Queidersbach RHEINPFALZ Plus Artikel Gestern und heute: Die Naturbühne am Falkenstein

Unter anderem die Aufführung „Der Himmelsstürmer“ im Jahr 1931 lockte viele Zuschauer zur Freilichtbühne Falkenstein.
Unter anderem die Aufführung »Der Himmelsstürmer« im Jahr 1931 lockte viele Zuschauer zur Freilichtbühne Falkenstein.

Längst hat der Wald der ehemaligen Freilichtbühne Falkenstein in Queidersbach ein anderes Aussehen gegeben. Die markanten Felsen, die einst das Bühnenbild prägten, sind nur noch bei genauerem Hinsehen zu erkennen. Natur pur prägt heute die Spielfläche.

Es lag auf der Hand, dieser Bühne 2018 bei der Initiative, die große Tradition des Queidersbacher Freilichttheaters wieder aufleben zu lassen, den Namen „Naturbühne am Falkenstein“ zu geben. Angefangen hatte alles im Jahr 1928, als der damalige Gemeindesekretär Otto Lang die Idee hatte, etwas Heiteres in den durch die Folgeprobleme des Ersten Weltkrieges trüben Dorfalltag zu bringen. Der kleinen geschichtlichen Abhandlung des heutigen Vereins ist zu entnehmen, dass diese Idee schnell und mit sehr viel Erfolg realisiert werden konnte: „1400 Queidersbacher folgten dem Ruf des authentischen Mannes, der auch den idealen Hauptdarsteller gab. Das Dorf lebte auf und schaffte ein unfassbar großes und auch bekanntes Theater. Jahr für Jahr lockte die Bühne Tausende Zuschauer an.“

Schlussstrich nach Weltkrieg

„Der 4000 Menschen fassende Zuschauerraum war oft überfüllt“, ist in der Queidersbacher Chronik zu lesen. Doch nur wenige Zeilen weiter heißt es, dass es nach der kurzen Blütezeit mit den Queidersbacher Spielen wieder bergab gegangen sei. Dafür gab es offensichtlich mehrere Gründe, wobei die Folgen der Weltwirtschaftskrise vermutlich auch eine große Rolle dabei gespielt haben. Der Chronist des heutigen Theatervereins sieht die Gründe für den Rückgang und das Ende der Spiele in der damaligen politischen Situation: „Leider hinterließ der Zweite Weltkrieg seine Spuren, schon als die damaligen Machthaber die Theaterbegeisterung der Queidersbacher instrumentalisierten und für ihre Zwecke missbrauchten. 1940 wurde das letzte Stück aufgeführt, und nach Kriegsende wollte keiner mehr so recht die Freilichtbühne betreiben. Kulissen wurden abgebaut, Rohre aus dem Boden gerissen und die Ressourcen woanders gebraucht beziehungsweise genutzt.“

2018 wiederbelebt

Eben diese fehlende Infrastruktur macht den heutigen Queidersbacher Theaterfreunden besonders zu schaffen. So mussten bei den ersten beiden Inszenierungen, die durchaus den Zuspruch des Publikums fanden, anstelle der damals fest installierten Sitzplätze bis zu 500 Stühle von der Gemeinde ausgeliehen werden. An Vieles war zu denken, bevor 2018 und 2019 mit den Paul-Münch-Aufführungen begonnen werden konnte: an die Strom- und Wasserversorgung ebenso wie an mobile Toilettenanlagen und mehr. Lange durften sich Initiator Rajko Schäfer und seine Mitstreiter über den trotz der vielen Improvisationen gelungenen Neubeginn nicht freuen.

Corona mit all seinen Einschränkungen sorgte für eine Unterbrechung. Die Vereinsmitglieder ließen diese lange Pause jedoch nicht ungenutzt. „Das Geld, das wir in den ersten beiden Jahren eingespielt haben, haben wir in die Stromversorgung gesteckt“, erklärt Schäfer. Zurzeit laufen auch die Planungen für das nächste Jahr, in dem „definitiv gespielt“ werde. Für eine Spielzeit 2022 habe es bei all den Schwierigkeiten nicht mehr gereicht, sagt Schäfer.

Natur pur prägt heute das Gelände. Auf der Naturbühne am Falkenstein wird im kommenden Jahr wieder gespielt.
Natur pur prägt heute das Gelände. Auf der Naturbühne am Falkenstein wird im kommenden Jahr wieder gespielt.
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