Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Günstig kochen mit den Landfrauen: „Verheiratete“

Conny Sievers, Ursula Adam und Anni O’Loughlin-Long (von links) bereiten den Teig für die Verheirateten zu, während sich die and
Conny Sievers, Ursula Adam und Anni O’Loughlin-Long (von links) bereiten den Teig für die Verheirateten zu, während sich die anderen Landfrauen um Kartoffeln und Co. kümmern.

„Viele Köche verderben den Brei.“ Dieses oft bemühte Sprichwort trifft auf die Ramsteiner Landfrauen nicht zu. Wenn sie in der Lehrküche der Realschule plus Am Reichswald zusammenkommen, geht es nicht nur munter zu. Sie kochen hier auch leckere Gerichte – zum Beispiel „Verheiratete“ in süßer und herzhafter Variante.

Der Einkaufswagen ist bis zur Oberkante gefüllt. Mitgebracht in die Lehrküche der Realschule plus Am Reichswald hat ihn Anni O’Loughlin-Long, Teamvorsitzende der Ramsteiner Landfrauen, die all die Zutaten für die „Verheiratete“ eingekauft hat. Der Mix aus selbstgemachten Spätzle und Kartoffelschnitzen in Verbindung mit Speck oder Fruchtkompott ist ein traditionelles Pfälzer Gericht. Der Großteil der Landfrauen hat es schon gegessen, viele kennen es aus ihrer Kindheit, aber nur Ursula Adam und O’Loughlin-Long haben es schon einmal auf den Tisch gebracht.

Mineralwasser für den Teig

Kaum ausgepackt, legen die elf Frauen emsig los. Während die einen den Endiviensalat waschen und in feine Streifen schneiden, schälen andere die Kartoffeln und schneiden sie in Stücke. Ursula Adam muss nicht auf das Rezept gucken oder eine Küchenwaage bemühen. Die geübte Köchin kennt die Zutaten und ihre Menge aus dem Effeff – und sie hat so ihre eigenen Kniffe und Tricks entwickelt, wie die Wasserspatzen besonders zart werden. Daheim kocht sie sie für zwei Personen und gleich für den nächsten Tag mit. „Gebacken schmecken die noch mal richtig gut“, meint sie schmunzelnd. Statt Wasser verwendet sie für den Spätzleteig Mineralwasser. „Die Kohlensäure macht die Wasserspatzen lockerer“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Außerdem gibt sie 125 Gramm Quark dazu, damit der Teig weicher wird. „Aber keinen Magerquark. Der schmeckt ja nicht.“

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Das Rezept

„Verheiratete“ für vier Personen

Damit das knappe Dutzend Frauen satt wird, muss eine große Menge an Teig kräftig geschlagen werden. Er wird in zwei Schüsseln aufgeteilt. Die Frauen wechseln sich beim Schlagen ab. Eine anstrengende Aufgabe, denn alle Klümpchen müssen sich aufgelöst haben und die Masse muss so locker werden, dass sich Blasen bilden.

Weißbrotwürfel in Butter rösten

Derweil stehen Conny Sievers und Helma Jörg am Herd. Die beiden Landfrauen lassen in einer Pfanne ganz langsam Speck aus und geben dann etwas Butter dazu. In einer anderen Pfanne rösten sie Weißbrotwürfel in Butter ganz leicht an. „Das schmeckt alles nur, wenn es mit viel brauner Butter abgeschmelzt ist“, sind sie sich einig.

Während das Wasser für die Kartoffeln und die Wasserspatzen kocht, macht Adam den Test. Mit einem Esslöffel entnimmt sie der Teigmasse gerade so viel, dass der Löffel gut gefüllt ist. Sie dreht ihn, sodass der Teig langsam ins kochende Wasser gleitet. „Wenn er zu dünn ist, fällt er auseinander. Dann muss noch etwas Mehl dazu“, hat sie einen Tipp parat.

Wasserspatzen müssen steigen

Aber das ist nicht der Fall. Ein ums andere Mal füllt sie den Löffel und leert seinen Inhalt ins Wasser, bis der gesamte Teig aufgebraucht ist. Einige der Wasserspatzen sind bereits an die Oberfläche gestiegen. „Sie müssen aber noch ziehen“, sagt Adam. Zwischen den Landfrauen-Köchinnen, die gerade nicht beschäftigt sind, entwickeln sich Gespräche über die Vor- und Nachteile eines Thermomix-Gerätes, über Einflüsse auf regionale Speisen und übers Einfrieren von hausgemachten Markklößchen.

Nach etwa einer Viertelstunde darf ein erster Wasserspatz probiert werden – das Ergebnis stimmt. Mittlerweile sind auch die Kartoffelschnitze gar. Mit einem Schaumlöffel werden sie und die Wasserspatzen in Schüsseln gegeben und miteinander vermischt. Bereit stehen die Schüsseln mit dem Speck, den gerösteten Weißbrotwürfeln und Apfelmus. „Auch Fruchtkompott oder eingeweichtes Dörrobst kann man dazu reichen“, meint O’Loughlin-Long. Helga Meisinger ergänzt mit Blick auf ihre Kindheit: „Früher gab es dazu oft eingekochte Birnen.“

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