Kreis Kaiserslautern Kinder erkunden spielerisch die Natur

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Im Otterberger Wald lernen etwa 350 Schüler aus der dritten Klassenstufe mit ihren Patenförstern viel über Waldtiere, Bäume und darüber, wie wichtig es ist, die Natur pfleglich zu behandeln. Die Schüler beteiligen sich an den Waldjugendspielen, die zum 33. Mal die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Landesforsten sowie das Forst- und Bildungsministerium anbieten.

Ab acht Uhr rollen die ersten Busse ein. Es wird laut auf dem Grafenthalerhof. Drittklässler voller Energie kommen an und starten auf den drei Kilometer langen Parcours, der mit elf Stationen auf sie wartet. Im Nu bevölkern 18 Klassen aus dem gesamten Landkreis den Wald, verteilen sich auf die beiden vom Forstamt Otterberg vorbereiteten Parcoursstränge. „Es braucht viel Vorbereitung und persönlichen Einsatz“, erklärt Joachim Kunz, am Forstamt Otterberg für die Umweltbildung zuständig. Da wird jede Klasse von einem Patenförster betreut, jede der elf Stationen, an denen es um die Themenschwerpunkte Bäume, Tiere im Wald und die Nachhaltigkeit geht, ist mit einem Förster oder Forstwirt besetzt. Mühe macht auch die Lage: Auf dem Grafenthalerhof ist zwar viel Natur, viel Wald. Toiletten, Strom? Fehlanzeige. Also karren die Otterberger alles ran, auch den Grill, auf dem Würste brutzeln. Eine Besonderheit. Das Forstamt versorgt alle mit Brötchen, Würstchen und Getränk. „Die Waldgemark Neukirchen-Mehlingen-Baalborn unterstützt traditionell die Spiele und gibt das Essen aus“, freut sich Kunz. Die Kinder sind aber erst einmal im Parcours beschäftigt. Gar nicht so leicht, der Buche die richtigen Früchte zuzuordnen oder den Dachs zu erkennen. Die Klassen sammeln nicht nur durch Wissen Punkte, sie müssen auch als Gruppe funktionieren und beim Holzscheibenspiel zusammenagieren. Einige Schüler sind nicht so die ausgeprägten „Naturkinder“. Andere glänzen mit einem Wissen, das die Förster zum Strahlen bringt. Waldjugendspiele gehen auf die 1970er Jahre zurück. Mangelndes Interesse an den Schulen führte kurz nach dem Start zum Stocken der Spiele, die 1982 wieder Fahrt aufnahmen. Die Waldjugendspiele, die sich bis nach Belgien, Frankreich und Luxemburg ausgeweitet haben, mussten seit 1982 nur einmal abgesagt werden, als 1990 Sturm „Wiebke“ getobt hatte und die Forstverwaltung überall mit Schadensaufarbeitung zu tun hatte. Gegen 12 Uhr trudeln die ersten Klassen wieder an der Ausgangsstation ein. Egal ob gut vorbereitet oder doch ein echter Neuling in Sachen Wald, durch die Bank heißt es: „War schon cool!“ Ob am Ende durch die erbrachte Leistung im Waldparcours noch ein Landespreis herausspringt, muss nun abgewartet werden. Chancen können sich allerdings nur die Klassen ausrechnen, die sich im Vorfeld des großen Waldtages an die Zusatzaufgabe „Wald-Kunst“ herangetraut haben. „Nur rund 70 Prozent der Klassen nehmen daran teil“, zeigt Joachim Kunz Verständnis für die Lehrer jener Schulen, die nicht mal schnell mit der Klasse in den Wald können. Für das Kunstwerk zum Jahresmotto „Lebensraum Wald“ werden reichlich Naturmaterialien benötigt. Am heutigen Donnerstag gehen 350 Schüler der siebten Klassenstufe auf den Waldparcours. Mit dabei dann sogar eine Klasse aus Frankenthal. Die Erklärung: Die meisten Forstämter bieten die Waldjugendspiele nur noch für die Drittklässler an, deshalb müssen manche Schulen schon etwas weiter fahren. (thea)

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