Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Jan Hornberger ist der neue Direktor des Amtsgerichts Landstuhl

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Trotz Eingewöhnungsphase bleibt nichts liegen: Der neue Leiter des Amtsgerichts Landstuhl, Jan Hornberger, sitzt derzeit auch mal etwas länger im Büro.

Seit Anfang dieses Jahres leitet Jan Hornberger das Amtsgericht in Landstuhl. Strafrecht ist das juristische Steckenpferd des 38-jährigen Saarländers, der zum Entspannen gerne mal den Rasenmäher anwirft und danach eine Runde grillt.

Abgesehen von einigen Fotos seiner Frau und seiner beiden Töchter hat das Büro Hornbergers noch keine allzu große persönliche Note. Das soll sich jedoch noch ändern, meint der neue Chef des Amtsgerichts. Die Aktenordner auf dem Sideboard hinter seinem Schreibtisch stapeln sich noch nicht besonders hoch. „Da ist Umlauf drin“, betont Hornberger, dass dies auch so bleiben soll, er immer wieder etwas davon abarbeite.

„Das Amtsgericht war in guter Hand“, lobt Hornberger seine Vorgängerin Angelika Jansen-Siegfried, die sich zum Jahreswechsel in den Ruhestand verabschiedet hatte. Daher habe er nichts geändert. Lediglich die Verteilung der richterlichen Aufgaben sei nun anders. Aber das habe zum Jahresbeginn ohnehin angestanden. Von den Mitarbeitern sei er sofort sehr freundlich aufgenommen worden. „Ich fahre jeden Tag gerne hierher“, kann Hornberger schon jetzt mit Blick auf das sehr angenehme Arbeitsklima festhalten.

Arbeitstage derzeit etwas länger

Nach etwas mehr als einem Monat im neuen Job sei er natürlich noch in der Eingewöhnungsphase. Eigentlich sei 60 Prozent Richtertätigkeit und 40 Prozent Verwaltungsarbeit in seiner Position vorgesehen. „Im Moment ist es aber eher so halbe-halbe“, sagt Hornberger. Dabei vernachlässige er die Tätigkeit als Richter natürlich nicht. Die Arbeitstage seien derzeit für ihn einfach etwas länger.

„Mit der Wandfarbe der Flure musste ich mich als Richter nicht beschäftigen“, sagt Hornberger schmunzelnd und macht damit gleichzeitig anschaulich deutlich, wie umfassend die Verwaltungsarbeit am Amtsgericht sein kann. Neben Abstimmungsgesprächen zu Renovierungsarbeiten und vielen anderen Dingen außerhalb der richterlichen Arbeit stehe allerdings im Alltag hauptsächlich die Organisation des Personals auf dem Programm – angefangen bei Neueinstellungen über Aufgabenverteilung bis hin zu Verabschiedungen. Jedoch nur beim nichtrichterlichen Personal. Die Richter seien ihm naturgemäß nicht unterstellt.

Großes Projekt: Umstellung auf elektronische Akten

Mit der Umstellung auf elektronische Akten komme in diesem Jahr ein großes Projekt auf ihn zu. Spätestens im Sommer müssten beispielsweise die dafür benötigten Geräte besorgt werden. Wenn die Technik steht, werde jede neue Akte nur noch elektronisch angelegt. Die vorhandenen Papierakten sollen beibehalten und nicht ins neue System eingepflegt werden. Mit der Zeit würden diese dann nach und nach verschwinden, bis letztendlich alles in Datenpaketen verpackt ist.

Als Strafrichter befasst sich Hornberger mit etwas schwereren Delikten, für die Strafen zwischen zwei und vier Jahren in Frage kommen. Diese Fälle werden vorm Schöffengericht verhandelt. Die Angeklagten sind Erwachsene. Da gelte es hauptsächlich, das angemessene Strafmaß zu finden. Etwas anders sieht es aus, wenn Hornberger Strafsachen von Jugendlichen bis 21 Jahre bearbeitet.

„Manchmal kann man ja noch was bewegen“

„Manchmal kann man ja auch noch etwas bewegen“, sagt Hornberger, wenn er auf seine Arbeit als Jugendrichter zu sprechen kommt. Hier gehe es viel weniger um Bestrafung. Jugendliche, die straffällig geworden sind, mit erzieherischen Maßnahmen wieder auf den richtigen Weg zu bringen, sei das Ziel. Auch wenn dieses nicht besonders häufig erreicht werde. Oft säßen ihm dieselben Jugendlichen immer wieder gegenüber. Auch wenn es nicht allzu häufig funktioniert, seien gerade die ein oder zwei von zehn bis 20 Heranwachsenden, die wieder von der schiefen Bahn geholt werden können, die Mühe wert.

Nicht nur beim Blick auf die Fotos in seinem Büro wird recht schnell klar: Hornberger ist ein Familienmensch. „Wenn ich Zeit habe, verbringe ich die gerne mit meinen beiden Töchtern“, verrät er. Eine besuche noch den Kindergarten, die andere sei schon in der Grundschule. Auch der Gartenarbeit fröne er in seiner Freizeit sehr gerne. Den Rasen mähen, danach den Grill anwerfen und mit Familie und oder Freunden den Abend genießen, das sei für ihn ein gelungener Feierabend.

Zur Person

Jan Hornberger

- geboren im April 1981

- verheiratet, zwei Töchter

- seit 2008 in der rheinland-pfälzischen Justiz tätig

- zunächst Richter in Rockenhausen, dann etwa zwei Jahre persönlicher Referent des Ministers der Justiz in Mainz

- darauf achteinhalb Jahre Richter am Landgericht Zweibrücken mit zwischenzeitlicher Abordnung für sieben Monate an das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken

- seit 2. Januar 2020 Direktor des Amtsgerichts Landstuhl

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