Landstuhl / Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Hilfstrupps aus der Westpfalz stellen im Ahrtal die Gasversorgung wieder her

Das zwölfköpfige Einsatzteam mit Sebastian Heß am Funksprechgerät in der Bildmitte, rechts daneben Frank Nesselberger. Ein Teil
Das zwölfköpfige Einsatzteam mit Sebastian Heß am Funksprechgerät in der Bildmitte, rechts daneben Frank Nesselberger. Ein Teil der Mannschaft fährt am Montag erneut ins Ahrtal, um zu helfen.

Zwölf fachkundige Mitarbeiter der Verbandsgemeindewerke Landstuhl und Ramstein-Miesenbach haben im Ahrtal bei der Wiederherstellung der Gasversorgung mit angepackt. Ein Einsatz, der Spuren hinterlassen hat.

„Obwohl bereits zweieinhalb Monate seit der Flutwelle vergangen sind, fühlten wir uns in die Nachkriegszeit zurückversetzt“, berichten Sebastian Heß, stellvertretender Gas- und Wassermeister der Stadtwerke Ramstein, und Frank Nesselberger, Fachbereichsleiter Technik der Verbandsgemeindewerke Landstuhl, von ihren Eindrücken beim Einsatz im Katastrophengebiet Heimersheim, Heppingen und Green in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Ein Großteil der Häuser war im Rohbauzustand, ohne Heizung und warmes Wasser.“ Trotz all des Elends ringsum habe eine freundliche Atmosphäre geherrscht, erzählt Nesselberger: „Das offene, dankbare ,Du’ im Gespräch hat mich betroffen gemacht.“ Über Tag habe die Arbeit das Nachdenken über die Situation in den Hintergrund gedrängt. „Aber wenn wir abends unser komfortables Hotel aufsuchten, wurde jedem klar, wie schnell das Schicksal ein Leben verändern kann.“

„Macht Platz für die Jungs – die bringen uns das Gas!“

Bald sei der Trupp aus der Westpfalz bekannt gewesen wie ein bunter Hund: „Wenn wir an der Verpflegungsstelle unser Mittagessen abholten, hieß es: ,Macht Platz, das sind die Jungs, die uns das Gas bringen!“, berichtet der Landstuhler Fachbereichsleiter lachend und fügt an: „Es kam vor, dass wir an einem Tag mit einem Wildfremden bei der Essensausgabe in der Reihe standen und einen Tag später im Haus von genau diesem Menschen für warme Temperaturen sorgten. Das Hallo war dann groß und vor Dankbarkeit flossen Tränen.“ Schnell hätten sich auch Freundschaften entwickelt: unter den Hilfsteams und mit den Kollegen vor Ort, die beim Instandsetzen der Gasnetze unterstützt wurden.

Am vorvergangenen Wochenende kehrte die zwölfköpfige Truppe aus dem Ahrtal zurück. Aber am Montag geht es bereits weiter: Drei Ramsteiner und zwei Landstuhler aus dem eingespielten Einsatzteam machen sich dann wieder auf nach Kirchdaun und Bengen, um für warme Wohnstuben im Ahrtal zu sorgen, berichtet Paul Armbrust, Leiter der Verbandsgemeindewerke Landstuhl.

Daheim soll natürlich auch niemand frieren

Für ihn und Georg Leydecker, Geschäftsführer der Stadtwerke Ramstein, werden die nächsten Monate Mehrbelastungen mit sich bringen. „Bis Heiligabend sollen unsere Teams im Ahrtal mithelfen und dafür sorgen, dass 6000 Haushalte an die Gasversorgung angeschlossen werden. Trotzdem soll hier bei uns daheim freilich niemand wegen Personalmangels in seinem Haus frieren.“

Nicht ganz einfach werden wohl auch die Haushaltsberatungen in puncto Stadtwerke. Trotzdem sind sich die beiden Bürgermeister Peter Degenhardt und Ralf Hechler einig, dass wo immer Hilfe benötigt wird, diese auch kommt, denn: „Es könnte auch die Westpfalz treffen.“

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