Das Kolumbarium wurde auf den Fundamenten eines 1214 erstmals urkundlich erwähnten Gotteshauses auf dem Ramsteiner Schulhügel errichtet.
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