Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Johanniskreuz: Viele nutzen den Tag der Elektromobilität zur Information

Auch über E-Bikes konnte man sich am Sonntag informieren. Foto: VIEW
Auch über E-Bikes konnte man sich am Sonntag informieren.

Zwischen Rennwagen und „Fridays for Future“-Bewegung: An Pfingstmontag veranstalteten das Haus der Nachhaltigkeit und die Energieagentur Rheinland-Pfalz den fünften Tag der Elektromobilität.

TRIPPSTADT. „Schön, dass diese Autos nicht knattern und stinken“, meint Hannes Gruber aus Erzenhausen, als er über den Parkplatz zum Veranstaltungsort am Haus der Nachhaltigkeit läuft. Der Mittfünfziger interessiert sich für Elektromobilität, und überlegt, sich noch in diesem Jahr einen solchen Stromer zuzulegen. Was für den privaten Gebrauch mit Sicherheit nicht infrage kommen wird, aber dennoch jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist der Rennflitzer des Kaiserslautern Racing Teams, kurz KaRat genannt. Das studentische Team der Technischen Universität und der Hochschule Kaiserslautern zieht mit seinem gemeinsam entwickelten, konstruierten und montierten Elektro-Formelrennwagen viele Blicke auf sich.

Deutlich langsamer als im Rennwagen ist da Sebastian Träber auf dem Segway von Irmgard und Siegfried Wolf aus Lohnweiler unterwegs. Jeder kann unter Anleitung das Fahren auf dem Parcours mit dem elektrogetriebenen Gefährt ausprobieren. „Mit ein wenig Übung klappt es richtig gut“, meint Träber nach zwei Runden. Ulrike Ebert-Wenski aus Neuhemsbach besucht den Tag der Elektromobilität, weil sie sich über Möglichkeiten informieren möchte, wie man umweltbewusst leben kann. „Ich verzichte, soweit es geht, auf Flüge und versuche, mich möglichst klimaneutral zu verhalten“, meint sie. Sarah Köngeter und Antonia Müller-Ruff vom Bezirksverband Pfalz präsentieren den Sternenpark Pfälzerwald zum Thema Luftverschmutzung. Im Mittelpunkt steht vor allem das Projekt ZENAPA (Zero Emission Nature Protection Areas), welches unter anderem Projekte zur nachhaltigen Mobilität unterstützt. Hier dockt auch im wahrsten Wortsinn der Energieversorger Pfalzwerke an. Andreas Memmer, Projektleiter für E-Mobilität, stellt pfalzweit die Installation von 350 Wallboxen bis 2020 und bis 2023 das Errichten von 850 Ladepunkten bundesweit in Aussicht.

„Großes Manko: eingeschränkte Nutzungszeiten“

Elektromobilität schließt natürlich auch Fahrräder mit ein. Hermann Nocke aus Weilerbach präsentiert E-Bikes für jeden Geschmack und Geldbeutel. Er beklagt, dass die Elektro-Ladestation auf dem Gelände des Hauses der Nachhaltigkeit nur zu den Öffnungszeiten der Einrichtung genutzt werden könne. „Gerade hier, an diesem Vorzeigeobjekt für Natur- und Umweltschutz, empfinde ich die eingeschränkten Nutzungszeiten als großes Manko. Besonders an Wochenenden oder Feiertagen, wenn viele Radler unterwegs sind.“ Mit rund 25 Autos nehmen die Mitglieder des EVRN (Electric Vehicles Rhein Neckar) aus Ludwigshafen an der Sternfahrt zum Haus der Nachhaltigkeit teil. Gerne stehen sie den Interessierten an diesem Tag und ansonsten bei ihren regelmäßigen Stammtischen für Fragen zur Verfügung. „Wir können besser informieren als mancher Autohändler“, versichert der Elektromobilist Matthias Leonhardt. Der Hochspeyerer Jochen Marwede, geschäftsführender Vorstand der neu gegründeten Wendeware AG, präsentiert eine Software zur Steuerung von elektronischen Geräten. Sinnvolles Laden von E-Autos in Verbindung mit der Optimierung von allem, was elektronisch „redet“, sei mit Wendeware möglich.

Beim Thema Klima können auch Andre Becker, Lorcán Rogel, Maximilian Kastner, Florina Feßler und Laura Kollert mitreden. Die Aktivisten der Kaiserslauterer „Fridays for Future“-Bewegung halten ihre Plakate in die Höhe. „Die Resonanz auf unsere Aktion hier ist sehr hoch“, berichten die jungen Leute. Doch bezweifeln sie, dass viele „tatsächlich etwas an ihrem Verhalten ändern wollen“.

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