Trippstadt
Johanniskreuz: Förster Hans-Peter Rauch verlässt sein Revier
Johanniskreuz liegt mitten im Wald, ein Wald, der auch ein stückweit die Handschrift seines Försters Hans-Peter Rauch trägt. Ende des Jahres verlässt er sein Revier, geht in Rente. „Mit meiner Arbeit konnte ich in vielen Bereich meines Reviers Weichen für die Zukunft stellen. Ein Anliegen war mir die Verjüngung von überalterten Beständen“, spricht Rauch einen seiner Arbeitsschwerpunkte an und weiß natürlich: Ein Berufsleben ist im Vergleich zu einem Baumleben nicht wirklich lang. Rauchs Wirken wird sich also erst so richtig bei nachfolgenden Förstergenerationen zeigen.
Begründung von Mischbeständen
Auf Kleinstflächen war ihm die Begründung von Mischbeständen aus Buche mit Lärche oder Douglasie wichtig. „Die Douglasie kann im Alter von 90 Jahren als wertvolles Bauholz geerntet werden“, sieht er den Faktor Holz im heimischen Wald als sehr bedeutsam an. Jeder verwende in vielerlei Hinsicht Holz. Da sei es gut zu wissen, wo es herkomme und dass es sich hier um einen heimischen nachwachsenden Rohstoff handle.
Die Eiche hatte er besonders intensiv und immer gerne im Blick. „Die Eiche ist bei uns eine wirklich faszinierende Baumart“, sagt Rauch und meint damit nicht nur die in vielen Ländern geschätzte Holzqualität der Pfälzer Eiche.
Dass Eichen im Alter von mehr als 200 Jahren auf die enorme Trockenheit nicht mehr reagieren können, sei klar, verhehlt er nicht, dass die vergangenen Jahre auch den alten Bäumen zugesetzt haben. „Die jungen Eichen sind selbst in den trockenen Jahren hervorragend gewachsen“, sagt er und ist fest überzeugt: Die Eiche wird auch im Klimawandel Bedeutung behalten oder diese sogar noch ausbauen können.
Luchs ist willkommene Hilfe
In seinem Revier hat er deshalb alle größeren Borkenkäfer-Schadflächen mit Eichensaaten oder durch Pflanzung von Wildlingen aufgeforstet. „Die zweijährigen Wildlinge wurden in Saatflächen oder Eichennaturverjüngungen ausgestochen“, erklärt er, wo die jungen Pflänzchen herkommen. Die müssen dann aber erst einmal geschützt werden. Während sich die Wildschweine die Eicheln einverleiben, bevor sie wachsen können, wird das Rotwild laut Rauch von jungen Eichen magisch angezogen. „Hier ist der Luchs eine willkommene Hilfe“, sieht er in der wiederangesiedelten Raubkatze eine wesentliche Unterstützung bei der Schaffung eines angepassten Wildbestandes.
Es waren nicht nur luchslose Zeiten, es waren insgesamt andere Zeiten, als der junge Hans-Peter Rauch Förster wurde. „Wir wurden zielgerichtet für die Arbeit im Wald ausgebildet, lernten ein Revier zu leiten ohne Handy, GPS-Daten und Outdoorlaptop“, blickt der Förster auf seine sechsjährige praxisbezogene Ausbildung zurück, die er im Jahr 1975 im Forstamt Zweibrücken begann.
„Als Förster kann man was bewegen“
„Als Förster kann man was bewegen, kann sich kümmern, was tun“, betont er. Das war auch sein Grund, sich für das Erlernen dieses Handwerks zu entscheiden. Es passte zudem gut zu seiner Naturverbundenheit. „Ich habe einen wirklich schönen Beruf“, sagt er noch heute – auch wenn sich sein Försteralltag in all den Jahren durchaus verändert hat.
In verschiedenen pfälzischen Forstämtern war er tätig und zudem von 1986 bis 1994 Lehrer an der Aus- und Forstbildungsanstalt in Trippstadt. Während er dort den Forststudenten aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg die Kulturbegründung, Bestandspflege und die Holzernte praktisch näher brachte, fand der gebürtige Zweibrücker großen Gefallen an Trippstadt. Die Natur vor der Haustür bei gleichzeitiger Nähe zur Kultur, das hat für ihn und seine Familie ganz viel Qualität. „Es war eine der besten Entscheidungen, hierhin zu kommen“, sagt Rauch.
Den Wald wird er nicht verlassen
Der Förster, der lange Jahre das von 750 auf 2000 Hektar angewachsene Revier Johanniskreuz betreute, geht mit 63 Jahren nun in Ruhestand. Den Wald und die Natur wird er deshalb aber nicht verlassen. „Ich liebe weite Wanderungen. Auf Schusters Rappen lernt man Land und Leute am besten kennen“, freut er sich, an vielen Orten seinen Blick auf den Zustand des Waldes werfen zu können. Seine Enkel freuen sich wohl auch auf ein Stück mehr vom Opa.