Kreis Kaiserslautern Knigge-Dinner: Gutes Benehmen kommt an

So geht’s richtig: Knigge-Trainerin Gerlind Hartwig (links) zeigt der Landjugend aus den Kreisen Kaiserslautern und Kusel , wora
So geht’s richtig: Knigge-Trainerin Gerlind Hartwig (links) zeigt der Landjugend aus den Kreisen Kaiserslautern und Kusel , worauf es beim Tischeindecken ankommt.

Um korrektes Verhalten und gutes Benehmen ging es beim Knigge-Dinner, das die Landfrauen für die Landjugend aus Kaiserslautern und Kusel organisiert hatten. Die lizenzierte Knigge-Trainerin Gerlind Hartwig gab im Hotel Rosenhof in Ramstein-Miesenbach Tipps. Der Zuspruch war groß, der Spaß riesig.

In festlicher Kleidung erscheinen die Mitglieder der Landjugend aus den Kreisen Kaiserslautern und Kusel zum Drei-Gänge-Menü in Ramstein im Hotel Rosenhof. Die jungen Männer tragen meist Jackett – Jeansträger sind aber auch dabei –, die Damen schicke Kleider oder elegante Hosen. Es ist sichtbar, die Landjugend kennt die Kleidungsetikette, verbiegt oder „verkleidet“ sich aber nicht für das erste Knigge-Dinner, das die Landfrauen anbieten.

Keineswegs aus der Mode

Wirklich viel Neues gibt es dann nach Auskunft der jungen Leute für sie auch gar nicht zu hören. „Das meiste ist bekannt“, urteilen etwa Maike und Sean O’Loughlin von der Landjugend Ramstein. Aber es sei ja nicht schlecht, manches ab und zu ins Bewusstsein zu rufen. Wenn sie im Alltag auf der Suche nach den Feinheiten des Miteinanders sind, dann gehen sie im Internet auf die Suche nach Antworten, so Sean O’Loughlin. Umgangsformen sind also keineswegs aus der Mode, auch wenn die Pöbeleien im Straßenverkehr, an der Kasse oder auf Facebook, Twitter und Co. den Eindruck erwecken. Jonas Winterhoff von der Landjugend Konken hingegen kennt auf alle Fragen des Abends eine perfekte und praktikable Antwort, nimmt aber nicht alles so wichtig. Es gebe Entscheidenderes als die Frage, wie genau die Messer beim Eindecken des Tisches ausgerichtet sein müssen, da sind sich alle einig. Trotzdem lohne sich so ein Seminar. „Macht Spaß“, sagt auch Florian Feick, obwohl er, wie er lachend gesteht, von der Gruppe einfach zur Teilnahme „verpflichtet“ wurde.

Respekt steht im Vordergrund

Wie betrete ich das Restaurant, wie rufe ich die Servicekraft, wie verhalte ich mich am Buffet, wie geht Small Talk, was ist mit der Reklamation? Bei solchen Fragen ist die Landjugend um keine Antwort verlegen. Nicht immer sind ihre Ansichten im Sinne von Gerlind Hartwig, der Knigge-Trainerin und Referentin des Abends. Aber weniger das Wissen, sondern der Respekt den anderen gegenüber stehe im Vordergrund, sagt sie zu Beginn. „Gute Umgangsformen geben Sicherheit“, findet die Referentin und ergänzt: „Wichtig ist, dass keiner wie die Axt im Walde haust.“ Dazu gehört auch, den allzu breiten Dialekt zurückzunehmen. Das funktioniert, die Landjugend kann auch Hochdeutsch und sie kann ordentlich diskutieren, etwa über Emanzipation, will sich begründen lassen, wieso der Herr der Dame die Tür aufzuhalten hat.

Keine Werbung nötig

„Das hier ist wirklich eine entspannte Atmosphäre“, fühlt sich die Referentin inmitten der Jugendlichen sichtlich wohl. Bedauerlich findet Hartwig, dass rund um Kaiserslautern, im Gegensatz zu anderen Regionen Deutschlands, solche Benimm-Seminare sonst überhaupt nicht nachgefragt seien. Es waren die Landfrauen, die den Knigge-Abend organisierten. Else Albrecht, die stellvertretende Kreisvorsitzende, hatte die Idee, und fand bei Ingrid Stach, der Vorsitzenden, offene Ohren. „Werbung mussten wir keine machen. Im Gegenteil, wir hatten viel mehr Anfragen als Plätze“, zeigt sich Stach begeistert. Die Landfrauen hatten für das Seminar Zuschüsse aus dem EU-Förderprogramms Leader beantragt. Diese wurden über die zuständige Lokale Arbeitsgruppe Westrich-Glantal bewilligt.

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