Kreis Kaiserslautern Hinweg mit dem kalten Gesellen

Erst strebte ein langer Fackelzug durchs Dorf dem Oberberg zu ...
Erst strebte ein langer Fackelzug durchs Dorf dem Oberberg zu ...

Dem kalten Gesellen sollte kräftig eingeheizt werden, damit er endlich dem Frühling Platz macht: In Olsbrücken fand die Winterverbrennung auf dem Oberberg statt, die traditionell am Samstag nach Fastnacht von Pfälzerwald-Verein und Gemeinde veranstaltet wird. Los ging es wieder mit einer Fackelwanderung vom Dorfplatz aus.

Die örtliche Wanderjugend, Ortsgruppen des Pfälzerwald-Vereins aus Lauterecken und Rutsweiler, eine rüstige Seniorengruppe sowie zahlreiche Familien versorgten sich vorab mit Fackeln, die von der Ortsgemeinde bereitgehalten wurden. Für Absatz beim erst zögerlichen Verkauf sorgten auch die amerikanischen Familien Shuman und Meyer aus Weilerbach mit dem Erwerb von gleich fünf Fackeln. Die achtjährige Julia Lenz war mit ihrem kleinen Bruder, Eltern und Freundinnen zum Spektakel gekommen. Gespannt auf die Ereignisse wartete der sechsjährige Fin Jungnickel mit Bruder Ben und seinem Vater in der Menschenmenge. Mit drei Generationen waren die Bernstengels aus Hochspeyer zum feurigen Ereignis nach Olsbrücken angereist. Zum ersten Mal beim Fest dabei war Familie Schneider aus Cronenberg mit ihrer dreijährigen Tochter Ella und dem fünfjährigen Emil. Da Ortsbürgermeister Peter Hesch erkrankt war und nicht zur Begrüßung der Teilnehmer kommen konnte, übernahm das kurzerhand mit Stefan Witzler ein Bürger. Und endlich konnte der Fackelzug in die Gänge kommen, sich durch das Dorf zum Oberberg hin bewegen. Dabei galt es natürlich wieder, vorsichtig mit den Fackeln umzugehen und auf den Vordermann zu achten. Jakob Christmann war da mit seinen fünf Jahren schon so etwas wie ein alter Hase, denn er ist regelmäßig mit seinen Eltern dabei. Mit von der Partie war auch wieder Familie Wirth mit Töchterchen und Hund. Dann hatte die Menschenschlange den Anstieg geschafft. Die Feuerwehr, die die Brandsicherheitswache übernahm und mit acht Helfern rund viereinhalb Stunden im Einsatz war, hatte alles gut im Blick, als der Vorsitzende des Pfälzerwald-Vereins, Ronny Faul, das Kommando zum Entzünden des großen Scheiterhaufens gab. Voller Elan warfen große und kleine Teilnehmer die Restfackeln in den vorbereiteten Stapel aus Brennbarem. Die Zwillinge Katharina und Charlotte Haferanke schauten mit großen Augen auf das Riesenspektakel. Selbst der 15-jährige Jeremy Kemmerer fand es mit seinen Kumpels lustig, mal bei einem erlaubten Großfeuer dabei zu sein. Allerdings verwandelte sich das zunächst noch lustig lodernde Feuer allmählich in einen qualmenden Stapel. Der gewohnte helle Schein des Freudenfeuers bis ins Lautertal hinein blieb diesmal aus. Der ausgiebige Regen hatte wohl die ausgedienten Weihnachtsbäume, die von der Feuerwehr vor Wochen angekarrt worden waren, zu stark durchnässt. Während einige Kinder das Lied „Winter ade“ anstimmten, löschten manche Erwachsene schon ihren Durst in der Eishöhle.

... dann wurde ein riesiger Scheiterhaufen entzündet.
... dann wurde ein riesiger Scheiterhaufen entzündet.
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