Enkenbach-Alsenborn
Hebamme Elisa Schimpf will Kurse für Kinder unter einem Jahr anbieten
Gerade erst in die Gegend gezogen, oder mit dem ersten Kind nach Jahren im Beruf jetzt in Elternzeit: Für frischgebackene Mütter und Väter mit Babys im ersten Lebensjahr sei es schwierig, zu anderen Eltern Kontakt zu bekommen. Gruppentreffen wie Babyschwimmen, PEKIP oder Krabbelgruppen gebe es in dem Bereich, den sie betreue, kaum, hat Elisa Schimpf beobachtet. Die 27-Jährige Hebamme hat sich im Mai vergangenen Jahres mit einer eigenen Praxis im Fritz-Ullmayer-Ring in Enkenbach-Alsenborn selbstständig gemacht. Zu ihr kämen Frauen aus Enkenbach-Alsenborn, Hochspeyer, Mehlingen, Münchweiler, Winnweiler, Breunigweiler und Gonbach. Erste Bekanntschaften der Mütter untereinander entstünden während der Geburtsvorbereitungskurse und der Rückbildungsgymnastik, die von den Krankenkassen bezahlt würden, so Schimpf. „Doch dann gibt es eine Lücke, obwohl Eltern gerade in dieser Zeit so viele Fragen haben und es für sie wichtig wäre, sich auszutauschen“, beschreibt Schimpf die Situation. Seien die Kinder älter, werde es leichter, da zum Beispiel Sportvereine Kurse wie Eltern-und Kind-Turnen im Programm hätten.
Babytreff als Anlaufstelle und zum Austauschen
Für Eltern mit Kindern im Alter bis zu zwölf Wochen hat sie deswegen einen Babytreff gegründet. Dies helfe auch Frauen, die vor der Geburt keine Hebamme gefunden hätten und Rat suchten. Schimpf empfiehlt daher, sich schon möglichst früh, am besten gleich bei Bekanntwerden der Schwangerschaft, darum zu kümmern und einen Termin zu vereinbaren. Ob es Hebammen in der Nähe ihres Wohnortes gibt, könnten werdende Mütter unter anderem anhand von Listen des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und des Hebammen-Landesverbands Rheinland-Pfalz herausfinden. Neben den Kursen zur Geburtsvorbereitung und der Rückbildungsgymnastik zahlt die Krankenkasse auch Vorsorgeuntersuchungen der Hebamme und Beratungen bei Beschwerden, die während der Schwangerschaft auftreten können. Nach der Geburt des Kindes hat jede Familie in den ersten zehn Lebenstages des Kindes Anspruch auf 20 Besuche der Hebamme. Diese schaut – wenn nötig zwei Mal pro Tag – nach dem Neugeborenen und unterstützt die Mutter bei allen Fragen nach der Geburt, etwa beim Stillen oder der Nabelpflege. Ab dem elften Lebenstag bis zur 12. Woche übernimmt die Krankenkasse insgesamt 16 Termine mit der Hebamme. „Sollte das nicht reichen, kann man sich noch einmal für sechs weitere Besuche“ ein Rezept ausstellen lassen, macht Schimpf klar, dass keine Familie bei Problemen mit ihrem Neuankömmling allein gelassen wird.
Ideen zu weiteren Kursen entwickeln
Weil sie in ihrem jüngsten Geburtsvorbereitungskurs gemerkt habe, wie gut sich die Frauen untereinander verstanden hätten und wie groß das Bedürfnis sei, weiter miteinander in Kontakt zu bleiben, wolle sie neben dem Babytreff künftig noch andere Kurse wie Babymassage oder Papa-Kind-Frühstücke anbieten. Derzeit plant sie, eine Mitarbeiterin dazu einzustellen, mit der sie weitere Ideen zu Kursen entwickeln möchte.
„Schon in den Freundebüchern im Kindergarten habe ich Hebamme als Berufswunsch angeben.“ Das sei schon früh ihr Traumberuf gewesen, Babys hätten sie immer schon fasziniert, erzählt Schimpf, warum sie sich für diesen Ausbildungsweg entschieden hat. Trotz der hohen Arbeitsbelastung und der vielen Bürokratie wolle sie ihn nicht missen. Vor ihrer Ausbildung, die sie an der Uniklinik Homburg gemacht hat, ist sie ein Jahr als Au-pair in Australien gewesen. „Drei, fünf Jahre und ein Neugeborenes“ hätte sie damals zu betreuen gehabt.