Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Geplantes Autokino in Ramstein wird doch nicht umgesetzt

In den vergangenen Jahren hatte Pletsch das Broadway-Kino – darunter den Parkplatz – gerade erst aufwenig modernisiert. Wie er d
In den vergangenen Jahren hatte Pletsch das Broadway-Kino – darunter den Parkplatz – gerade erst aufwenig modernisiert. Wie er die Millionen-Investition nun abbezahlen soll, weiß er derzeit nicht.

Er hätte es so gerne realisiert – doch der Betreiber des Broadway-Kinos in Ramstein musste seinen Traum ad acta legen: Es wird kein Autokino auf seinem Parkplatz geben. Geeignete und finanzierbare Leinwände seien derzeit nicht aufzutreiben.

Ernst Pletsch hat alles gegeben. In den vergangenen Tagen und Wochen hat er sich mit nichts anderem beschäftigt als dem Versuch, ein Konzept für ein Autokino umzusetzen. Denn der Inhaber und Betreiber des Broadway-Kinos ist verzweifelt auf der Suche nach Einnahmequellen, seit sein Kino am 18. März wegen der Corona-Pandemie schließen musste. Und er „null Einnahmen“ seitdem hat.

Mit seinem großen Parkplatz, auf dem er „250 bis 300 Fahrzeuge“ für ein Autokino unterkriegen könnte, hätte er eigentlich beste Voraussetzung für sein Vorhaben gehabt. Doch am Montag musste er sich eingestehen: Der Plan ist nicht realisierbar.

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Kosten von 200.000 Euro zu hoch

Vor über einer Woche hatte er noch ein Konzept mit einer hochprofessionellen Open-Air-Ausstattung in Licht und Ton vor Augen gehabt. Doch die Kosten von knapp 200.000 Euro waren zu hoch. Denn wie lange er das Autokino betreiben könnte, ist unklar.

Also suchte er nach Alternativen und sah eine in luftgefüllten Leinwänden. Diese sind günstiger zu haben – wenn sie denn zu haben sind. Doch genau das ließ seinen Traum vom Autokino nun sterben. „Ich komme an eine große Leinwand nicht heran“, musste er enttäuscht feststellen. Auf dem Markt herrsche gerade ein „Goldgräberstimmung“, denn „nicht nur Kino-Betreiber, sondern auch Event-Veranstalter versuchen derzeit, mit Autokino Geld zu machen“.

Pletsch hatte einen Mindestmaß von „ungefähr 17 mal zehn Metern im Auge, denn sonst sieht man in den hinteren Reihen oder am Rand nichts mehr“. Der eine oder andere Event-Veranstalter sei sicher „schmerzfrei“: „Wenn die Besucher nichts sehen und sauer sind, dann macht denen das nichts aus, die sind anschließend weg“. Pletsch jedoch habe einen Ruf als Kino-Betreiber zu verlieren.

Statt mieten bestehe noch die Möglichkeit, eine Leinwand zu kaufen; bei rund 30.000 Euro gehe es los, sagt Pletsch. Doch auch diese Investition sei ihm zu heikel, denn er habe keine Rücklagen.

Und so habe ihm die „Nicht-Verfügbarkeit“ die Entscheidung abgenommen, ob er seinen Plan realisiert – „und am Ende womöglich mit einem Verlust aus der Sache herausgekommen wäre“. Denn „man weiß ja nicht, wie lange es geht. Ob die Nachfrage nach Autokinos nach ein, zwei Wochen wieder verklungen ist“. Das Ganze sei „sehr risikobehaftet“, lautet sein entmutigtes Fazit.

„Ich weiß nicht, ob wir überhaupt wieder aufmachen“

Die Existenzangst beutelt ihn arg. „Ich weiß nicht, ob wir überhaupt wieder aufmachen!“ Von der Politik fühlt er sich, trotz allen Verständnisses, allein gelassen. „Das Land gibt 500.000 Euro für 20 ausgewählte Programmkinos: Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit?“, fragt er befremdet. Es sei für ihn kein Problem, sein Kino den Hygienevorschriften gemäß zu öffnen: Man könne einen Teil der nummerierten Plätze im Saal verkaufen, so dass genügend Abstand bleibe, auch die Wege im Kino so gestalten, dass es keine Begegnung gäbe, und die Anfangszeiten entzerren. „Doch von der Politik gibt es keinerlei Signal!“, ist er enttäuscht und empört.

Denn gerade erst hat er die äußerst umfassende und kostenintensive Renovierung und Modernisierung seines vor 40 Jahren gebauten Kinos abgeschlossen. „2014 haben wir mit dem Parkplatz begonnen, 2015 das Foyer modernisiert, und im letzten Jahr die gesamte Haustechnik – von Klimaanlage bis regenerativer Energiegewinnung – neu gemacht“, berichtet er. „6,55 Millionen Euro“ hat er dafür insgesamt in die Hand genommen.

Die Finanzierung dafür laufe über 15 bis 20 Jahre – „und ist natürlich mit den monatlichen Einnahmen kalkuliert“. Wie er nun, mit „null Einnahmen von heute auf morgen, seit genau 49 Tagen“ über die Runden kommen soll, bereitet ihm mehr als nur Kopfschmerzen. „Es gibt keine staatliche Hilfe. Ich soll bei der KfW einen Kredit aufnehmen, heißt es von der Politik“, sagt er resigniert. „Ich soll also Schulden machen, um meine Schulden abzubezahlen.“

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