Landstuhl
Internationale Schule zieht in ehemaliges Schwesternhaus der Bischof-von-Weis-Stiftung
Mit 38 Schülern startete die ISW im Jahr 2017 in der Ramstein-Miesenbacher Marktstraße. Inzwischen werden hier 102 Schüler unterrichtet. „Das Gebäude ist voll“, beschreibt ISW-Geschäftsführerin Charlotte Ducker die aktuelle Situation. Und gleichzeitig den erfolgreichen Abschluss von Phase I des Projektes Internationale Schule Westpfalz. Denn mit der Einrichtung der Lehranstalt sollte zunächst ermittelt werden, ob überhaupt ausreichend Schüler angemeldet werden, damit sich der Betrieb einer solchen Privatschule lohnt. Das sei ganz offensichtlich der Fall. Jetzt folgt Phase II: der Ausbau. Dazu braucht es mehr Platz. Und den bietet das ehemalige Schwesternhaus in der Nikolaus-von-Weis-Straße in Landstuhl.
Wie sieht der Plan aus?
Das aktuelle Schuljahr wird noch im gemieteten Gebäude in Ramstein-Miesenbach abgeschlossen. Im August soll dann das Anwesen in der Nikolaus-von-Weis-Straße in Landstuhl bezugsfertig sein. Platz für 200 Schüler wird laut Ducker im ersten Schritt geschaffen – von der Vorschule bis zur achten Klasse. Bis zum Beginn des Schuljahres 2022 soll dann auch eine Oberstufe eingerichtet sein, die mit der zwölften Klasse endet. Langfristiges Ziel sei, etwa 400 Schüler hier unterrichten zu können, sagt Ducker. Dabei entstünden auch neue Arbeitsplätze. Die 14 bisher in Ramstein-Miesenbach beschäftigten Mitarbeiter ziehen mit nach Landstuhl um. Etwa 40 bis 45 Stellen werde die Schule bieten, wenn die Oberstufe eingerichtet ist.
Wer kann die Schule besuchen?
Jeder, der über das nötige Geld verfügt. Zwischen knapp 14.000 Euro bis mehr als 16.000 Euro kostet der Schulbesuch pro Jahr – abhängig davon, ob Grundschule, Mittelstufe oder Oberstufe besucht werden. Aktuell werden Jungen und Mädchen aus zwölf unterschiedlichen Nationen an der Schule unterrichtet. Viele von ihnen kommen von der Air Base. Lediglich drei einheimische Familien hätten Kinder an der ISW angemeldet, sagt Charlotte Ducker.
Was bietet die Schule?
Kurz gesagt: eine Ausbildung, die international und unternehmerisch ausgerichtet ist. Die Schulabschlüsse seien international anerkannt, betont Schulleiter Stuart Rich. Für deutsche Schüler heißt das: Mittlere Reife und Abitur können hier gemacht werden. Ducker betont besonders das frühe Miteinander von Kindern aus unterschiedlichen Kulturkreisen – vieles in Teamarbeit. Dabei würden unter anderem Umgangsformen erlernt, die gerade bei international agierenden Unternehmen sehr wichtig seien.
Wann beginnen die Bauarbeiten?
„Wir wollen in den nächsten zwei Wochen anfangen“, sagt Ducker. Zuerst werde das Hauptgebäude des einstigen Schwesternwohnheims renoviert. Denn das müsse schließlich bis zum Beginn des nächsten Schuljahres fertig sein. Danach gehe es an die Nebengebäude und an die Außenanlage. Dabei werde natürlich auf den Denkmalschutz, aber auch auf moderne Ausstattung geachtet. „Vergangenheit trifft Zukunft“, umreißt Ducker das Vorhaben.
Was kostet das Ganze?
„Wir sprechen über einen Millionenbetrag“, verrät Ducker nur vage, was die in der Schweiz ansässige SBW Haus des Lernens AG investieren muss, um das Schulgebäude herzurichten. Das werde übrigens nicht gemietet, sondern der Bischof-von-Weis-Stiftung abgekauft.
Sind lokale Firmen beim Ausbau mit an Bord?
Zunächst nicht. „Wir haben einen eigenen Projektmanager, Architekten und Handwerker“, erläutert Ducker. Diese stünden bereits in den Startlöchern und übernehmen den nun anstehenden Ausbau. Für dieses Projekt seien bei den lokalen Unternehmen ohnehin nicht genügend Kapazitäten vorhanden. Allerdings stellt Ducker in Aussicht, dass in den kommenden Bauphasen auch Unternehmer aus der Umgebung zum Zuge kommen.
Warum nun doch kein Neubau in Ramstein?
Noch zu Beginn des vergangenen Jahres hatte die ISW einen Neubau in Ramstein-Miesenbach – nahe des Freizeitbads Azurs am Sportgelände – geplant. „Wir haben eine Bodenanalyse machen lassen“, verrät Ducker. Dabei sei herausgekommen, dass das Gelände sehr feucht ist. Alleine die Bodenplatte wäre daher sehr teuer geworden, nennt Ducker einen gewichtigen Grund, nun lieber nach Landstuhl umzuziehen. Außerdem habe niemand bei der ISW damit gerechnet, dass die Aufstellung eines Bebauungsplans so viel Zeit in Anspruch nehme. „Unser Fehler“, sagt Ducker, die die gute Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort betont.