Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Journalist Eckhard Richter gibt Buch mit Kolumnen heraus

Humorvoll statt belehrend sind die Anekdoten, die Eckhard Richter wöchentlich schrieb.
Humorvoll statt belehrend sind die Anekdoten, die Eckhard Richter wöchentlich schrieb.

Er hat Geschehen eingefangen in Text und Bild. Als Macher des Landstuhler Wochenblatts war Eckhard Richter eine feste Instanz, mit eigenem Profil – und Gedanken, die er in seinen Kolumnen schilderte. Eine Auswahl davon hat er nun nach seinem Ruhestand 2016 in einem Buch versammelt. Am kommenden Samstag stellt er es in der Lounge des Congress Centers Ramstein vor.

Kritisch, zum Überlegen anregend, mal mahnend, mal amüsiert, manchmal wehmütig, aber nie belehrend: So waren seine journalistischen Bonbons.

„Hasche schun gehert?“ Der Titel hält, was er verspricht. 86 Kolumnen lassen Vergangenes lebendig werden. Momentaufnahmen und gleichzeitig ein Streifzug durch drei Jahrzehnte verheißen sie kurzweiliges Lesevergnügen. Kombiniert mit Informationen wecken sie Erinnerungen an manch Vergessenes, heben Alltägliches durch einen besonderen Blickwinkel hervor, laden zum Schmunzeln ein und nehmen aufs Korn.

Wie den Verkehrsberuhigungs-Trend, der in den 1990ern einen Kreisel nach dem anderen aus dem Boden sprießen lässt, auch im Beritt des Journalisten. Oder die schadhafte Straße zwischen Niedermohr über Steinwenden nach Ramstein, die als 63-Loch-Anlage jedem Golfplatz Konkurrenz macht.

Dinge ansprechen, ohne Ohrfeigen zu verteilen

„Die Kolumnen waren für mich eine geeignete Weise, bestimmte Dinge anzusprechen, ohne eine Ohrfeige zu verteilen“, sagt Eckhard Richter. Deshalb kommen sie nie bierernst daher, sondern immer mit einem Augenzwinkern. Blitzt Kritik durch, dann mit verbalem Charme. „Ich denke, so gelingt es besser, Probleme anzusprechen als mit dem moralischen Zeigefinger. Der vergrätzt die Leute oder langweilt sie“, so der Autor. Deshalb hat er ihn nicht erhoben, zumal es auch nicht seine Art ist.

Trends, Phänomene, Entwicklungen: Der 67-Jährige hat sie in den Blick genommen und ihnen eine Stimme verliehen. Ob die Ablösung des persönlichen Kundenkontakts durch Geld- und Briefmarkenautomaten, das ABC der Mülltrennung oder die gefürchtete Warteschleife der Telekom. Je nach Typ in Absacker, Strecken-, Frei-, Dauer- oder Kampfschwimmer eingeteilt, wäscht er auch Politikern humorvoll den Kopf.

Manchmal wird es tierisch

Hier und da schlüpft Richter schon mal in eine tierische oder pflanzliche Haut, um aus deren Sicht auf bestimmte Um-, Zu- oder Missstände aufmerksam zu machen. So kommen die Mistfliege Oskar, Pudel Puschi und ein Partyhummer zu Wort. Und die alte Öl-Linde in Landstuhl schildert ihr trauriges Schicksal, das auf das Konto von „Bau-Menschen“ geht.

Auch sich selbst und sein privates Umfeld lässt Richter nicht außer Acht. Folglich erfahren die Leser und Leserinnen, wie eine Schweinshaxe den Fastenvorsatz durchkreuzt, der bescheidenere Urlaub in den 1950ern seine Vorteile hatte und welche Tücken Muttertag und andere besondere Anlässe haben können. Dazu berufliche Termine, die Überraschungen bereithalten, sich von einer nebulösen Seite zeigen und früher gern flankiert waren von der Frage, ob auch ein Film in der Kamera ist.

Viel Persönliches hergegeben

„In etlichen Kolumnen habe ich viel Persönliches von mir hergegeben. Oft sind es lustige oder komische Begebenheiten, manchmal aber auch tief bewegende Ereignisse“, sagt Eckhard Richter und denkt dabei an den Abschied von einem Freund auf der Palliativstation. „Wenn ich Probleme aufgegriffen habe, wollte ich nie verurteilen, sondern zum Nachdenken anregen. Darüber, dass sich manches anders machen lässt und nicht noch mehr Menschlichkeit verloren geht.“

Wovon seine Kolumnen auch immer handeln, er nähert sich ihnen mit dem sicheren Händchen für einen themengerechten Stil. Im Vorwort seines Buches gibt Eckhard Richter zudem Einblick in seinen Werdegang und nimmt dabei mit auf eine Reise durch die Entwicklung der Foto- und Drucktechnik. Und weil sich nur ein Bruchteil der über 1200 Kolumnen in seinem frisch erschienen Buch unterbringen lässt, ist eine Fortsetzung in Arbeit.

Info

Eckhard Richter stellt sein Buch „Hasche schun gehert?“ (Lutrina Verlag) am Samstag, 29. Februar, um 17 Uhr im Congress Center Ramstein vor.

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