Mehlingen / Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Heftiges Hagelgewitter sorgt für Verwüstung

Winterlich-weiß war die Straße nicht nur in Mehlingen im Dellchen.
Winterlich-weiß war die Straße nicht nur in Mehlingen im Dellchen.

Ein kurzes, aber heftiges Hagelgewitter ist am Sonntagnachmittag über Teilen des östlichen Landkreises niedergegangen. „Man hat einen Eindruck gekriegt, wie schlimm so ein Unwetter sein kann“, sagt Monika Rettig, Ortsbürgermeisterin von Mehlingen.

Gegen 16.30 Uhr ging es in Mehlingen los, eine Viertelstunde später war der Spuk auch schon wieder vorbei. Doch das Gewitter sei heftig gewesen und habe Spuren hinterlassen, sagt Rettig: „Dicke Hagelkörner – so groß wie Bohnen – prasselten vom Himmel und blieben sogar in den Schneefallgittern auf dem Dach hängen.“ Schnell waren die Straßen und Gärten der Gemeinde weiß wie bei winterlichem Schneefall. „Ich hab jetzt noch Eis im Garten“, berichtet sie am Montagmorgen. Durch das Gewicht des Eises hätten sich die Masten des Sonnensegels am Kindergarten verbogen. Gärten und Straßen seien überschwemmt gewesen. „Jetzt liegt noch überall der Rindenmulch auf den Straßen.“

Auch in Enkenbach-Alsenborn tobte gegen 16.30 Uhr ein heftiges Gewitter, verbunden mit Starkregen und Sturmböen. Nach kurzem, heftigem Donnerknallen prasselten urplötzlich zentimetergroße Hagelkörner vom Himmel. Die Anwohner waren völlig überrascht. „Es fing an mit einem leichten Klopfen, innerhalb von 20 Sekunden wurde es ein Prasseln, dass man sein Wort nicht mehr versteht. Das ging rasend schnell“, berichten Alsenborner nach dem Sturm. Mehrere Zentimeter hoch lagen die Hagelkörner nach wenigen Minuten.

Hagelkörner vom Fußballplatz geschaufelt

Im Freibad des Ortsteils Alsenborn hatte das Team am Abend alle Hände voll zu tun, die Unmengen an Laub aus den Becken zu fischen. Eine dicke Schicht abgebrochener Äste und Blätter bedeckte das Areal. Badleiter Matthias Edinger ist noch immer völlig überrascht. Die Stärke des Unwetters sei ihm so nicht angezeigt worden, berichtet er. Lediglich die Warnstufe orange, mäßig starkes Unwetter, wurde ihm übermittelt. Eine Minute später brach es über dem Freibad herein.

Auf dem Rasenplatz des SV Alsenborn konnte mit ziemlicher Verspätung, gegen 18 Uhr, doch noch das sonntägliche Fußballspiel ausgetragen werden. Vereinsvorsitzende Gudrun Heß-Schmidt, die als Erste Kreisbeigeordnete im Landkreis zuständig ist für den Katastrophenschutz, schaufelte über eine Stunde mit Vereinskollegen die Hagelkörner vom Platz. „Es ist wohl noch glimpflich verlaufen“, berichtet sie. Die Feuerwehr hätte keine Einsätze für den Katastrophenfall gemeldet. In großen Teilen der Ortsgemeinden sind Grünanlagen und Gärten vom Hagel zerschlagen. Die Säuberungs- und Aufräumarbeiten werden wohl noch einige Tage andauern.

Und plötzlich kam der Hagel: Innerhalb weniger Minuten war dieser Balkon in Enkenbach-Alsenborn von den großen Körnern bedeckt.
Und plötzlich kam der Hagel: Innerhalb weniger Minuten war dieser Balkon in Enkenbach-Alsenborn von den großen Körnern bedeckt.
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