Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Friedensradler demonstrieren für eine Welt ohne Atomwaffen

Innehalten am Mahnmal: Die Teilnehmer des Radmarathons Nuclearban machen an der Gedenkstätte zum Flugtag-Unglück in Ramstein-Mie
Innehalten am Mahnmal: Die Teilnehmer des Radmarathons Nuclearban machen an der Gedenkstätte zum Flugtag-Unglück in Ramstein-Miesenbach Station.

Radfahren für den Frieden und gegen den Einsatz von Atomwaffen: Das ist das Motto der Aktion Nuclearban. Rund 100 Radfahrer nahmen in diesem Jahr Teil. Sie machten auch in Ramstein an der Airbase Station.

„Die so genannte Doomsday Clock (Atomkriegsuhr, Anm. d. Red.) steht so kurz vor 12 Uhr wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Trotzdem sind wir motiviert, für den Frieden und die atomare Abrüstung einzutreten und dafür auf die Straße zu gehen“, sagt Roland Blach. Der Marbacher, der im vergangenen Jahr mit der Atomabrüstungs-Initiative Ican (auf deutsch etwa Internationale Kampagne zur Abschaffung nuklearer Waffen) in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten hat, ist Initiator des Nuclearban-Radmarathons, der am Samstag im Südwesten der Republik unterwegs war.

Gut 100 Radfahrer zwischen 25 und fast 70 Jahren hatten sich bei Sonnenaufgang im baden-württembergischen Vaihingen an der Enz auf den Weg gemacht, um per Rennrad auf einer 338 Kilometer langen Rundtour für die atomare Abrüstung zu demonstrieren. Der Radmarathon, der zum 20. Mal in Folge stattfand, gilt als die längste eintägige Demonstration und gleichzeitig die an Teilnehmern stärkste Veranstaltung ihrer Art in der Bundesrepublik.

Viertägige Raddemonstration 2025 geplant

Am westlichsten Punkt der Rundfahrt, dem Parkplatz am Gedenkstein für die Flugtagkatastrophe auf der Ramsteiner Airbase, empfing Klaus Wirtgen zusammen mit einer Handvoll Mitstreiter der Friedensinitiative Westpfalz den Tross, der dort unter Polizeibegleitung gegen 14.20 Uhr eintraf. Wirtgen lud die Demonstranten zu einer kurzen Gedenkfeier ein und erinnerte dabei auch an die Rolle, die die Ramstein Airbase für die atomare Bedrohung sowie die Kriege und Kampfeinsätze der Vereinigten Staaten auf der ganzen Welt spielt. „Wir setzen uns als Teil einer weltweiten Bewegung für die Stärkung des 2021 in Kraft getretenen UN-Atomwaffenvertrags ein. Gleichzeitig rufen wir zu ernsthaften Abrüstungsverhandlungen insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten, China und Russland auf“, sagte Blach.

Er und Wirtgen waren sich im Gespräch mit der RHEINPFALZ der Tatsache bewusst, dass ihre Ziele angesichts der weltpolitischen, aber auch der wirtschaftlichen Lage derzeit weiter entfernt seien, als noch in den 1980er und -90er Jahren. „Davon lassen wir uns nicht entmutigen und werden auch im kommenden Jahr wieder in die Pedale treten, um für Abrüstung und Frieden zu demonstrieren“, betonte Blach. So sei für 2025 unter anderem eine viertägige Raddemonstration geplant, die nicht nur durch den Südwesten der Republik sondern auch die angrenzenden Länder führen werde.

„Welt ohne Atomwaffen ist eine bessere Welt“

Dabei kann er sich schon jetzt der Unterstützung vieler Radfahrer sicher sein, die am Samstag die knapp 340 Kilometer unter die schmalen Pneus ihrer Rennräder nahmen. Viele von ihnen waren „Wiederholungstäter“. Ihre gemeinsame Motivation brachte ein Teilnehmer aus dem Karlsruher Raum auf den Punkt: „Frieden ist gerade heute keine Selbstverständlichkeit und wir sehen es als unsere Aufgabe ein, ein Zeichen dafür zu setzen, dass eine Welt ohne Atomwaffen eine bessere Welt ist.“

Vor dem Zwischenhalt in der Nähe der Airbase hatte die Friedensinitiative die Radfahrer in Kaiserslautern mit Essen und Getränken bewirtet, wo sie auch von Oberbürgermeisterin Beate Kimmel und von Dekan Richard Hackländer begrüßt wurden. Von Ramstein aus starteten die Friedensradler zu einer der sportlich anspruchsvollsten Etappen ihres Marathons: dem Anstieg auf die Höhen des Pfälzerwalds, wo man bei Johanniskreuz den geographisch höchsten Punkt der Rundtour erreichte. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Lingenfeld bei Speyer ging es zurück nach Vaihingen, wo die Friedensfahrer gegen 21 Uhr eintrafen.

Gut 100 Teilnehmer: Zusammengeschlossen zu einem großen Tross radeln die Atomwaffengegener durch die Region.
Gut 100 Teilnehmer: Zusammengeschlossen zu einem großen Tross radeln die Atomwaffengegener durch die Region.
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