Kreis Kaiserslautern
Köpfe der Region: Ludwig Leitheiser aus Ramstein
Er zählt zu den bedeutenden Theologen, die unsere Gegend hervorgebracht hat. Ludwig Leitheiser wirkte als Geistlicher in mehreren Kirchengemeinden, bevor er als Professor an der Pädagogischen Hochschule in Landau unterrichtete.
Leitheisers Arbeitsgebiet war die Didaktik des Religionsunterrichtes, wobei er sich bleibende Verdienste um die Ausbildung katholischer Lehrer und Lehrerinnen erwarb. Ein von ihm herausgegebenes Handbuch über Bibelkunde wurde auch ins Italienische übersetzt.
Ludwig Leitheiser wurde am 1. April 1913 in Ramstein geboren. Schon als Schüler zeigte er eine besondere wissenschaftliche Begabung, so dass ihn der damalige Speyrer Bischof nach Rom schickte. Dort studierte er an der päpstlichen Universität Philosophie und Theologie. 1938 erhielt Leitheiser am Christkönigsfest die Weihe zum Priester. Zum Abschluss seiner Studien erwarb er den Doktorgrad der Theologie. 1940 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde schon bald zur Wehrmacht eingezogen. Er diente bei der Marine-Artillerie, geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 entlassen wurde.
Wegen seines umfassenden Wissens war er geschätzt
Leitheiser war als Kaplan in Neustadt, Kirchheimbolanden, Ludwigshafen und Landau tätig. 1950 wurde er als Dozent für katholische Theologie an die Pädagogische Akademie in Landau berufen, die zunächst nur Lehrer für Volksschulen ausbildete. Nachdem die Akademie zur Erziehungswissenschaftlichen Hochschule erweitert wurde, erhielt Leitheiser in Landau die Ernennung zum Professor.
Leitheiser hielt Vorlesungen über Bibelkunde und Religionslehre. Wegen seines umfassenden Wissens war er bei den Studierenden allgemein geschätzt. Einer seiner Schüler hob später hervor, dass es Leitheiser vor allem darum ging, die biblischen Schriften nicht nur als Buch zu sehen, sondern ihre verschiedenen Erzählformen als Verkündigung zu betrachten und nach dem Aussagegehalt der Texte zu suchen.
1960 gab Leitheiser zusammen mit Christian Pesch im Patmos-Verlag in Düsseldorf das „Handbuch zur katholischen Schulbibel – Neues Testament“ heraus. Es handelte sich um einen Band im Großformat mit 762 Seiten, der im Auftrag des Bischöflichen Stuhles von Trier entstand. In ihrem Vorwort stellten die Verfasser fest: „Möge das Handbuch allen, die in der bibelkatechetischen Arbeit stehen, eine brauchbare Hilfe sein zu einer biblisch fundierten, zeitnahen Verkündigung des Wortes Gottes.“
Leitheiser veröffentlichte neben diesem Standardwerk zahlreiche Beiträge in theologischen Zeitschriften. Als Hochschulprofessor war er eine prägende Persönlichkeit in der Religionspädagogik. Er gehörte als Mitglied dem Landessenat der Pädagogischen Hochschulen in Rheinland-Pfalz an. Ludwig Leitheiser starb am 31. Mai 1975 nach schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren in Landau.