Kreis Kaiserslautern Hier sportlich, dort gemütlich

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Ja, sie rollen wieder. Am gestrigen Sonntag gehörte der Asphalt im Lautertal wieder all denjenigen, die auf Rädern, Rollen und zu Fuß unterwegs waren – und das ganz ohne Auspuffgase. Was heuer in die 22. Runde ging, hat sich längst etabliert: Das „Autofreie Lautertal“ mit seiner 35 Kilometer langen Strecke zwischen Kaiserslautern und Lauterecken wird nur allzu gerne unter die Räder genommen.

Die B270, die durch Otterbach führt, ist kurz nach der Eröffnung nur wenig befahren. Einige Radfahrer und Skater sind unterwegs, andere lassen sich den Frühschoppen oder den Kaffee an einem der Stände schmecken. Wolfgang Schug und seine Ehefrau Claudia haben beim Kreisel einen Stopp eingelegt. „Wir haben uns hier mit Bekannten verabredet“, erzählt das Paar aus Quierschied im Saarland. Schon im vergangenen Jahr waren die Zwei mit von der Partie. „Es hat uns gut gefallen.“ So gut, dass sie es zwar gemütlich angehen lassen wollen, aber doch, wenn es sich ergibt, die ganze Strecke unter die Räder nehmen, mit dem einen oder anderen Stopp. Blauer Himmel, sommerliche Temperaturen – das Wetter könnte nicht besser sein. Eine süße Erfrischung ist auch nicht weit: Marcel Walter, Inhaber des erst kürzlich eröffneten Kunstcafés, hat einen Eiswagen geordert. „Es ist nicht einfach zu kalkulieren“, erzählt er angesichts fehlender Erfahrungswerte. Leer wird wohl kein Eisliebhaber ausgehen, denn mit zwölf Sorten im Verkauf und 900 Liter auf Vorrat ist er gut bestückt. „Wir wollen uns einen schönen Tag machen“, erzählen Angelika und Michael Prinzkosky. Das Otterbacher Paar wartet ebenfalls auf Freunde und will auf jeden Fall bei der Reservistenkameradschaft einen Stopp einlegen. „Weil man dort immer Leute trifft und das Essen schmeckt“, begründen sie. Nicht zum ersten Mal radeln sie mit, wirklich schlechte Erfahrungen haben sie noch nicht gemacht. Dennoch sagen sie: „Man muss aufpassen. Es ist schon blöd, wenn ,Profis’ mit 50 Stundenkilometern durch die Straße fahren. Der Tag ist ja eine Familiensache.“ Einige Fahrradfahrer rollen, wie es sich ohne Straßensperrung gehört, über den Radweg, die anderen nutzen die Fahrbahn. Sportlich Ambitionierte in ihrem Trikot sind genauso unterwegs wie Genussradler. In beide Richtungen treten Omas und Opas mit ihren Enkelkindern in die Pedale, dort hat der Papa den Nachwuchs im Kindersitz, und der Kleinen geben die Stützräder Sicherheit. Motorenlärm bleibt an diesem Tag außen vor, nur das Sirren der Reifen und das Knacken der Gangschaltung sind zu hören. Vereine, Gruppen, Geschäftsleute und Institutionen beteiligen sich entlang der Strecke nicht nur mit Essen und Getränken. Der Heimat- und Kulturverein Otterbach hat am ehemaligen Stellwerk seine Zelte aufgeschlagen und führt auch durch das Museum. Auf dem Schwenkgrill brutzeln die Idar-Obersteiner Steaks. „Original“, wie Harald Kühn und Barbara Christmann betonen. 2015 waren sie um 13.30 Uhr ausverkauft, in diesem Jahr soll es anders werden. „Wir haben 100 Stück im Vorrat“, erzählen sie. Wenige Schritte weiter am Bahnübergang tut die Freiwillige Feuerwehr ihren Dienst. Immer wieder fahren Autos, Motorräder und sogar ein Traktor trotz der Absperrung an der Lampertsmühle vor. Sie müssen jedoch wenden. „Größtenteils sind die Fahrer nicht einsichtig. Sie wollen eine Ausnahme sein“, erzählt Oberlöschmeister Matthias Dummer. Sogar angebliche Notfälle kommen als Ausrede. „Wenn wir dann anbieten, Rettungskräfte zu informieren, legen sie ganz schnell den Rückwärtsgang ein.“ Am Katzweilerer Bahnhof herrscht ebenfalls reges Treiben. Bei der Südwest-Entrümpelung wird das Jugendblasorchester aus Rodenbach aufspielen. Wie es sich gehört, sind die 20 Musiker mit dem Fahrrad gekommen, nur die Instrumente werden im Autohänger gebracht. Außerdem warten sie noch auf die „Chefs“. „Sie haben einen Platten“, wie eine der Musikerinnen berichtet. Gegenüber auf dem Dorfplatz haben der Gesangverein und der Förderverein der Partnerschaft zwischen Katzweiler und Romenay in Frankreich den Grill angezündet. Neun Original Idar-Obersteiner Spießbraten drehen sich über dem Buchenholzfeuer. „Wir sind gut gerüstet“, erzählt Heinz Korn, der Mitglied in beiden Vereinen ist. „Jetzt läuft es richtig an“, meint er zu der steigenden Nachfrage zur Mittagszeit.

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