Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwehr erhält Drohne

Erhoffen sich viel vom Multicopter-Einsatz: Franz-Josef Preis (links) und Benedikt Lenhard mit dem neuen Fluggerät.
Erhoffen sich viel vom Multicopter-Einsatz: Franz-Josef Preis (links) und Benedikt Lenhard mit dem neuen Fluggerät.

Moderne Technik aus der Luft unterstützt zukünftig die Wehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Ramstein. Dank Spenden konnte eine Drohne, ein sogenannter Multicopter, angeschafft werden. Sie hilft dem Wehrleiter und seinen Kollegen, bei Einsätzen die Übersicht zu gewinnen.

Schmuck und professionell sieht er aus, der neue Multicopter, in seiner rotgelben Lackierung mit dem Aufdruck „Feuerwehr 112“. Mit der Anschaffung ging ein langgehegter Wunsch des Wehrleiters der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, Franz-Josef Preis, und seiner Wehrleute in Erfüllung.

„Im Feuerwehralltag kommt es bei Einsätzen immer wieder zu Situationen, die für die Einsatzkräfte als unerreichbar und zu gefährlich eingestuft werden müssen. Hier wird der Multicopter mit all seiner modernen Technik zum hoch qualifizierten Helfer“, sagt Preis und ergänzt: „6000 Euro mussten für ein geeignetes Gerät schon eingeplant werden und sind natürlich eine Menge Geld.“ Durch eine Spende der VR-Bank Glan-Münchweiler und der Stadtwerke Ramstein-Miesenbach seien die Feuerwehrleute ihrem Ziel aber schon ziemlich nahe gekommen. „Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Ramstein-Miesenbach machte schließlich mit seiner Spende den Wunschtraum wahr“, berichtet Preis erfreut. Anfang November sei das Fluggerät mit serienmäßiger Profiausstattung dann an die Verbandsgemeinde übergeben worden.

Benedikt Lenhard und Tim Janzer werden als Einheitsführer die neugegründete Multicoptereinheit leiten. Eine ausführliche Schulung erhielten die beiden bei der Übergabe durch die Mainzer Firma. Für Janzer grenzt es schon an ein kleines Wunder, was dieses 900 Gramm schwere Einsatzgerät alles leisten kann: „72 Kilometer pro Stunde Endgeschwindigkeit bei bis zu 31 Minuten Flugzeit, eine HD-Übertragungsreichweite von zehn Kilometern und eine Hinderniserkennung mit schneller Reaktion auf andere Fluggeräte – das ist schon beeindruckend“, zählt der 30-Jährige auf.

Mensch und Technik

Lenhard fasziniert vor allem die hochauflösende Sicht- und Wärmebildkamera mit Temperaturanzeige. „So können schnell Menschen auch unter außergewöhnlichen Bedingungen, ob in ausgedehnten Waldungen oder unübersichtlichen, verrauchten Einsatzstellen, gefunden und versorgt werden“, nennt der 39-Jährige Vorteile des Multicoptereinsatzes. Unabdingbar seien jedoch immer drei Kräfte, um das Fluggerät gewinnbringend nutzen zu können: „Der Pilot, der hochkonzentriert steuert, der Beobachter des Flugumfeldes und der Einsatzleiter am Monitor“, betont Lenhard.

Für den Wehrführer in Ramstein-Miesenbach, Matthias Hecktor, und seine Einsatzkräfte ist die nahe Autobahn häufig ein gefährlicher, unübersichtlicher Einsatzort. „Häufig, gerade nachts, stellen uns Unfälle in dem nebligen Bruchgelände, die öfters Massenkarambolagen auslösen, vor schwierige Aufgaben.“ Um einen Multicopter, der beim Katastrophenschutz in Kaiserslautern für den Landkreis bereitgehalten werde, anzufordern, vergehe oftmals viel wertvolle Zeit. „Für unsere Einsätze ist darum unser Multicopter sprichwörtlich ein Geschenk, das vom Himmel herabgekommen ist. Jetzt besteht die Möglichkeit, Objekte mit starkem Spotlight bis 30 Meter anzustrahlen, Ziele zu markieren, mit einem Lautsprecher Anweisungen und Mitteilungen zu übermitteln und den Einsatz so zu erleichtern“, ist Hecktor überzeugt.

Von dem großen Monitor, der direkt Videos und Bilder übernimmt und dem Einsatzleiter vor Ort einen Gesamtüberblick der Lage vermittelt, verspricht sich Wehrleiter Preis eine große Hilfe für seine Wehrleute. „Hierbei werden Brandherde sehr schnell ermittelt und die Einsatzplanung erleichtert. Es hilft mit, den Überblick in oftmals chaotischen Unfallsituationen zu bewahren und sichere Zugangswege zu finden.“ Die gespeicherten Daten seien zudem wichtige Hilfsmittel, um Einsätze in der Zukunft effektiver zu gestalten. Der nahe Flugplatz beschränke momentan zwar noch die Einsatzmöglichkeit. „Eine Freischaltung wurde aber bereits beantragt“, erläutert der Wehrleiter.

Hilfe statt Leid

Den Begriff Drohne, der sich umgangssprachlich für die unbemannten Fluggeräte eingebürgert hat, vermeiden die Feuerwehrleute in Ramstein. „Zu oft wurden in der Vergangenheit Tod, Leid und militärische Einsätze damit in Verbindung gebracht“, erläutert Preis den Grund und fügt hinzu: „Wir schätzen unseren Multicopter.“

Für die Jugendfeuerwehr, die im Moment, wie auch ihre großen Vorbilder, bei ihren Übungen coronabedingt auf Sparflamme fahren muss, wurde ein kleiner Multicopter für Übungszwecke angeschafft.

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