Kreis Kaiserslautern Geländegewinn auf ehemaligem Militärflughafen

Im Zusammenhang mit neu festgelegten Gemarkungsgrenzen zwischen den Gemeinden Sembach und Mehlingen im Gewerbepark wächst der Mehlinger Anteil um fast acht Hektar. Nach Darstellung des Planungsingenieurs Hartmut Jopp sei dies unter anderem der Verkleinerung der Verkehrsfläche zuzuschreiben.
Unter der sperrigen Bezeichnung „Gewerbepark Sembach IV, 1. Änderung – Teilbereich Mehlingen“ stellte der Planer des Rockenhausener Büros igr den Ratsmitgliedern am Dienstagabend neue Plandetails für das ehemalige Flugplatzgelände vor. Im Wesentlichen neu sei die Gemarkungsverschiebung, „nach der jede Gewerbefläche eindeutig einer der beiden Gemeinden zugeordnet wird“, stellte Jopp fest. „Die Straße wird reduziert“, ergänzte er. Eine Breite von 8,50 Metern sei auch für den Lkw-Verkehr ausreichend. In diesem Zusammenhang könne durch den neuen Zuschnitt ein weiteres Industriegebiet vermarktet werden, so der Planer. „In der Bilanz ergibt sich ein Mehr an Industrie- und Gewerbefläche für Mehlingen“, resümierte der Sprecher des Büros igr. Jopp hatte dem Rat zuvor seine Vorschläge zur Abwägung der Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit und von Behörden zu den geplanten Änderungen präsentiert. In diesem Zusammenhang kam er auch auf ein mögliches „Versickerungsproblem“ durch die Anreicherung von PFT (Perfluorierte Tenside) im Boden in Folge früherer Löschmitteleinsätze zu sprechen. Die Ergebnisse der diesbezüglichen „Erkundung“ durch die zuständigen Stellen bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd seien abzuwarten, so der Planer. „Wir besprechen hier den Bebauungsplan“, meinte Hans Willenbacher (CDU). „Kann denn dann wegen eines solchen möglichen Problems überhaupt gebaut werden?“, wollte der CDU-Mann wissen. „Die Frage ist nicht, ob gebaut werden kann“, entgegnete Jopp, „sondern, ob etwas versickern darf.“ Die Planungen für den Ausbau des Geländes der Firma Jakob Becker hätten bereits im Jahr 2011 begonnen, sagte Walter Ruppert vom Planungsbüro BBP aus Kaiserslautern. Nach dem Willen der für die Genehmigung zuständigen Stellen sei hierfür ein Bebauungsplan notwendig. Den Entwurf dafür stellte Ruppert den Ratsmitgliedern am Dienstagabend vor. Alle dafür erforderlichen Gutachten lägen nunmehr vor, so der Planer. Die Firmenanlagen sollen durch ein Abfallzwischenlager erweitert werden, erläuterte Ruppert. „Eine Überdachung muss gewährleisten, dass kein Wasser auf die Lagerfläche fällt“, sagte der Ingenieur. Dieses Dach reiche bis in den Schutzstreifen einer vorbeiführenden Stromleitungstrasse hinein. Die Genehmigung dafür liege vor, so Ruppert. Die Fundamente der Anlage lägen dabei außerhalb der Trassenführung. Außerdem werde das alte Regenrückhaltebecken zurückgebaut und an den Tiefpunkt des Geländes verlegt. Der bereits existierende Emissionsschutzwall solle in der bisherigen Höhe von elf Metern erhalten bleiben, führte Ruppert aus. Ein Teil des früheren Füllmaterials werde ausgetauscht. Im südlichen Abschnitt werde der Wall dagegen vollkommen neu aufgebaut und mit einer Pflanzdecke versehen, erläuterte der Planer. Sowohl die Abwägung der Stellungnahmen aus der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung wie auch der Entwurf des Bebauungsplanes passierten den Rat einstimmig.