Ramstein-Miesenbach
Italienischer Abend beendet die diesjährigen „Ramsteiner Sommernächte“
Schon lange vor dem ersten offiziellen Ton des Italo-Pop-Konzerts fiel während des Soundchecks auf, mit welcher Sorgfalt die Gruppe sich für ihren Auftritt vorbereitet. Da musste jede Einstellung für den optimalen Sound vor Ort stimmen. Diese Qualität setzte sich im Live-Auftritt fort. Und das nicht nur rein musikalisch: Die italienischen Originaltexte des breit angelegten Pop-Repertoires transportierte die aus dem saarländischen Völklingen stammende Band auch ebenso originalgetreu durch die Anlage – schließlich sind fünf der sieben Bandmitglieder Italiener, darunter in vorderster Front das Vokal-Duo Rossana Bossio und Emanuele Schembri. Da war dann auch einiges an südländischem Temperament zu spüren, das sich im Laufe des Abends ebenso auf die Stimmung im Publikum auswirken sollte.
Auf mitreißende Publikumsanimation verstehen sich die beiden Frontleute ohnehin. Mehrmals während des Auftritts stimmte etwa Emanuele Schembri einfach nur ein sonores „Volare“ an – und die Zuhörer antworteten mit dem passenden „o-hooo“. Ähnlich nach dem Wort „Cantare“. Und jedesmal lockerte sich die Atmosphäre noch ein wenig mehr auf.
Publikum singt mit
Den Rest an guter Stimmung besorgten viele rasante, bekannte (und auch weniger geläufige, aber mit ebenso starker Energie interpretierte) Italo-Hits der vergangenen Jahrzehnte. „Mamma Maria“ und „Azzurro“ waren im Programm, auch mehrere Hits des prominenten Gesangspaars Al Bano und Romina Power wie „Sempre Sempre“, „Felicità“ und nicht zuletzt der auch in der deutschen Version als „Alles, was ich brauche, bist du“ bekannt gewordene Titel „Tu sei I’unica donna per me“ und der zum Teil auf Italienisch gesungene Evergreen „Stand by me“.
Das Publikum ließ sich mitreißen, sang zumindest den Refrain laut mit und tanzte ausdauernd vor der Bühne. Sogar zu einem zünftigen Line Dance fand man sich spontan zusammen.
Beeindruckend war die große Originalnähe, mit der Gitarrist Pedro Costa, Keyboarder Dino Bossio, Bassist Filipe de Sousa und Schlagzeuger Davide Iacolino all die live nicht ganz einfach zu spielenden Stücke bis in feinste musikalische Ornamente hinein interpretierten. Bemerkenswert waren zudem die akkurat und energiereich gesetzten Soli von Saxophonist Marco Messina, mit denen er immer wieder besondere, antreibende, passend ausdekorierte melodische Akzente setzte.
Sänger tanzen auf den Bänken
Die beiden stimmlichen Haupt-Akteure Emanuele Schembri und Rossana Bossio indes, trotz charakteristischer Interpretationen ebenfalls recht nah an den Vorbildern, hielten ihrerseits die Hitze der wohl nicht ganz zufällig Vulcano genannten Band besonders hoch. Das geschah dann gerne auch schon mal außerhalb der Bühne, inmitten des Publikums und locker auf den Bänken stehend.
Wer dachte in diesem Moment schon an Urlaub im Süden? Italienische Temperaturen trotz zeitweise bewölktem Himmel mitten in Ramstein, grün-weiß-rote Fähnchen und Pizza-Duft über dem CCR-Vorplatz, und dann eben jene emotionale und mitreißende, schon auf dem Band-Plakat versprochene „Italo Pop & More“-Show: Es war ein gelungener Abend und ein würdiger Abschluss der Veranstaltungsreihe in diesem Jahr.