Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Katholisches Pfarrhaus Ramstein saniert und erweitert

Modern und barrierefrei kommt das sanierte Pfarrhaus inklusive Anbau daher.
Modern und barrierefrei kommt das sanierte Pfarrhaus inklusive Anbau daher.

Das katholische Pfarrhaus in Ramstein erstrahlt seit einigen Monaten in frischem Glanz. Es wurde komplett saniert und um einen Neubau erweitert. Nun ist alles auf einen zeitgemäßen Standard gebracht, Barrierefreiheit inklusive.

Die Sonne lässt den hellen Außenanstrich leuchten. Die freundliche Luftigkeit setzt sich im Inneren des Pfarrhauses fort. Weiß und lichtes Grau geben hier den Ton an. Eine zurückhaltende Kombination, die dem warmen Ton des Eichenmassiv-Parketts keine Konkurrenz macht. Gleich hinter der Eingangstür, die über eine Rampe auch einen barrierefreien Zugang bietet, befindet sich ein Empfangsschalter, der mit dem Frontoffice verbunden ist. „Hier gibt es zwei Arbeitsplätze für die Pfarrsekretärinnen. Im anschließenden Backoffice sitzt die Chefsekretärin, und ein Platz steht der Mitarbeiterin der Regionalverwaltung zur Verfügung“, sagt Pfarrer Bernhard Spieß. „Auf der anderen Seite des Flurs haben der Kaplan, der Pastoralassistent und die Gemeindereferentin ihre Büros.“

60 Quadratmeter großer Pfarrsaal

Geradeaus geht es zum neuen Anbau. Er ist durch ein Foyer, Küche und Sanitäranlagen mit dem alten Pfarrhaus verbunden. Von hier führt auch eine Tür zur großzügigen Terrasse. Im Neubau öffnet sich der 60 Quadratmeter große Pfarrsaal. Seine Decke besteht aus speziellen gelochten Elementen, die sich positiv auf die Raumakustik auswirken. Sie läuft wie ein Spitzgiebel zu, der ganz dezent an einen Kirchenraum erinnert. „Er soll als Multifunktionsraum dienen, sowohl für Andachten als auch für Tagungen und Schulungen.“ Damit sei er Ersatz für den Versammlungsraum im gegenüberliegenden Schwesternhaus, das die Kirchengemeinde bereits 2014 veräußert habe, um den Erlös in das neue Bauvorhaben zu investieren.

Das war nötig geworden, da der Zahn der Zeit an dem in den 1950ern erbauten Pfarrhaus genagt hat. Doch es sollte noch einige Zeit vergehen, bis die Bauarbeiten im Frühjahr 2019 beginnen konnten. Dazwischen lagen Verhandlungen mit dem Bischöflichen Ordinariat Speyer, Planung und Finanzierung. „Im Pfarrhaus selbst blieben nur noch die Außenmauern und die tragenden Wände stehen. Die Raumaufteilung wurde verändert“, erklärt Alexander Blanz, dessen Landstuhler Architekturbüro mit dem Projekt betraut worden war.

„Das Dach wurde neu gedeckt und gedämmt, alle Installationen sowie die Heizung samt Heizkörpern und die Fenster wurden ausgetauscht. Die Farbgestaltung der Fassade wurde zudem mit der Denkmalschützerin der Kreisverwaltung abgestimmt. Das war nötig, da das Pfarrhaus in direkter Nachbarschaft zur Kirche steht.“ Deshalb sei kein gängiger Putz in Frage gekommen, sondern einer in einer speziellen Wischtechnik, die an die frühere Art des Verputzens erinnert. „Bei der Farbgestaltung fiel die Wahl auf einen sehr hellen Grau-Braun-Ton, der je nach Licht und Tageszeit mal kühl, mal warm erscheint.“

Der Pfarrer zieht erst später ein

Neu angelegt wurde auch der Rasen auf der Freifläche um das Gebäude herum. Auf sie kann Pfarrer Bernhard Spieß herabschauen. Denn ihm ist das Obergeschoss im Pfarrhaus vorbehalten. Hier hat er sein Büro und die angrenzende 90 Quadratmeter große Wohnung. Sie wartet allerdings noch darauf, von ihm bezogen zu werden. „Erst muss meine Küche den Raumbedingungen angepasst werden, und es fehlt noch an Steckdosen. Bis das erledigt ist, bleibe ich in meinem bisherigen Zuhause wohnen.“

Trotz der Corona-Pandemie, die manches erschwert, konnte das Bauvorhaben unter Beteiligung von etwa 30 Gewerken innerhalb von 20 Monaten umgesetzt werden. Die Projektkosten betragen laut Regionalverwaltung insgesamt etwa 1,3 Millionen Euro, so der Architekt.

Pfarrer Bernhard Spieß präsentiert den neuen Pfarrsaal.
Pfarrer Bernhard Spieß präsentiert den neuen Pfarrsaal.
x