Kreis Kaiserslautern
Impfpflicht: Was Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser erwarten
„Wir sind verpflichtet, uns an die Impfpflicht und die damit verbundenen Leitlinien zu halten. Dem kommen wir selbstverständlich nach, schließlich geht es darum, vulnerable Gruppen zu schützen“, sagt Michael Nickolaus, Geschäftsführer des DRK Kreisverbands Kaiserslautern-Land. Ihm gehören neben den drei Seniorenheimen in Weilerbach, Ramstein und Queidersbach auch das stationäre Hospiz in Landstuhl und ein ambulanter Pflegedienst an – und damit hauptsächlich ältere und kranke Menschen, die zu betreuen sind. „Sie sind besonders gefährdet, sich zu infizieren und mit einem schweren Verlauf von Corona kämpfen zu müssen. Deshalb haben wir von Anfang an viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet, damit sich möglichst viele impfen lassen.“ Die Rechnung sei aufgegangen. „95 Prozent unserer Heimbewohner sind geimpft, ähnlich sieht es bei den 200 Mitarbeitenden in den Einrichtungen aus.“ Nur zwei, drei Mitarbeiter warten noch auf den Totimpfstoff, drei bis vier Leute überlegten, das Gesundheitssystem zu verlassen, so Nikolaus. „Sollte es dennoch ein Problem mit einem Mitarbeitenden geben, ist es am Gesundheitsamt, eine Entscheidung zu treffen. Alles in allem gehen wir nicht davon aus, dass es aufgrund der Impflicht zu personellen Engpässen kommt.“
„Es gibt etliche unbesetzte Stellen“
So sieht es auch Thomas Matz, Leiter des Caritas Altenzentrums St. Nikolaus in Landstuhl. „Wir haben eine hohe Impfquote in unserem Haus. Von den Mitarbeitenden liegen uns die Nachweise über den Genesenen- oder Impfstatus vor. Zudem haben 90 bis 95 Prozent der Bewohner bereits die dritte Impfung erhalten und wir führen regelmäßig Tests über das Maß hinaus durch.“
„Die Impfquote liegt bei 95 Prozent unter den Pflegekräften und dem ärztlichen Personal und sie ist in den vergangenen Wochen gestiegen. Der jeweilige Status ist dokumentiert, wird evaluiert und tagesaktuell ausgewertet“, sagt Jens Lehnhardt, Pflegedirektor des Nardini Klinikums St. Johannis in Landstuhl. Sollte der Fall eintreten, dass ein oder mehrere Mitarbeiter weder genesen sind noch der Impfpflicht nachkommen, werde das Gesundheitsamt individuell prüfen, wie mit den Betroffenen zu verfahren ist. „Es wäre schon bitter, wenn mit einem Schlag mehrere Leute nicht mehr arbeiten dürften. Noch ist die Situation ,handlebar’, aber die Personaldecke ist nicht gerade üppig, es gibt etliche unbesetzte Stellen. Schlimmstenfalls könnten nicht mehr alle Betten betrieben werden“, meint Lehnhardt.