Eingekreist
Können statt Wissen
Zumal den jungen Leuten ja auch noch der demographische Wandel in die Hände spielt, es insgesamt weniger Abgänger und damit weniger Konkurrenten gibt. Doch das Gegenteil ist der Fall, weiß „Jobfux“ Alexander Baumgärtner, der jungen Menschen an der Realschule plus in Ramstein Miesenbach und im Jugendbüro der Verbandsgemeinde bei der Berufsfindung hilft. Die Berufe werden immer komplexer und technisierter. Alles wird digitaler. In einigen Berufen ist daher auch die Ausbildungszeit bereits verlängert worden, weil es mehr Fachwissen gibt und handwerkliche Fähigkeiten anspruchsvoller geworden sind. Viele Jobs mit einfachen Tätigkeiten sind ganz weggefallen. Sie gibt es nicht mehr, weil Roboter diese Arbeit übernommen haben. Wie kann das Dilemma gelöst werden? Mit dem „Jobfux“-Programm, das von der Europäischen Union und vom Land Rheinland-Pfalz gefördert wird, werden die Jugendlichen bereits ab der neunten Klasse intensiv bei der Berufsfindung betreut. Das ist eine gute Sache!
Auch die Firmen sind gefragt
Aber auch die Firmen müssen sich auf die jungen Leute zubewegen. Das passiert auch. Vielleicht ist Ihnen schon der Fernsehspot der Handwerkskammer aufgefallen? Er zeigt Kinder, die ihrem Entdeckerdrang freien Lauf lassen, die was mit ihren Händen machen: malen, bauen experimentieren. Mit einer großangelegten Imagekampagne mit Fernsehspots, Plakaten sowie Werbung in den sozialen Medien will die Handwerkskammer zu einem Umdenken anregen: Oft werde in unserer Gesellschaft das Wissen über das Können gestellt und die Bedeutung des Handwerks zu wenig beachtet, heißt es auf deren Homepage. Und immer noch zu oft werde von Eltern, Lehrern und anderen Bezugspersonen eine akademische Ausbildung als anzustrebender Bildungsweg propagiert. Damit werde Schülerinnen und Schülern der Weg ins Handwerk erschwert. „Jobfux“ Baumgärtner ermutigt gute Realschüler auch dazu, eine Ausbildung im Handwerk in Betracht zu ziehen, in dem sich gute Karrieremöglichkeiten bieten. Fakt ist, dass etwas passieren muss. Denn um jetzt die Aufgaben wie Klimaschutz, Digitalisierung, Mobilitätswende bei der Modernisierung von Wohnung und der Infrastruktur zu wuppen, werden fähige Handwerker und Handwerkerinnen gebraucht.