Wochenendkolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Kirche funktioniert, wenn sie rausgeht

hundeschwimmen

In vielen Kirchengemeinden herrscht sonntags das gleiche Bild vor: Der Pfarrer predigt vor leeren Kirchenbänken. Besser läuft es dagegen in Gemeinden, die ein Angebot machen, weg vom klassischen Gottesdienst: die Jugendstunde, der Kirchenchor oder der Besuchsdienst für Ältere, um ein paar Beispiele zu nennen. Denn wir Menschen sind „Gemeinschaftstiere“. Als soziale Wesen lieben wir das Zusammensein mit anderen, das gemeinsame Musizieren und Feste feiern. Es hilft uns, wenn wir getröstet werden, nachdem wir einen lieben Menschen verloren haben. Rituale sind uns wichtig und geben Halt. Auch viele Nichtgläubige heiraten nach wie vor kirchlich, lassen ihre Kinder taufen und sich christlich beerdigen. „Das ist unser Kerngeschäft. Dafür sind wir seit 2000 Jahren die Spezialisten“, sagt Diemut Meyer. Sie leitet das neue Segensbüro „Blessed“ der Evangelischen Kirche der Pfalz, das es seit April in Speyer gibt. Mit dem Segensbüro möchte die Kirche auch Menschen erreichen, denen die Institution Kirche fremd geworden ist. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden möchte das Büro den seelsorgerischen Auftrag der Kirche wahrnehmen. Es bietet nicht nur Trauungen an, sondern kann auch für Taufen, Beerdigungen oder andere wichtige Meilensteine des Lebens – etwa Schwangerschaften oder Schulwechsel – kontaktiert werden.

Kirche funktioniert, wenn sie rausgeht, mitten ins Leben. Sehr gut angekommen ist daher auch die Aktion des Segensbüros, die in Vogelbach an der historischen Spitalkirche stattgefunden hat. „Blessed“ hatte dort ein Traufest organisiert. Paare konnten sich so „richtig mit Stammbuch“ kirchlich trauen lassen oder sich nur einen Segen mit auf den Weg geben lassen. Unter den „Segenbogen“, der an der Straße aufgestellt war, stellten sich aber auch Menschen, die um Kraft und Unterstützung im Fall von Krankheit baten. Die Evangelische Kirche der Pfalz will neue Wege gehen, der Auftakt in Vogelbach war schon mal gelungen!

Modellboote und Hundeschwimmen

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Auch die letzten bisher noch offenen Schwimmbäder in Rodenbach, Hochspeyer und Alsenborn werden nach diesem Wochenende ihre Pforten schließen. Schade! Weil es zu Beginn der Saison im Mai und Juni so viel geregnet hat, kommt einem die Saison dieses Mal ganz kurz vor. In Rodenbach stehen allerdings noch zwei Events im Bad an: Modellboote können dort am Samstag, 21. September, bestaunt werden. Wasserliebende Vierbeiner kommen dann am letzten Septemberwochenende beim Hundeschwimmen noch mal auf ihre Kosten. Im Otterberger Naturfreibad können Hunde diesen Spaß am 21. und 22. September genießen. Dieses Angebot für Fellnasen gibt es im Hochspeyerer Bad bereits am morgigen Sonntag. Letzter regulärer Badetag ist dort einen Tag zuvor, am Samstag.

„Höchster Feiertag“ im Dorf

Wer jetzt nicht mehr ins Schwimmbad kann, hat dafür vielleicht Lust auf die Kerb’ zu gehen: Dieses Wochenende wird der „höchste Feiertag“ im Dorf unter anderem in Baalborn und in Ramstein gefeiert. Was vielen gar nicht mehr bewusst ist: Die Kerwe war ursprünglich einmal ein religiöses Fest, das auf die Kirchweihe zurückging. Das Fest wird seit dem Mittelalter als religiöse Feier anlässlich der Weihe einer christlichen Kirche gefeiert. In Ramstein steht dieses Jahr ein ganz besonderes Jubiläum an, das den religiösen Hintergrund des Festes noch mal ins Bewusstsein bringen dürfte: Die Weihe der alten Ramsteiner Kirche auf dem Schulhügel jährt sich zum 300. Mal! Die Kirche gibt es zwar nicht mehr. Aber an ihrer Stelle steht jetzt die neue Urnenkirche, die im vergangenen Jahr eingeweiht wurde.

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