Kreis Kaiserslautern In den drei ersten Lebensjahren Weichen stellen

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Seit drei Jahren ist die kommunale Kindertagesstätte Buchholz eine „Schwerpunkt-Kita Sprache und Integration“. Das Thema Sprachbildung gehört zum Alltag der Kinder. Geht es nach der Gemeinde, wird das Sprach- und Integrationsprogramm um ein weiteres Jahr verlängert.

Sprache ist in den frühen Bildungseinrichtungen wie Kindertagesstätten in den Fokus gerückt, denn hier werden die Weichen gestellt für die Integration in das gesellschaftliche Leben und für den späteren Erfolg in Bildung und Beruf. Ohne „Wenn und Aber“ habe der Gemeinderat deshalb beschlossen, einen Verlängerungsantrag für das Projekt zu stellen, so Ortsbürgermeister Klaus Neumann (SPD). Genehmigt werden muss der Antrag von einer „Regiestelle Schwerpunkt-Kita“ in Berlin. Die Kosten der Gemeinde für ein weiteres Jahr betragen laut Neumann 3500 Euro, der Rest von 25.000 Euro würden von Bund und Kreis getragen. Mit dem Geld finanziert werden Arbeitsmaterialien, die zusätzliche Arbeitszeit der Sprachexpertin sowie Fortbildungstage für das gesamte Team, die dazu dienten eine Sprachkonzeption für die Einrichtung zu entwickeln. Edeltraud Speer, Leiterin der Kita, und Erzieherin Ulrike König hatten im Gemeinderat das Projekt präsentiert. Kinder, die viele Erfahrungen im Umgang mit Sprache sammeln, haben klare Vorteile im Leben, so Speer. Sprachförderung sei dann effektiv, wenn sie früh begonnen werde. Die Kinder zeigten in den drei Jahren Lernerfolge im Wortschatz, Satzbau und kommunizierten deutlich mehr. Ulrike König: „Sie zeigen Sprachfreude, suchen Gespräche, können Gefühle besser ausdrücken und Konflikte bereden.“ Auch die Eltern zeigten Interesse, so Speer. „Kita Plus“, ein weiteres Projekt, das ebenfalls von Ulrike König betreut wird, bietet Eltern die Möglichkeit einmal wöchentlich im Familiencafé zu verweilen. Speer: „Die beiden Projekte lassen sich wunderbar miteinander verbinden und profitieren gegenseitig. Die Arbeit der Kita wird für alle transparent und nach außen getragen.“ Das gesamte Team in der Buchholzer Kita bildete sich zum Thema Sprache weiter. Ulrike König hat diverse Fortbildungen zur Sprachexpertin absolviert und begleitet seit 2011 die sprachlichen Lernprozesse. Dazu zählt das Beobachten der Kinder. Deren Sprachstand wird festgehalten, so dass die Entwicklung objektiv eingeschätzt und gezielt vorangetrieben werden kann. Ziele werden individuell, auf das Kind bezogen formuliert, mit den Kollegen in der Gruppe abgestimmt und fließen in die Planung der Projektarbeit mit ein. Die Sprachbildung passiert in Alltagssituationen, in der Märchenstunde, in der Kleingruppe beim Malen, Kneten, Singen, in der Bewegung, mit oder ohne Musik, beim Bücher anschauen oder Erzählen. Methodenvielfalt und der Einsatz von Lernmaterialien ermöglichen eine optimale Förderung der Kinder. Ein Baustein in Netzwerk rund um Sprache in der Kita sei die Kooperation mit externen Partnern, wie Logopäden, Frühförderkräften, oder Grundschule und Kinderärzten geworden. Die Kindertagesstätte Buchholz besuchen zur Zeit 76 Kinder, davon viele mit Migrationshintergrund. (wiu)

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