Kreis Kaiserslautern Jetzt regieren die Narren
Am Samstag hatten die Fastnachter das Sagen im Ratssaal von Bruchmühlbach-Miesau. Sie stellten ihr Programm für die aktuelle Kampagne vor. Aber eigentlich wollten sie vor allem eines: Den Regierungsschlüssels von Bürgermeister Erik Emich (CDU). Und denn gab es dann auch.
Da die Narrenschar ja nun regiere, habe er genügend Zeit. Die wolle er sich auch nehmen, um alle Prunksitzungen in der Verbandsgemeinde zu besuchen, versprach Emich. Die Begrüßung der bezaubernden Hoheiten, Prinzessin Brenda I. vom Unterhaltungsverein Bruchmühlbach und Kristin I. von der Karneval-Union Miesau oblag Ortsbürgermeister Klaus Neumann (SPD). Die Vorbereitungen in Lambsborn liefen auf vollen Touren, informierte Ortsbürgermeister Rudi Molter. „Antike“ sei das diesjährige Motto und entsprechend sei auch der Jahresorden gestaltet, sagte Sitzungspräsident Thomas Bleyer. Bei der Karneval-Union Miesau sei einiges im Umbruch. In dieser Kampagne werden neue Wege beschritten. Beide Prunksitzungen steigen erstmals an einem Wochenende. Am Samstag, dem zweiten Veranstaltungstag, wird die Union den Kreisschlüssel von Landrat Ralf Leßmeister erhalten, berichtete Präsident Hubert Braun. Nachdem die Rock-Nacht keinen hinreichenden Zuspruch fand, wurde sie aus dem Programm gestrichen. In Elschbach habe sich die Mannschaft extrem verjüngt, sagte Abteilungsleiter Michael Laufer. Mit Dominic Barth steht ab dieser Kampagne ein neuer Sitzungspräsident an der Spitze der Narrenschar. Die über viele Jahre praktizierte Jugendarbeit mache sich jetzt positiv bemerkbar. Deshalb sei es auch möglich, das gesamte Programm mit eigenen Aktiven zu gestalten. Es steht unter dem Motto „Mer feiern, dess ist gar kä Frage, mit Stars aus unsrer Kinnertage“. So wie die Kampagne werden soll, war auch die Vorstellung des Unterhaltungsvereins Bruchmühlbach: kurz und knackig. Präsidentin Sinika Walter-Haselbauer freute sich mit allen Fastnachtern auf viele gesellige und unterhaltsame Stunden. Ihre Prinzessin Brenda I. wollte vom Bürgermeister wissen, ob die Fastnachter nach der Schlüsselübergabe auch Büroräume im Rathaus bekommen. Die Träger des Brauchtums seien immer willkommen, meinte Emich dazu. Er habe den Eindruck, dass die Fastnacht in der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau gesichert sei, betonte der Bürgermeister. Ein Generationenwechsel stehe vor seiner Vollendung, und schon jetzt sei erkennbar, dass dieser gelingen werde. Er selbst hofft auf besseres Wetter während der Kampagne, damit man nach Hause laufen könne, ohne sich einen Schnupfen zu holen. „Jetzt schreite ich zur Tat, und wir gehen in die Mitte“, meinte der Bürgermeister irgendwann. Im Zentrum des Ratssaals übergab er symbolisch den Regierungsschlüssel an die vier Gemeinschaften, die das Brauchtum Fastnacht pflegen. „Es sind allerdings nur fünf Wochen“, erinnerte er an die kurze Kampagne. Daher sei ihm bewusst, dass seine Zeit der Erholung nur von kurzer Dauer sein werde. „Wegen der Kasse mache ich mir keine Gedanken. Es ist nicht so viel drin“, gab er den neuen Verantwortlichen mit auf den Weg. Die Vereine dankten dem Bürgermeister für das entgegengebrachte Vertrauen mit ihren Jahresorden.