Kreis Kaiserslautern
Flüchtlinge werden aufs ganze Land verteilt
Die Afghanen, die erst in Deutschland ein Asylgesuch gestellt haben, werden in der Regel in die nächstgelegene Erstaufnahmeeinrichtung gebracht, teilt die Kreisverwaltung auf Nachfrage mit. Solche Einrichtungen befinden sich zum Beispiel in Kusel und Trier. Dort müssen sie so lange ausharren, bis darüber entschieden ist, ob sie ein Bleiberecht erhalten. Erst danach werden sie weiter verteilt. Welches Bundesland wie viele Geflüchtete aufnehmen muss, darüber entscheidet der Königsteiner Schlüssel. Ganz Rheinland-Pfalz muss nach diesem Mechanismus 4,8 Prozent aller in Deutschland Asyl Begehrenden aufnehmen.
Unterbringung in den Verbandsgemeinden
Falls von den rund 90 Afghanen, die nun in Deutschland bleiben wollen, einige dem Landkreis Kaiserslautern zugeteilt werden, erfolge ihre Unterbringung dezentral in den einzelnen Verbandsgemeinden, teilt die Kreisverwaltung mit. Die nach der großen Flüchtlingswelle 2015 geschaffene Infrastruktur mit Sprachkursen und Unterstützung im Alltag sei „dank vieler ehrenamtlich Engagierter“, Verbänden und Institutionen noch immer vorhanden.
Um auszuschließen, dass unter den Flüchtlingen auch potenziell gefährliche Menschen sind, die eventuell terroristische Anschläge in Deutschland planen, gebe es einen Sicherheitscheck durch die deutschen Behörden in der Erstaufnahmeeinrichtung sowie einen weiteren durch die Ausländerbehörde des Landkreises bei der Übersiedlung in den Kreis Kaiserslautern. Was dabei genau überprüft wird, teilte die Kreisverwaltung nicht mit. Inwieweit dabei auch die Gesundheit der Ankommenden überprüft wird, wurde ebenfalls nicht beantwortet. Grundsätzlich erfolgt eine erste Untersuchung am ersten Tag in der Erstaufnahmeeinrichtung.
8800 Evakuierte geimpft
Die in Ramstein Gelandeten wurden zunächst alle von amerikanischer Seite auf das Coronavirus untersucht. Nachdem Anfang September in den USA außerdem einige Masernfälle bei aus Ramstein eingereisten Afghanen festgestellt worden waren, hatte die US-Regierung die Weiterflüge der verbliebenden 9000 Afghanen aus Ramstein vorerst ausgesetzt. In einer großangelegten Aktion wurden in den vergangenen Tagen 8800 Evakuierte vom medizinischen Personal der Luftwaffenbasis und der Rhine Ordnance Barracks gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken geimpft. Viele der nun noch einmal Geimpften hätten bereits Antikörper im Blut gehabt, seien also wahrscheinlich schon einmal an Masern erkrankt gewesen, teilte die Pressestelle der Air Base Ramstein mit. Die Impfung biete ihnen aber einen noch besseren Gesundheitsschutz.
Unabhängig von den jetzt aus Afghanistan Evakuierten erreichen nach wie vor auch geflüchtete Menschen aus anderen Weltgegenden den Kreis Kaiserslautern. Rund 15 Personen seien dies pro Monat, teilt die Pressesprecherin der Verwaltung auf Anfrage mit. Die meisten kämen aus Syrien, Somalia, Pakistan, Afghanistan und der Türkei.