Kreis Kaiserslautern
Händler mit dem Stadtfest Landstuhl trotz Regen recht zufrieden
Der Regenschirm war Begleiter und die Wetterjacke angezogen. Beides wurde am Samstagabend nicht mehr benötigt. Nachdem es tagsüber immer wieder geschüttet hatte, hellte sich der Himmel später auf. Damit stand einem Bummel übers Landstuhler Stadtfest nichts mehr im Wege, auch wenn weniger Besucher unterwegs waren.
„Ganz schön kalt“, murmelt eine Besucherin am Samstag zu ihrer Begleitung und zieht den Reißverschluss ihrer Jacke etwas höher. Tatsächlich hat der Regen, der während des Tages immer wieder gefallen ist, für nasskalte Luft gesorgt. Noch hat sich die Dämmerung nicht über die Innenstadt gelegt. Die Händler am Alten Markt haben ihre Beleuchtung bereits angeschaltet. Schmuck, Taschen, Hochprozentiges und einiges mehr werden feilgeboten. Die Leute schlendern vorbei und schauen, sie bleiben aber nicht stehen, um zu kaufen.
Trotz des Wetters ist die Beschickerin aus Horbach mit dem Umsatz zufrieden
Doch der Schein trügt. Sarah Hohmann aus Horbach bei Waldfischbach-Burgalben ist mit ihrer selbstgenähten Kinderbekleidung zum ersten Mal in Landstuhl. Sie sagt: „Bis jetzt ist es ganz gut gelaufen.“ Dabei schließt sie den Freitagabend mit sonnigem, wenn auch später kühlem Wetter ein. Schon am Samstagmorgen sei die von ihr gesetzte Verkaufswunschmarke überschritten gewesen.
Vor dem Zelt sind die Verpflegungsstände von Menschen umringt, die Stehtische davor ebenfalls. Plaudern, Scherzen und Feiern ist hier angesagt. Drinnen sind viele Plätze belegt. Auf der Bühne bereiten sich „Girls on Fire“ auf ihren Auftritt vor. Hunger und Durst sind groß, das Angebot ist vielfältig und reicht von Fischbrötchen über Crêpes bis zu Fleischspießen.
„Als die Kaiserstraße noch zur Feiermeile gehörte, war die Stimmung besser“
Von weit her dröhnen die Drums von der Bühne am Pallmanns Eck. Dort sind die Sitzbänke noch nass. Noch hält das Publikum Abstand zu den „Juke Box Heros“, aber etliche Füße wippen im Takt. Einige Schritte weiter fallen Donuts aus der Maschine. „Es wandelt sich alles“, sagt Sabine Metzger hinterm Tresen. Seit mehr als 20 Jahren kennt sie das Stadtfest und erinnert sich an Zeiten, in denen die Kaiserstraße einbezogen war. „Da war die Stimmung ganz anders.“ Ihrer Ansicht nach sind zu viele Getränkestände zu nahe beieinander und nehmen sich gegenseitig die Kunden weg. „Ganz sicher haben sich die Organisatoren viel Mühe gegeben und einen tollen Job gemacht, aber ohne die Amerikaner bräuchten wir hier nicht aufbauen“, sagt sie im Hinblick aufs Geschäft, das angesichts des Wetters nicht so gut läuft.
Vor dem Nachthimmel heben sich die bunten Lichter an den Verkaufsständen ab. Der Kinderflieger und das Karussell vor der Stadthalle stehen still, nur noch wenige Familien mit Kindern sind unterwegs. Eine Afrikanerin flechtet einem Mädchen eine rosa Strähne ins Haar.
Dass nicht so viel wie früher los, stört Besucher mit Kindern gar nicht
In Richtung Rathausbühne sind mehr Menschen unterwegs. Auch dort bieten die Straßenhändler Schals, Rucksäcke, Taschen und Gürtel an. Süßer Duft kommt aus dem Baumstriezelwagen, etwas weiter brutzeln Steaks und Würstchen über Holzkohle. Dort hat Peter Kämmer, der mit Bekannten unterwegs ist, eine Pause eingelegt. Der Mann aus Heiligenmoschel kennt das Stadtfest seit mehr als 20 Jahren. „Es ist schön, aber im Vergleich zu früher ist weniger los“, meint er, wobei er ebenfalls das Wetter als Grund anführt. Dass das Gedränge nicht allzu groß ist, ist ihm sogar recht, wegen des Kindes in der Gruppe.
Die Händler ziehen trotz des Regens positive Bilanz des Festes
Unterwegs ist auch Franz Westrich, der gemeinsam mit Silke Pletsch die Fördergemeinschaft Sickingenstadt – Veranstalterin dieser Straßenparty – bis Dezember angeführt hat. Ihm und seiner Begleitung Karl Maillinger gefällt das Fest. Musik, Stimmung und Angebot passen, meinen die beiden Männer. „Die Leute haben ihren Spaß.“ Dafür will auch die Band Grabowsky sorgen. Sie begrüßt ihr Publikum mit den Worten: „Herzlich willkommen zur Wintereinbruchsparty heute Abend in Landstuhl. Wir gucken, dass wir die Temperaturen wieder nach oben schießen.“
Michael Haberer vom Vorstand der FÖG zieht insgesamt ein positives Fazit: „Der Freitag war der vom Wetter her begünstigte Tag, aber auch am Samstag nach dem Regen hat sich der Platz vor den Bühnen gefüllt.“ Nach den Rückmeldungen einiger Beschicker haben sie trotz des Wetters nicht draufgelegt, berichtet Haberer. Auch am Sonntag sei die Stadt trotz des einsetzenden Regens gut besucht und die Händler seien bislang mit den Umsätzen am verkaufsoffenen Sonntag zufrieden.