Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Freizeitbad Azur: Verbandsgemeinde prüft Finanzierungsmöglichkeiten der Sanierung

Sieht zwar noch gut aus, doch die Technik innen läuft seit 32 Jahren und ist marode: Das Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach
Sieht zwar noch gut aus, doch die Technik innen läuft seit 32 Jahren und ist marode: Das Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach muss dringend saniert werden.

Die Planungen zur Sanierung des Freizeitbades Azur in Ramstein-Miesenbach sind wegen fehlender Fördergelder des Landes zuletzt ins Stocken geraten. Jetzt tun sich laut VG-Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) neue Möglichkeiten auf, das Bad doch noch zu erneuern. Wie sieht der Plan B aus?

Ganz aktuell hat der Bund laut dem VG-Chef ein neues Förderprogramm aufgelegt. Die Verwaltung arbeite daran, jetzt über diese Schiene an Gelder zu kommen und darüber die energetische Sanierung des Bades zu finanzieren. Dieses wurde bereits 1970 in Betrieb genommen und zuletzt vor 35 Jahren überholt. „Wenn wir die Kriterien erfüllen, wovon ich ausgehe, kann es eine Förderung von maximal sechs Millionen Euro geben“, zeigt sich Hechler optimistisch. Voraussetzung für die Förderung sei es, die Technik zu 75 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen.

Das bestehende Hallenbad, also die Gebäudehülle mit Fenstern und Mauerwerk, müsse so optimiert werden, dass die Anforderungen der KfW-Bank an ein „KfW-Effizienzhaus 70“ erreicht würden, erläutert Sanierungsmanagerin Bianca Gaß. „Die Zahl 70 sagt aus, dass die Gebäudehülle und Technik dann um 30 Prozent besser sind, als es mit einer klassischen, herkömmlichen Sanierung erreicht würde.“

Ganzjahresbecken mit Cabriodach

Die neuesten Planungen zum Bad sehen jetzt vor, das große Freibecken ganz wegzunehmen. Als Ersatz dafür soll ein Ganzjahresbecken mit einem Cabriodach gebaut werden. Ein Teil des Stroms für den Betrieb des Bads soll dabei von einer Photovoltaikanlage kommen, die auf das Dach montiert wird. Der geplante neue Anbau, in den eine fünfte Schwimmerbahn kommen wird, muss ebenfalls nach höheren Energiestandards gebaut werden, wie noch vor einem Jahr geplant. Ziel ist es, den Schwimmsport für die Schulen und die Vereine weiter zu gewährleisten. Künftig werde es vier 50- Meter-Bahnen geben, erklärt Hechler. Die Bahnen könnten mit einer versenkbaren Wand in 25-Meter-Strecken unterteilt werden. Um auch Schwimm- und Gymnastikkurse anbieten zu können, soll es an dieser Stelle auch einen Hubboden geben, um die Wassertiefe variieren zu können, erläutert der VG-Chef.

Eine weitere Idee, die momentan diskutiert wird, um Energie zu speichern: Überlegt wird, das Sprungbecken im Freibad zu schließen und diesen Platz als „Eiskeller“ zu nutzen. Mit einer entsprechenden Technik, ähnlich wie beim Wärmetauscher beim Kühlschrank, könne damit die gespeicherte Energie in Form von Eis wieder zu Wärme umgewandelt und das Bad damit geheizt werden, so Hechler.

32 Jahre Dauerbetrieb

Auch wenn das Azur insgesamt noch sehr gepflegt wirke, weil die Mitarbeiter „einen guten Job“ machten, sei dessen Technik jetzt „einfach fertig“, weil es schließlich im 32. Jahr im Dauerbetrieb sei. „Wenn es jetzt einen technischen Ausfall gibt, dann war es das. Dann stehen die Angestellten da“, verdeutlicht Hechler die Dringlichkeit der Sanierung. Die veränderten Pläne werden in einer Sitzung des Verbandsgemeinderats im Oktober beraten. Dann will der Bürgermeister auch noch mal nach Mainz fahren, um im Innenministerium über die Landesförderung zu sprechen. Dabei müssten auch die Baukostensteigerungen berücksichtigt werden.

Das Land hatte trotz etlicher Gespräche mit der Verbandsgemeinde Ende vergangenen Jahres überraschend angekündigt, dass es die rund 20 Millionen Euro teure Sanierung des Bades anstatt mit vier nur noch mit drei Millionen Euro fördern will. Weil die damit entstandene Finanzierungslücke nicht durch Eigenmittel und Kredite zu decken war, hatte die Verbandsgemeinde kein Geld für die Planung der Sanierung im aktuellen Haushaltsplan mehr vorgesehen. Mit rund 500.000 Euro war das bisher immer der große Brocken bei den Investitionen gewesen. In seiner Haushaltsrede im April hatte der VG-Chef aber bekräftigt, an dem Bad festhalten zu wollen und sich um andere Fördermöglichkeiten zu bemühen.

Zu Sache:

Das Freizeitbad „Azur“ besuchen durchschnittlich etwa 200.000 Badegäste pro Jahr. 2022 waren es bisher 145.000 Menschen (Stichtag 12. September). Seit 1991 sind es laut VG-Bürgermeister Hechler rund 6,4 Millionen Badegäste gewesen.

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