Kreis Kaiserslautern Kein Löschschaum mehr auf der Air Base

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Auf der Air Base in Ramstein wird seit 2010 kein Löschschaum mehr mit krebserregenden perfluorierten Tensiden (PFT) eingesetzt. Das teilt eine Sprecherin auf Nachfrage der RHEINPFALZ mit. Vergangene Woche hatten wir darüber berichtet, dass es auf der Air Base zwar Belastungen mit PFT gebe – eine Gefahr für die Menschen besteht laut der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd aber nicht. Auf dem ehemaligen Flugplatz in Sembach gab es keine PFT-Belastungen – dafür aber Verunreinigungen des Grundwassers durch mineralische Kohlenwasserstoffe. Derzeit bereiten dort chlorierte Kohlenwasserstoffe Sorgen.

Wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd der RHEINPFALZ mitteilte, waren auf dem ehemaligen Flugplatz in Sembach „Hinweise auf Verunreinigungen durch organische Pestizide und perfluorierte Tenside nicht vorhanden“. Bevor es in einen Gewerbepark umgewandelt wurde, sei das gesamte Flugplatzgelände vollständig saniert worden. Zudem werden Teile der Liegenschaft als Naturschutz-Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen der Bundesrepublik verwendet. Damals seien auch Untersuchungen nach organischen Verbindungen im Boden und Grundwasser durchgeführt worden. „Im Bereich der ehemaligen Tankanlagen waren Verunreinigungen des Grundwassers durch mineralische Kohlenwasserstoffe vorhanden“, berichtet eine Sprecherin der SGD Süd. Die Tanks und der kontaminierte Boden seien entfernt und eine Anlage zur Absaugung der Restbelastungen in der Bodenluft installiert worden. Zudem habe man die Überwachung des Grundwassers angeordnet. „Die verbliebenen Belastungen von Bodenluft und Grundwasser gehen seitdem zurück und bestätigen den Erfolg der umfangreichen Bodensanierung“, berichtet die Sprecherin – ergänzt aber auch: „Im Grundwasser wurde ein weiterer Schaden durch chlorierte Kohlenwasserstoffe festgestellt, welcher überwacht wird. Aufgrund der komplexen hydrogeologischen Verhältnisse sind weder der Eintragungspunkt des Schadstoffes auf der großflächigen Liegenschaft noch Größe und Richtung einer Schadstofffahne bekannt.“ Dass dieser Schadstoff bereits die Liegenschaft verlassen habe, könne nicht ausgeschlossen werden. Eine Gefährdung des Trinkwassers besteht laut SGD Süd nicht. „Sämtliche Brunnen der ehemaligen militärisch genutzten Anlage sind abgeschaltet“, teilt die Sprecherin mit. „Diese Brunnen werden verschlossen. Einzugsgebiete für die öffentliche Trinkwasserversorgung befinden sich nicht im Schadensgebiet.“ Auf der Air Base in Ramstein sind wie berichtet in zwei Brunnen eine lokal begrenzte Belastung mit PFT im Grundwasser festgestellt worden. Auch das teilte die SGD Süd mit. Eine Ausbreitung sei nicht zu befürchten. Auch für die Trinkwasserversorgung bestehe keine Gefahr, da die Trinkwassergewinnung auf der Air Base über Aktivkohle erfolge. Eine Sprecherin der Air Base bestätigt, dass dort Oberflächen- und Grundwasser regelmäßig untersucht werden. Mit Blick auf die Ergebnisse sagt diese: „Derzeit gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für eine PFT-Konzentration, die eine Durchführung von Sanierungsmaßnahmen auslösen würden. Diese sind nur erforderlich, wenn eine gesetzliche Anforderung und ein Antrag der zuständigen deutschen Behörde vorliegt.“ Ohnehin werde derzeit bei Übungen nicht mehr mit Schäumen gelöscht. Die Flugplatzfeuerwehr übe derzeit ausschließlich mit Wasser. Eine Sprecherin der SGD Süd sieht die Gefahr, dass möglicherweise verunreinigtes Grundwasser von der Air Base nach draußen dringen kann, als gering. Das Gelände liege in einer „Schüssel“: Geologisch gesehen könne kein Wasser nach draußen fließen. Renate Wittemann von der unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung berichtet, dass seit 2006 auf der Air Base Ramstein regelmäßige Beprobungen der Oberflächengewässer zur Überwachung der Gewässergüte stattfinden. „Diese gutachterlichen Bewertungen werden von US-Seite veranlasst und auch kostenmäßig getragen“, so Wittemann. In einem aktuellen Gutachten sei in keiner der Bachsedimentproben PFT nachgewiesen worden. Beprobt wurden laut Wittemann Mohrbach und Hundsbach. Ralf Hechler (CDU), der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, sagte bereits, dass bei den Stadtwerken Ramstein-Miesenbach sowie dem Kanalwerk keine Belastungen mit PFT bekannt seien. Bürgermeister Peter Degenhardt (CDU) möchte in seiner Verbandsgemeinde Landstuhl wie berichtet genau nachschauen. Bei Stichproben aus dem Abwasserstrom, der vom Ramsteiner Flugplatz in die Kläranlage Landstuhl einfließt, seien bislang keine krebserregenden perfluorierten Tenside gefunden worden, wohl aber im Klärschlamm. Doch diese Werte liegen deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert, so Degenhardt. Er kündigte an, dass die Trinkwasserbrunnen in der Verbandsgemeinde Landstuhl vorsorglich speziell auf PFT beprobt werden sollen. In der VG Weilerbach geschehe das bereits, wie Bürgermeisterin Anja Pfeiffer (CDU) mitteilt. Ergebnis: „Wir bewegen uns im Rahmen der Trinkwasserverordnung.“ Freia Jung-Klein, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, beklagt, dass es „an konkreten Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers und zur Vermeidung weiterer Grundwassergefährdungen durch vorhandene Altlasten fehlt“. So wünschen sich die Grünen auch eine angepasste Abwasseraufbereitung und Maßnahmenüberwachung in den umliegenden Kläranlagen wie Landstuhl, Ramstein und Kaiserslautern – gerade mit Blick auf PFT-Belastungen. (ssl)

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