Reichenbach-Steegen
Impfbus beim VfB Reichenbach: mehr als 80 Injektionen
Ziel der Kampagne sei es, Vereinsmitgliedern und anderen Interessierten ein einfaches und unbürokratisches Impfangebot zu machen. Der Landessportbund möchte nach eigenen Angaben die Impfquote bei 12- bis 17-Jährigen steigern. Es sollen aber auch ältere Menschen geimpft werden. „Impfen ist die beste Verteidigung“, zitierte der Zweite Vorsitzende des VfB, Mark Rheinheimer, das Motto der Kampagne.
„Ich will an den Wochenenden ausgehen können“
Der 15-jährige Florian König aus Rodenbach hatte sich bereits zum zweiten Mal impfen lassen. Er saß mit seinem Vater Rüdiger auf Klappstühlen vor dem Impfbus. Etwa eine Viertelstunde sollte er hier warten, um sicher zu gehen, dass er die Impfung gut vertragen hat. „Ich will an den Wochenenden ausgehen können“, beschrieb Florian seine Motivation, sich impfen zu lassen. „Meine Frau und ich unterstützen das absolut“, fügte Vater Rüdiger an. „Alles in Ordnung?“, fragte Jonas Müller vom sechsköpfigen Impfteam des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Ja, mir geht es gut“, antwortete Florian. Müller händigte ihm seinen Impfausweis aus. Der 15-Jährige konnte sich auf den Heimweg machen.
„Man hatte die am meisten vergessene Gruppe wieder vergessen“, meinte Peter Conrad, Jugendsekretär der Sportjugend Pfalz aus Kaiserslautern, in Bezug auf Impfungen für Jugendliche. Auf Intervention des Landessportbundes hin sei der Impfbus mit den Vereinen in Kontakt gekommen. In Rheinland-Pfalz sind in der Altersgruppe von zwölf bis 17 Jahren aktuell 45,4 Prozent einmal geimpft, 36,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben den vollen Impfschutz.
„Rechte zurück und sich nicht immer testen lassen müssen“
Um Vereinsmitgliedern und allen Interessierten ein niedrigschwelliges Impfangebot auf dem Gelände ihres regionalen Sportvereins anbieten zu können, zögerte der VfB nicht lange, so Rheinheimer. In Verbindung mit dem geplanten Schnuppertag wurde kurzfristig die Teilnahme an der Impfkampagne organisiert. „Für uns ist es Mitgliederwerbung und auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten“, meint Rheinheimer. Er betonte, wie vorteilhaft es sei, die Infrastruktur der rheinland-pfälzischen Sportlandschaft zu nutzen, um das ungehinderte Ausüben von Sport zu ermöglichen.
Nach einer größeren Nachfrage gleich zu Beginn der Impfaktion – um 10 Uhr – war Jonas Müller vom DRK überzeugt: „Es ist auf jeden Fall genügend Impfstoff da, egal wie viele kommen.“ Falls dieser knapp würde, werde ein Teammitglied Nachschub im Kaiserslauterer Impfzentrum holen. Der 14-jährige Fabrice Cailliod aus Weilerbach wollte seine „Rechte zurück und sich nicht immer testen lassen müssen“, gab er an. Vater Roger war der Meinung, dass die Aufhebung der kostenlosen Schnelltests „eine versteckte Impfpflicht“ sei. Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse ja nun für seine Antigen-Schnelltests selber aufkommen. Ausnahmen bestehen für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Für Schwangere und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren gibt es eine Übergangsregelung bis Jahresende.
„Ich schütze meine Familie und die Menschheit“
Auch kreisübergreifend funktionierte die Werbung für den Impfbus. Leonie Schramm (16) war mit ihrer Mutter Sabine aus Erdesbach im Landkreis Kusel angereist. „Ich schütze meine Familie und die Menschheit wenn ich mich impfen lasse“, war Leonie überzeugt. Außerdem sei es ihr wichtig, da sie den Beruf der Erzieherin anstrebe.
Bis 18 Uhr wurden 41 Biontech Erstimpfungen, 27 Biontech Zweitimpfungen und drei Booster Impfungen (Drittimpfungen) verabreicht. 15-mal wurde mit dem Mittel Johnson & Johnson geimpft, teilt die Pressesprecherin des DRK, Katharina Benlioglu, mit. Zu Beginn hatte das Team 250 Biontech und 60 Johnson & Johnson Impfdosen an Bord. Zum Alter der Impflinge werde keine Statistik geführt. „Die Resonanz war für den versteckten Standort und die kurzfristige Ankündigung in Ordnung. Die Impflinge mussten kaum warten und man hatte Zeit für individuelle Gespräche“, resümiert Benlioglu.
Info
Mehr zur aktuellen Impfkampagne unter: www.sportjugend.de/lsb-und-gesundheitsministerium-starten-gemeinsame-impfkampagne-fuer-12-bis-17-jaehrige/