Kaiserslautern
In Erzenhausen hat sich bereits ein Storch blicken lassen
Seit gut zehn Jahren ziehen Weißstörche in Erzenhausen ihre Jungen groß. Der Ort scheint eine absolut geeignete Brutresidenz zu sein. Waren es doch meist Drillinge, die da im Nest in luftiger Höhe aus den Eiern schlüpften. So war es auch im Jahr 2025. Letztes Jahr wurde Fridolin Ende Januar zum ersten Mal gesichtet, berichten die Storchenbeobachter Gaby und Bernhard Kimmle. Die beiden fahren jetzt regelmäßig am Nest vorbei und hoffen auf die Ankunft des Storchenpaares Fridolin und Frieda.
Den neuen Mast gab’s gratis
In Erzenhausen erwartet die Störche jedenfalls ein neuer Mast mit neuer Nistplattform. Das alte, vom Storchenpaar immer wieder ausgebesserte und vergrößerte Nest ist Geschichte. Klaus Urschel, der Erzenhausener „Storchenvater“ wollte das alte Nest eigentlich nur verkleinern lassen, um ein wenig Gewicht vom Mast zu nehmen. Dieser war allerdings nicht mehr standsicher und musste weichen, wurde durch einen neuen, stabilen Mast ersetzt. Wirklich neu ist auch dieser nicht. Er tat bislang bei den Pfalzwerken bei Schwedelbach seine Dienste. „Den haben wir umsonst bekommen“, verrät Urschel. Auch der Bau einer neuen Plattform sei im Ehrenamt erfolgt. Lediglich die Materialkosten waren zu tragen, und die habe die Gemeinde – unterstützt von Sponsoren – übernommen. Jetzt fehlen nur noch die Störche.
In diesem Jahr kommt wohl nicht nur in Erzenhausen die Sorge auf, dass die Störche vielleicht gar nicht mehr heimkehren. Ein Gedanke, der mit der ziemlich hart tobenden Vogelgrippe im vergangenen Jahr zu hat. Das weltweit unter den Zugvögeln grassierende Virus hat unter anderem Ende 2025 im spanischen Überwinterungsgebiet für ein Massensterben unter den Weißstörchen gesorgt.
Ein neuer Storch schaut vorbei
Klaus Urschel, der Storchenkümmerer, blickt nicht ganz bis nach Spanien. Er geht davon aus, dass die Erzenhausener Störche ohnehin nur noch bis Frankreich ins Winterquartier fliegen. Ohnehin kann er frohen Mutes vermelden, dass sich zumindest ein Storch in den letzten Januartagen tatsächlich auf den Wiesen bei Erzenhausen hat sehen lassen. „Da ist einer rumstolziert“, berichtet Urschel von dem oder der ersten Heimkehrerin. Eine Fotoaufnahme von Gaby und Bernhard Kimmle klärt aber gleich auf: Nein, es ist nicht Fridolin! Der angekommene Storch trägt die Ringnummer AY365, Fridolin ist mit AN315 beringt.
Und genau unter der Nummer wird bereits seit dem Jahr 2015 der Storchenmann am Nest in Erzenhausen dokumentiert. Viele Jahre lang hatte Hermann Kreß alles rund um das Storchengeschehen am Nest notiert. Seit seinem Tod kümmert sich Klaus Urschel um die Klappermänner- und Klapperfrauen.
Kehrt Fridolin, der ja nun tatsächlich auch schon im Seniorenalter ist, zurück und wenn ja, kann er sich gegen eventuelle Nebenbuhler durchsetzen? Wird auch seine Frieda wieder in Erzenhausen landen? Nehmen die Störche den neuen Mast überhaupt an? Diese Fragen sind offen. Immerhin fehlt das „gemachte Nest“ der Vergangenheit und der Mast wartet – bedingt durch die Bodenverhältnisse – nicht ganz am bisherigen Standort. „Er steht jetzt etwas weiter ab von der Zufahrtsstraße nach Erzenhausen“, ist von den Kimmles, die den Aufbau des neuen Mastes mit der Kamera festgehalten haben, zu erfahren. Abwarten ist angesagt.