Landstuhl
Iris Hersina ist die erste Präsidentin des Lions Clubs
„Natürlich freue ich mich sehr darüber und möchte in dieser Funktion mein Bestes geben“, sagt die frischgebackene Präsidentin. Ein Jahr lang ist es nun ihre Aufgabe, den Club zu leiten, ein Programm auszuarbeiten und Schwerpunkte zu setzen. Der erste Schritt ist schon getan und ganz im Sinne des weltweiten Club-Mottos „We serve – wir dienen“. „Am 7. Oktober wird das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz in der Stadthalle Landstuhl ein Konzert geben, dessen Erlös den Flutopfern im Land zukommen soll. Für sie haben wir auch einen Spendenaufruf auf Facebook und im Wochenblatt gestartet. Dabei sind 15.000 Euro eingegangen, die wir eins zu eins weitergeben konnten, da bei uns ja keine Verwaltungskosten anfallen“, so Iris Hersina. „Außerdem wäre es schön, uns mal wieder mit unserem Partnerclub im lothringischen Pont-à-Mousson treffen zu können. Wir haben uns seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr gesehen.“
Vor 2004 war der Club eine reine Männerdomäne
Traditionell unterstütze der Lions Club soziale wie kulturelle Einrichtungen, Organisationen und Projekte der Region, aber auch international. Um Gelder zu generieren, dienen unterschiedliche Aktivitäten, wie etwa das Flying Diner. Derartige Veranstaltungen habe die Pandemie weitgehend ausgebremst, bedauert die 56-Jährige und hofft auf bessere Zeiten.
30 Mitglieder zählt der Landstuhler Lions Club. Fünf davon sind Frauen. Weiblichen Mitgliedern hat er sich 2004 geöffnet, bis dahin war der Club reine Männerdomäne. „Ich bin seit 2015 dabei. Wobei man sich nicht einfach bewerben kann, sondern von einem Mitglied vorgeschlagen werden muss. Dann wird über die Aufnahme abgestimmt. Dass man mich gefragt hat, hat mich schon etwas geehrt.“ Von zwei Paten unterstützt, habe sie an den monatlichen Treffen teilgenommen, um in das Clubleben hineinzuschnuppern.
„Ich habe gern Kontakt zu den Menschen“
Ehrenamtlich tätig zu sein, sich für eine Sache stark zu machen, ist für Iris Hersina fester Bestandteil ihres Lebens. Sie gehört dem Presbyterium in Landstuhl an, sitzt für die SPD im Stadt- und Verbandsgemeinderat. Die Wurzeln für das Engagement wurden bereits in ihrem Elternhaus in Bremerhaven gelegt. „Meine Eltern haben mich schon als Kind an die Nachrichten herangeführt, damit ich weiß, was in der Welt vor sich geht. Außerdem habe ich mich in Jugendgruppen der Kirche eingebracht und den Gruppenleiterschein gemacht. Mir macht es Spaß, mich vor Ort für etwas zu engagieren. Auch wenn man nicht immer so viel bewegen kann, wie ich es mir wünsche.“
Wenn die ehrenamtlichen Tätigkeiten hin und wieder das Privatleben streifen, zumal der Ehemann Stadtbürgermeister ist, stört sie das nicht. „Ich habe gern Kontakt zu den Menschen, am liebsten persönlich, auch wenn ich zugeben muss, dass die sozialen Medien manches erleichtern.“ Miteinander zu reden, sich auszutauschen, hat für sie einen ebenso hohen Stellenwert wie Ehrlichkeit und Toleranz.
Das gebürtige Nordlicht ist inzwischen „eingepfälzert“
Dass es die gelernte pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte vom hohen Norden in die Pfalz verschlagen hat, geht auf das Konto der Liebe. „Ich habe meinen Mann während seiner Bundeswehrzeit in Bremerhaven kennengelernt. Als er dann hierher versetzt wurde, bin ich ihm gefolgt. Anfangs hatte ich ein kleines Problem mit dem pfälzischen Dialekt, aber das hat sich mit der Zeit gelegt.“ Mittlerweile ist das gebürtige Nordlicht „eingepfälzert“ und hat in Landstuhl eine neue Heimat gefunden. Ihre Verbundenheit mit der Region kann Iris Hersina nun auch als Präsidentin des Lions Clubs unter Beweis stellen – bis sich im kommenden Jahr das Rad wieder dreht und sie die Präsidentschaft an ihre Nachfolgerin Sonja Tophofen weitergibt.