Weilerbach
Haus ist nach dem Brand komplett zerstört
Verbrannt riecht es am Montag rund um das Eckhaus in der Straße Am Mühlhebel. Die Farbe Schwarz dominiert den Garten: Kreuz und quer liegen da Balken und Holz herum, die zum Raub der Flammen wurden. Vorne fehlt die Dachabdeckung, Rollläden sind geschmolzen. Am Sonntag war dort ein größerer Feuerwehreinsatz. Das Heulen der Martinshörner, das ab der Mittagszeit mehrfach zu hören war, ließ alle Anwohner aufhorchen.
Zum Vorschein kam verkohltes Gebälk
Beim Blick durchs Fenster wurde klar: Ein Wohnhaus stand in Flammen. Qualmwolken, angefacht und weitergetrieben vom Wind, hüllten das Gebäude ein oder strömten aus jeglichen Öffnungen. Mal waren sie weiß, mal schwarz oder gelblich, aber vor allem waren sie so dicht, dass der Blick nur wenige Meter weit durchdringen konnte. Der scharfe Geruch breitete sich in der Umgebung aus – und drang durch kleinste Ritzen in die Nachbarhäuser ein. Schon zuvor hatte die Feuerwehr darum gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten und nicht ins Freie zu gehen. Nun bat sie darum, diese Luken nach draußen zusätzlich mit Handtüchern abzudichten. Auf der Straße reihten sich Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht aneinander, ein Schwarm der Floriansjünger hatte den Kampf gegen die Flammen auch von den Nachbargrundstücken aus aufgenommen. Nachdem das Feuer am späten Nachmittag unter Kontrolle gebracht war, entfernten die Feuerwehrleute von zwei Drehleitern aus die Ziegeln. Zum Vorschein kam verkohltes Gebälk.
Es sei kein alltäglicher Wohnhausbrand für die Einsatzkräfte gewesen, berichtet der stellvertretende Wehrleiter Felix Heiland am Tag danach. Erst gegen 23 Uhr am Sonntagabend ist die Feuerwehr abgerückt. Am frühen Montagmorgen fand noch eine Brandnachschau statt. Denn in dem Haus in Holzständerbauweise habe es sich als schwierig gestaltet, überall dranzukommen, und es hätte sein können, dass in den Zwischenwänden noch etwas schmore. Und tatsächlich: „Es gab kleinere Glutnester, die abgelöscht wurden“, berichtet Heiland, der am Sonntag der Einsatzleiter war.
Von der Pergola aufs Wohnhaus übergesprungen
Früh sei klar gewesen, dass das Haus nicht mehr zu retten ist. Als der Einsatz gegen 12 Uhr am Sonntag begann, hätten die Bewohner, zwei Senioren, schon draußen gestanden. Das Gebäude habe schon stark gebrannt, schildert Heiland. Nach Polizeiangaben hatte die 78-jährige Bewohnerin in den Mittagsstunden festgestellt, dass es im Garten zum Brand einer Pergola gekommen war. „Durch den starken Wind angefacht, schlugen die Flammen schnell auch auf das Wohnhaus über“, teilt die Polizei weiter mit. Im Bereich des Unterstandes im Garten sei zudem Brennholz gelagert gewesen, sagt Heiland.
Ein Nachbar konnte offenbar die 78 und 84 Jahre alten Bewohner ins Freie bringen. Die beiden wurden vom Rettungsdienst ins Westpfalz-Klinikum gefahren, wo sie aber nach kurzer Untersuchung unverletzt entlassen werden konnten. Zwei Feuerwehrmänner wurden während des Einsatzes verletzt. Einer habe sich leicht an der Hand verbrannt, da die ersten Einsatzkräfte noch versuchten, ins Gebäude zu gelangen. Ein anderer habe Kreislaufprobleme bekommen, sagt der stellvertretende Wehrleiter. Ihnen gehe es aber inzwischen wieder gut. Der Rettungshubschrauber, der am Nachmittag auf dem Parkplatz des ehemaligen Sparmarktes landete, hatte nichts mit dem Feuer zu tun: Ein 29-Jähriger war aus unbekannten Gründen aus einem Fenster gestürzt und hatte sich schwer verletzt.
Unterschlupf im Feuerwehrhaus
Rund 70 Feuerwehrleute waren zeitweise beim Brand im Einsatz, Unterstützung kam auch aus Ramstein-Miesenbach und vom Katastrophenschutz, der Atemschutzgeräte brachte. Gegen 16 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Etwa um 17 Uhr konnte das Einfamilienhaus nach der Begutachtung durch Fachleute des Technischen Hilfswerks zumindest teilweise betreten werden. Eine Elektrofachkraft habe dann den Strom im Haus einzeln abklemmen können, sagt der stellvertretende Wehrleiter. Von einer Stromabschaltung waren vorher kurzzeitig auch andere Häuser in der Straße betroffen. Wegen des dichten Rauches, der weithin zu sehen war, waren die Nachbarhäuser vorsorglich evakuiert worden. Einige der Bewohner fanden Unterschlupf im Weilerbacher Feuerwehrhaus und wurden dort mit Getränken versorgt.
„Das Haus ist komplett zerstört“, meint Heiland. Die beiden Bewohner sind laut Ortsbürgermeister Horst Bonhagen bei Verwandten in Waldmohr untergekommen.
„Zur Ursache des Brandes können wir nichts sagen“, informiert derweil Polizeisprecherin Diana Eilenz. Ein Gutachter wird sich das Ganze anschauen, wann, ist noch nicht klar. Das Brandobjekt könne derzeit nicht betreten werden.