Westpfalz Inversionswetterlage: Was ist das?
Diese entsteht vornehmlich in den Herbst- und Wintermonaten unter dem Einfluss eines beständigen Hochdruckgebiets. Häufig ist es dabei in den Tälern trüb und kühl, auf den Bergen dagegen sonnig und mild. Außerdem bildet sich Smog, da Abgase und Schadstoffe nicht entweichen können. Normalerweise nimmt die Lufttemperatur mit steigender Höhe ab. Wird es mit zunehmender Höhe jedoch wärmer, dann bezeichnet man diese Temperaturumkehr als Inversion. Besonders stark ist die Temperaturzunahme an der Obergrenze der Inversion, wo kalte, feuchte und schwere an warme, trockene und leichte Luft grenzt. Inversionen wirken dann wie Sperrschichten und gelten als nahezu undurchdringlich. Sie stellen oft die Obergrenze von Wolken-, Nebel- oder Dunstschichten dar und sind besonders bei austauscharmen und windschwachen Wetterlagen ausgeprägt.
Kalte und zähe Nebelluft
Bei einer Inversion ist in den Herbst- und Wintermonaten häufig zu beobachten, dass sich in den Tälern kalte und zähe Nebelluft hält oder eine tiefhängende Wolkendecke über den Niederungen wabert, während auf den Hügeln und Bergen bei deutlichen Plusgraden die Sonne strahlt. Die Inversion markiert hierbei die Obergrenze der Hochnebeldecke. Teilweise trennen nur wenige Höhenmeter zweistellige Frühwerte von Bodenfrost. Inversionsschichten haben in der Regel nur eine relativ dünne Bandbreite von wenigen Hundert Metern bis eineinhalb Kilometer.
Inversionswetterlagen entstehen, wenn die Luft ab einer gewissen Höhe wärmer ist als in Bodennähe. Inversionen sind meistens bei windschwachen Hochdruckwetterlagen zu beobachten. Sobald die Sonne untergegangen ist, verschwindet die Wärmequelle. Die Erdoberfläche kühlt deshalb schnell ab. Das liegt an der Infrarotstrahlung oder Wärmestrahlung, die die Erde fortwährend abgibt. Derweil kühlt die nun kältere Erdoberfläche sowie die sich darüber befindende Luftmasse bis zu einer bestimmten Höhe ab. In darüber liegenden Schichten wird die Lufttemperatur nicht mehr unmittelbar vom kalten Boden beeinflusst. Bei einer solchen Wetterlage können die Temperaturunterschiede zwischen Tälern und Bergen durchaus mehr als zehn Grad betragen.
Wie in einem Topf mit Deckel
Bei einer austauscharmen Inversionswetterlage können sich beispielsweise Auto- und Fabrikabgase sowie andere Feinstoffpartikel rasant ausbreiten und wie in einem Topf mit Deckel nicht mehr entweichen. Bei längeren Inversionswetterlagen entsteht Smog. Dadurch wird die Qualität der Luft deutlich verschlechtert und kann bei empfindlichen Menschen Atemwegserkrankungen auslösen.
Inversionen bauen sich im Laufe des Vormittags wieder ab, wenn die Sonnenstrahlen den Erdboden und nachfolgend die darüber liegende Luftschicht erwärmen. Im Winter reicht die Erwärmung wegen der flachstehenden Sonne dafür jedoch nicht aus. Aufziehende Wolken verhindern, dass sich der Boden weiter auskühlt. Sie speichern die Wärme in den unteren Luftschichten. Dadurch passen sich die Temperaturverhältnisse mit der Höhe wieder an.
Inversionen lösen sich auch auf, wenn der Wind auffrischt und die Luft durchmischt. Dadurch wird die Kaltluftschicht am Boden weggeblasen. Wegen des hinter einer polaren Kaltfront erfolgten Luftmassenaustauschs ist die Inversionswetterlage in unserer Region vorerst beendet. Die kalte Kontinentalluft und der spürbare Nordost- bis Ostwind sorgen zunächst für klare Luftverhältnisse. Dazu wird in den kommenden Tagen neben lockeren Wolkenfeldern zeitweise die Sonne scheinen. Während es nachts frostig kalt wird, klettern die Temperaturen tagsüber auf erträglichere Werte.