Kreis Kaiserslautern
Interview: Ramstein-Miesenbachs Bürgermeister Ralf Hechler spricht über Gesundheitsförderung auf dem Land
Um gute Beispiele, wie Gesundheitsförderung auf dem Land gelingen kann, geht es bei einem Fachtag am Donnerstag, 5. September, in Ramstein-Miesenbach. Was in der Verbandsgemeinde schon für die Gesundheit der Bürger getan wird und wo noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist, darüber hat sich Redakteurin Pola Schlipf mit Bürgermeister Ralf Hechler unterhalten.
Herr Hechler, was versprechen Sie sich von dem Fachtag zur Gesundheitsförderung?
Ich verspreche mir neue Impulse. Da kommen Leute, die die Gesundheitsförderung im ländlichen Raum schon praktizieren. Es ist doch immer interessant zu sehen, was es für Programme gibt, wo man Förderungen bekommen kann.
Was wird denn schon jetzt in Ramstein-Miesenbach für die Gesundheitsförderung getan?
Wir haben ein paar ganz gute Beispiele, etwa den Beirat für Menschen mit Behinderung, der vor zehn Jahren als Arbeitsgemeinschaft Barrierefrei gegründet wurde. Das Anliegen des Beirats ist es, Barrierefreiheit in der Verbandsgemeinde herzustellen. Die Mitglieder sind vor Ort mit Menschen unterwegs, die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen oder einen Rollator nutzen, um die Wege barrierefrei zu gestalten, etwa einen Bürgersteig abzusenken, zu öffentlichen Gebäuden einen möglichst schwellenfreien Zugang zu bekommen und anderes. Ich zähle auch die Gemeindeschwester plus dazu, die vielen öffentlichen Veranstaltungen, bei denen sich die Leute begegnen können und das Freizeitbad Azur, weil es wichtig ist, ein Schwimmsportangebot zu haben, sowie das Mehrgenerationenhaus mit seinen Seniorennachmittagen, Beratungs- und Jugendangeboten. Denn es geht bei der Gesundheitsförderung nicht nur darum, die Ärzteversorgung sicherzustellen, sondern auch darum, dass jeder genug teilhaben kann am gesellschaftlichen Leben und dadurch zufrieden leben kann. „Lebenswerte Dörfer durch sorgende Gemeinschaften – Wie bürgerschaftliches Engagement zum Erfolg führt“ ist ein Vortrag am Fachtag überschrieben, den ich mir anhören will.
Aber die Ärzteversorgung ist ein zentraler Punkt. Wie ist Ramstein-Miesenbach da aufgestellt?
Wir haben 14 Facharztpraxen und mindestens nochmal genauso viele Gesundheitseinrichtungen wie Logopädiepraxen oder Ergo- und Physiotherapie. Hinzu kommen privatwirtschaftliche Einrichtungen wie Fitnessstudios. Bis auf die Orthopädie sind wir also gut aufgestellt.
Gibt es aus Ihrer Sicht noch einen Bereich, in dem die VG in Sachen Gesundheitsförderung besser werden müsste?
Bei der Barrierefreiheit haben wir noch Luft nach oben. Und bei den Facharztpraxen, für die wir oft auch der Vermieter sind, müssen wir darauf achten, Anreize für Nachfolger zu schaffen. Einige Ärzte sind zwischen 60 und 70 Jahre alt, da wird die Nachfolge zu regeln sein. Vielleicht wird es auch über kurz oder lang auf uns zukommen, ein Medizinisches Versorgungszentrum zu gründen. Dort würde die Verwaltung gebündelt und die Fachärzte wären angestellt. Aber das ist noch nicht spruchreif. Ansonsten geht es immer darum, Voraussetzungen zu schaffen, damit die Leute sich hier wohlfühlen.
Termin
- Der Fachtag „Gesundheitsförderung auf dem Land – Zusammen ackern, Ideen säen, Gesundheit ernten“ findet am Donnerstag, 5. September, ab 10 Uhr im Congress Center Ramstein statt. Veranstalter ist die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit, die von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz getragen wird.
- Vorgesehen sind Fachvorträge zur Gesundheit im ländlichen Raum und zu Schlussfolgerungen aus der Landesgesundheitsstudie. Außerdem können sich die Tagungsteilnehmer an Thementischen über lebensphasenorientierte Gesundheitsförderung im ländlichen Raum, sorgende Gemeinschaften, Bürgerbeteiligungen und kommunale Gesundheitsmoderation informieren.
- Weitere Informationen gibt es bei Silke Wiedemuth, Telefon 06131/206918, E-Mail swiedemuth@lzg-rlp.de.