Trippstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Hält der Ansturm auf den Campingplatz Sägmühle?

Swen Nothof, der Geschäftsführer des Campingplatzes Sägmühle in Trippstadt (links), hat seinen Besuchern Brecht Defoort und Joli
Swen Nothof, der Geschäftsführer des Campingplatzes Sägmühle in Trippstadt (links), hat seinen Besuchern Brecht Defoort und Jolien Jouret aus Belgien den Besuch der Karlstalsschlucht ans Herz gelegt.

Die Nachfrage nach Wohnmobilen und Campingplätzen ist in den letzten Jahren – vor allem aber seit Beginn der Corona-Pandemie – gestiegen. Was sich dadurch für ihn verändert hat und warum jetzt weniger Niederländer kommen, erklärt der Betreiber des Campingplatzes Sägmühle in Trippstadt, Swen Nothof.

Bereits seit etwa 15 Jahren hat das Interesse am Camping zugenommen, hat Nothof, der am Sägmühler Weiher auch Wohnmobile vermietet, beobachtet. Auch die Übernachtungszahlen seien gestiegen. „Wir verzeichneten fast 30 Prozent mehr Übernachtungen im letzten Jahr“, zieht er ein erstes Fazit. Verändert habe sich auch der Personenkreis auf seinem Platz. Während in den vergangenen Jahren mindestens 40 Prozent der Camper aus den Niederlanden kamen, sei das inzwischen nicht mehr so. „Jetzt haben wir hier hauptsächlich deutsche Urlauber“, sagt Nothof. An den Feiertagen im Mai hätten die Menschen der näheren Umgebung den Platz für eine kurze Auszeit genutzt. Doch Buchungen für die Ferienzeit liegen Nothof aus ganz Deutschland vor. Bis zu 30 Anfragen kommen täglich für den Campingplatz am Sägmühlweiher in Trippstadt an.

Paar logiert direkt am Seeufer

Unter der Woche, außerhalb der Ferienzeit, ist es derzeit noch ruhig. Der See glitzert in der Sonne und strahlt absolute Ruhe aus. Nilgänse ziehen mit ihrem Nachwuchs langsame Kreise und eine Libelle huscht am Ufer entlang. Ein Mann aus Luxemburg genießt seine Tasse Kaffee unterm Vorzelt seines Wohnanhängers. Dahinter ist ein Ehepaar in Aufbruchsstimmung. Es ist gerade dabei, das Vorzelt und die Campingstühle einzupacken. Jolien Jouret und Brecht Defoort aus Belgien haben ihr Auto mit dem Zelt auf dem Dach direkt am Seeufer abstellen können, da unter der Woche viel Platz frei ist. Eigentlich wollten die Belgier nur eine Nacht bleiben: „Wir waren gestern auf dem Pfälzer Waldpfad wandern, und es hat uns so gut gefallen, dass wir spontan noch eine Nacht länger hierbleiben“, sagen die beiden begeistert. „Wir lieben diese Ruhe hier, die Natur und den Wald.“ Nothof fragt, ob sie schon in der Karlstalschlucht waren. „Nein, das haben wir nicht gesehen.“ Dann beschreibt der Geschäftsführer dem Paar die Schönheiten der Schlucht und am Nachmittag wollen sich Jouret und Defoort sich diese einmal ansehen. Danach soll es weitergehen in Richtung der französischen Grenze.

Bei der Tourist-Info nachgefragt

Vom Campingplatz haben die beiden von der Tourist-Information in Trippstadt erfahren. Dort haben sie sich nach einem Campingplatz erkundigt, erzählen sie, wie sie auf den Sägmühler Weiher als Urlaubsziel gekommen sind. „Das ist halt die Freiheit beim Campen“, sagt Nothof. Doch seit Corona sei diese auch ein Stück weit auf der Strecke geblieben. Die Campingplätze seien zumindest in den Ferien voll belegt gewesen. Früher habe man sich als Camper eine Region ausgesucht, sei hingefahren, und wenn es einem gefiel, sei man geblieben. „Ansonsten hat man den nächsten Platz angefahren“, erzählt Nothof, wie es noch vor einigen Jahren üblich war, mit dem Wohnwagen, Zelt oder dem Wohnmobil zu reisen.

„Viele, die sich seit dem vergangenen Jahr einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil angeschafft haben, sind möglicherweise im Inneren gar keine Camper“, befürchtet der Betreiber des Campingplatzes. Außerdem sei das Bedürfnis, einen guten und sicheren Stellplatz zu bekommen, gestiegen. Deshalb rechnet er auch nicht damit, dass der Boom beim Campen noch lange anhält. „Selbst die Hersteller von Reisemobilen rechnen damit, dass im kommenden Jahr viele der während der Pandemie gekauften Wohnmobile wieder zurückgegeben werden“, meint der Experte.

Feiertage im Mai fehlen

Den großen Zuspruch, den der Platz im vergangenen Jahr gehabt habe, werde er dieses Jahr nicht mehr erreichen, bedauert der Betreiber. „Uns fehlen die Feiertage im Mai.“ Gerade Vatertag und Pfingsten seien immer Termine, an denen der Platz ausgebucht sei. „So früh durften wir in diesem Jahr aber noch nicht öffnen.“ Im Gegensatz dazu waren die Campingplätze in der Südwestpfalz – der Campingplatz am Clausensee liegt in unmittelbarer Nähe – bereits geöffnet. Das Buchungssystem hat Nothof mittlerweile an die gestiegenen Übernachtungszahlen angepasst, damit das Einchecken schneller geht.

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