Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel In 50 Jahren so einiges erlebt: Pfadfinder feiern ihr Jubiläum

Treffen auf dem Pfadfindergelände: Der Stamm Kurpfalz feierte am Samstag sein 50-jähriges Bestehen.
Treffen auf dem Pfadfindergelände: Der Stamm Kurpfalz feierte am Samstag sein 50-jähriges Bestehen.

Seit 50 Jahren heißt es in Ramstein „Gut Pfad“. Unzählige Kinder und Jugendliche erlebten in diesen Jahren die spannenden Zeltlager, lernten Land und Leute bei Reisen kennen und erlebten in den Pfadfindergruppenstunden eine besondere Gemeinschaft. Zum Jubiläum, das am Samstag auf dem Pfadfindergelände gefeiert wurde, trafen sich viele der Ehemaligen vom Stamm Kurpfalz.

Reiner Scherer und Horst Radl gehörten zu den ersten Pfadfindern vom Stamm Kurpfalz in Ramstein. Sie erinnerten sich an ihre Werbeaktion, mit der sie Gleichgesinnte in Ramstein und den Nachbarorten suchten: „Da liefen neun seltsame Menschen mit blauem Hemd und blau-gelbem Schal durch die Straßen.“ Bereits ein Jahr später trafen sich 300 Pfadfinder in Ramstein zu einem Zeltlager. Das fand damals auf dem Gelände des Hundevereins statt, und vom Hundeverein bekamen die Pfadfinder ein dickes Lob: „Danke für das vorbildliche Verhalten, ihr habt alles so verlassen und wiederhergerichtet, wie ihr es vorgefunden habt.“

Scherer und Rad wussten so manche Anekdote aus der ersten Pfadfinderzeit zu erzählen, wie die von einem Zeltlager, bei dem es ununterbrochen nur geregnet hat. Dazu kam täglich der Marsch von fünf Kilometern, um das nächste Lebensmittelgeschäft zu erreichen. Bei Windstärke sieben versuchten die Pfadfinder an der Nordsee, ihre Zelte aufzubauen, was sich nicht gerade als einfach entpuppte.

Im Oktober 1985 traf die Pfadfinder dann ein schwerer Schlag. Die Nikolausschule brannte ab, und dort lagerte das gesamte Material der Pfadfinder. Berthold Müller, heute noch aktiver Pfadfinder, erinnerte sich am Samstag: „Eine ganze Armada von Gasflaschen hatten wir im Dachstuhl gelagert, und die sind wie Raketen durch den Dachstuhl geschossen.“ Und damit standen die Pfadfinder sogar unter Verdacht: „Man dachte tatsächlich kurz, der Brand sei von uns verursacht worden, weil er im Dachgeschoss ausbrach.“ Sämtliche Zelte, Boote und Töpfe fielen den Flammen zum Opfer. Doch sie seien versichert gewesen, sagte Müller.

Hochwasser beim Pfingstlager

Das darauffolgende Pfingstlager fiel wegen Tschernobyl aus: „Dabei wären wir der Stamm gewesen, der am besten ausgestattet gewesen wäre. Alles war ganz neu angeschafft worden.“ Zu diesem Zeitpunkt begann dann der Bau der Blockhütte auf dem Pfadfindergelände. 25.000 Arbeitsstunden haben die Jungen und Mädchen investiert.

Leif Heidingsfelder und Jürgen Divivier ließen die 90er Jahre Revue passieren. „Das erste Pfingstlager mit den neuen Bundesländern war riesig.“ Gleich 6000 Menschen aus 27 Nationen nahmen an dem Lager teil: „Es hat von zwölf Tagen übrigens elf Tage geregnet.“ Sie berichteten, dass sogar der Laster zur Reinigung des Toilettenhäuschens nicht mehr durch den Schlamm kam und ein Landwirt den Laster befreien musste. Noch dramatischer fiel das Pfingstlager 1997 aus. Da wurden die Jungen und Mädchen nachts von Polizei und Feuerwehr geweckt, ein Hochwasser drohte. „Zum Glück waren wir nicht in der Nähe des Baches, sondern konnten noch alles mitnehmen.“ Die Stämme, die näher am Bach gelagert hatten, hätten sich nur noch durch Wegrennen retten können: „Wenn man das erlebt hat, weiß man, wie sich die Menschen im Ahrtal gefühlt haben.“

Als der kleine Ralf mal wieder zündelte

2001 waren die Ramsteiner Pfadfinder schon mit Solarkollektoren ausgestattet. „So hatten wir warmes Wasser“, berichteten Aaron Layes und Sascha Merz. In dieser Zeit fand der Umbau des Pfadfinderhauses statt. Markus Himmerlich berichtete den Pfadfindern von früher, dass es auch heute noch so manche aufregende Begebenheit gibt, die im Nachhinein für etliche Lacher sorgt. So suchten zehn Teilnehmer 2013 bei einem Lager mit 5000 Leuten einen ihrer Kollegen, der jedoch auf der Toilette eingeschlafen war.

So manche Geschichte wussten die Pfadfinder auch von ihrem ehemaligen Mitglied, dem heutigen Verbandsgemeinde- und Stadtbürgermeister Ralf Hechler, zu berichten. „Da saß der kleine Ralf in seinem Zelt und zündelte mal wieder.“ Das habe er nämlich äußerst gerne getan. „Hilfe, Hilfe“, kam es dann plötzlich aus dem Zelt – der heutige Bürgermeister hatte damals die Zeltplane angesteckt.

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